296) Sachen gibt’s in Südafrika…

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Arbeiter auf der Farm, da gibt es immer was zu erleben. Und wieso sogar ein Schuh-Kauf eine Erwähnung Wert ist – hier im neuen Blog.

Montagmorgen, frühe Tagwache wir erwarten ja schliesslich zehn Personen für die Jät-Arbeiten. Wir sind schon halb wach, beim zweiten Kaffee angekommen als ich das Gefühl habe Stimmen zu hören. Fynn knurrt leise, im Stile von: „Ich höre etwas, aber es scheint in Ordnung zu sein“, das können Ridgebacks. Ich schiebe den Vorhang beiseite und kucke aus dem Fenster. Tatsächlich, dort draussen stehen im beinahe stockfinsteren Morgengrauen einige Personen. „Halb sieben und die sind schon hier“, frage ich mich. Egal, ohne zweiten Kaffee und ein wenige mehr Ruhe mit Zeitungslesen, geschieht bei mir noch nichts. Zehn vor Sieben, ich bekomme eine Nachricht: „Sir, wir sind draussen und warten“. Tatsächlich sind die Arbeiter also wirklich wie vereinbart bzw. sogar zu früh hier. „Ich komme bald“, meine knappe der Morgenlaune entsprechende Antwort. Also, anziehen, viel anziehen die Morgen sind mittlerweile empfindlich kühl und raus zur Truppe. „Sorry, Sir, wir sind nur sieben, drei musste ich aussortieren“ die Begrüssung des Chefs. Übersetzt heisst das: „Sorry, heute nur sieben, drei sind besoffen erschienen und ich schickte sie weg“. Traurig aber leider wahr. Kein Problem für uns, auch sieben reichen in zwei Tagen für die geplanten Arbeiten. Ich führe die Gruppe zur Arbeitsstelle, viel sieht man um diese Uhrzeit noch nicht, aber es reicht. Kurze Instruktion und sie machen sich voller Elan an die Arbeit. Gut so. Und auch gut, wir wissen was pro Person in einem Tag geschafft werden kann, also können wir auch das Arbeitstempo dieser sieben einordnen. 

Eine Stunde später besuche ich die Gruppe. Der Arbeitsfortschritt ist zufriedenstellend. Der Boss spricht mich sofort an: „Sir, sie wissen, wir können alles. Bäume zurück schneiden, Wände bauen, Malerarbeiten verrichten, Säen oder Holzarbeiten. Wir tun alles für sie“. „Ja, schon ok, macht jetzt mal eure erste Arbeit auf unserer Farm richtig und dann schauen wir weiter“, meine Antwort. Kaum wieder zurück im Haus die Nachricht per Whatsapp: „Hast Du schon mal daran gedacht uns für immer anzustellen?“ die Nachricht vom Chef. „Man, keine Stunde auf der Farm und der denkt schon, ich stelle sie fix an?“ Wir werden überall gerühmt, keine fixen Angestellten zu haben, sind selber stolz darauf und der denkt nach einer Stunde schon, ich stelle zehn, in Zahlen 10 Person für immer an? Auf jeden Fall sie erledigen alles zu unserer Zufriedenheit und verschwinden am Dienstagabend vielleicht für immer. Nun ist es Zeit für eine Zusammenkunft mit allen Tourismustreibenden hier in Montagu. Das Meeting beginnt, da erreicht mich folgende Nachricht: „Sorry Sir, sie haben mir 250 Rand zu wenig ausbezahlt“. Bevor ich während des Treffens reagieren konnte, und einem unbeantwortetem Anruf  dazwischen die nächste Nachricht: „Nein, es sind 570 Rand die Du mir schuldest“. Ich hab ihm dann während des Meetings kurz eine Aufstellung unserer Zahlung geschickt. Postwendend die Antwort, „Sorry, hab vergessen, dass Du mir ja schon 150 ausbezahlt hast“. Dass diese Zahl gar nie in seiner Berechnung erschien, mag komisch erscheinen ist aber so und unser täglich Brot in Südafrika. Er hat es halt versucht. 

Ich wollte noch Schuhe kaufen. Eigentlich keine Erwähnung im Blog wert, doch in Südafrika schon. Ein Markt für die Agrar-Treibenden mit allem für die Landwirtschaft und eben auch Schuhe, Arbeitskleidung und so vieles mehr im Sortiment. Wir glauben seine einzige Existenz-Berechtigung besteht darin, Konkurrenzlos zu sein, der Kundenservice inexistent. Also, ich brauche neue Arbeitsschuhe. Finde im Gestell auch prompt das passende Schuhwerk in passender Grösse, aber nur der rechte Schuh. Mein Wunsch: „Ich hätte gerne den zweiten Schuh dazu“. „In der gleichen Grösse?“ die Frage des Mitarbeiters. „Ähm ja, ich hab zwei gleich grosse Füsse“. „Muss ich im Lager holen“. „Ja dann mach mal.“ Zehn Minuten später, die ehrliche Antwort: „ ich weiss gar nicht wo suchen, hab den zweiten Schuh noch nicht gefunden.“. Zwei Mitarbeiter verschwinden nun im Lager. Zehn Minuten später, „Wir haben leider den zweiten Schuh nicht gefunden, aber in dieser Schachtel ist ein komplettes Paar in der gleichen Grösse, willst du diese?“ „Was für eine Frage“, denke ich mir und nehme die Schachtel“. Sachen gibt’s in Südafrika.

Man liest sich!

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