295) Reine Nervensache

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Die Ernte ist endlich beendet und wir einfach nur noch froh. Doch weitere Arbeiten stehen an, doch wer will sie ausführen? Arbeiter auf der Farm zu haben, bedeutet auch immer Nervenverlust.

Die letzte Ernte-Woche startet. Für uns gleich mit einem Dreisatz. Wenn am Donnerstag der vergangenen Woche zwei Pflücker in einer Stunde 15 Kilogramm Oliven gepflückt haben wie viel pflücken dann sechs Pflücker am Montagmorgen in der gleichen Zeit? A) 45 Kilogramm? B) 15 Kilogramm? Oder C) 7,5 Kilogramm? Die „richtige“ Antwort lautet C) 7,5 Kilogramm. Unglaublich aber leider wahr. Was folgt ist der Zusammenschiss, unfreundlich und bestimmt. Begleitet von Schmunzeln bei den Empfänger, doch siehe da, der Rest der Woche verläuft wie gewünscht und wir sind am Mittwoch-Mittag einfach froh, sind die letzten Oliven geerntet und wir für lange Zeit nicht mehr auf so viele Arbeiter angewiesen. Ernte-Zeit ist immer stressig und auch arbeitsintensiv, aber am meisten Nerven brauchen leider wirklich diese Arbeiter. Wer das nicht erlebt hat, kann es sich schlicht nicht vorstellen. Doch eben, wir haben ja noch weitere Pläne, unter den Bäumen muss nun dringend Unkraut ausgezupft und kleine Büsche ausgegraben werden. Dafür haben wir zwei Männer im Auge. Der eine ist leider nicht mehr erschienen, wahrscheinlich ist seine Mutter krank. Die kranke Mutter, der Vater im Spital, die Grossmutter gestorben, das sind die meisten Ausreden die wir jeweils zu hören bekommen. Ich bin sicher, weltweit landen nirgends so viele Eltern- oder Gross-Eltern-Teile übers Wochenende angeblich im Spital wie in Südafrika. Jeder hat, den Ausreden entsprechend auch mindestens fünf bis sechs Väter, welche eben immer wieder erkranken. Die glauben ja wirklich, dass wir diese Ausreden noch irgendwem abkaufen. Auf jeden Fall, möchten aber die sechs verbliebenen Arbeiter, zwei Männer und vier Frauen unbedingt diese Jät-Arbeit in Angriff nehmen.

Nun gut, sie sind schon mal da, probieren wir es einmal. Wir schätzen aber die Arbeit für Frauen als zu streng ein. Doch siehe da, es geht zügig vorwärts und wir sind sichtlich erstaunt, mit welchem Eifer vor allem die Frauen bei der anstrengenden Arbeit bei der Sache sind. Vielleicht hilft es halt doch ein wenig, dass alle gemerkt haben – diese Arbeit oder keine Arbeit. Doch mit nur sechs Helfern und den vielen noch kommenden Arbeiten geht es uns nicht zügig genug vorwärts. Wir verabschieden diese sechs ins Wochenende und sagen ihnen: „wir melden uns, wenn es weiter geht“. Durch einen Tipp eines Nachbarn haben wir nämlich eine andere Lösung ins Auge gefasst. Es gibt da „Goliat“ auch der heisst wirklich so, der vermittelt 10er Gruppen von Arbeitern, bringt sie auf die Farm und kontrolliert sie bei der Arbeit. Er kann am Montag gleich mit seiner Crew starten. Klingt gut und bringt uns schneller zum Ziel. Am Samstag zwischen halb zwei und halb vier kommt er vorbei um alles zu besprechen für den Montag. Es ist jetzt Sonntag, 08.30 Uhr Goliat ist bis jetzt nicht erschienen. Doch nun fährt oder rollt viel mehr ein Auto auf unseren Parkplatz… tatsächlich er ist es. Zuerst hören wir wiederum eine Erklärung oder mehr eine Ausrede. Doch scheinbar scheint nun alles klar zu sein für Montag und die zehn Arbeiter werden erscheinen. Sind wir mal gespannt.

Doch eines bleibt: Alle suchen Arbeit, alle brauchen Geld, alle jammern, doch Arbeitskräfte zu finden ist fast unmöglich. Schlicht nicht zu verstehen. Doch wie sagte der korrupte Ex-Präsident Zuma einmal: „Die Menschen brauchen keine Jobs, sie brauchen zu Essen auf dem Tisch.“ Mit dieser Philosophie gehen viele durchs Leben…

Man liest sich!

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