294) Wenn die Ernte-Woche anders verläuft als gedacht

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Auch die Tafel-Oliven-Ernte verläuft nicht wie wir uns das vorgestellt haben, doch Besserung ist in Sicht – alles dazu im neuen Blog.

Montagmorgen früh, wir stellen alles bereit für die letzte Ernte-Woche. Die Tafel-Oliven sind mehrheitlich erntereif und bereit für die Fässer. Dort verbringen sie dann nochmals ein Jahr bis sie geniessbar sind. Im Salzwasser verlieren sie einen grossen Teil der Bitterkeit und werden so essbar. Wer schon einmal eine Olive direkt vom Baum verspeist hat weiss, dies ist kein Genuss. Immer mal wieder fragen wir uns, was wohl die Menschen vor tausenden Jahren bereits für ein Wissen hatten um zu erkennen, dass man Oliven sehr wohl geniessbar machen kann oder eben auch direkt Öl gewinnen kann. Schon erstaunlich. Die Lösung ist entweder viel, viel frisches Wasser über Wochen oder eben Salzwasser. Eigentlich simpel und doch muss diese Erkenntnis zuerst gewonnen werden. Dass Oliven vom Baum ungeniessbar sind hat übrigens noch einen weiteren Vorteil: Kein Diebstahl. Investieren zum Beispiel Avocado- oder Macadamia-Farmer in Südafrika hunderttausende von Rand in die Sicherheit und Überwachung ihrer Plantagen haben wir diesbezüglich kein Problem. Oder Früchtefarmer kontrollieren abends ihre Erntehelfer ob nicht einige Kilogramme in Taschen verschwunden sind. Müssen wir nicht. Niemand nimmt auch nur eine Olive mit nach Hause. Fast niemand ist auch heute Morgen hier.

Anstatt sechs bis acht Pflücker, verirren sich gerade mal zwei zu uns auf den Olijvenhof. Kann eigentlich gar nicht sein. Alle suchen doch Arbeit und wir haben nie Probleme Erntehelfer zu finden. Und jetzt das. „Montag halt, das Wochenende war zu streng“, erklären wir uns das Fernbleiben. Leider falsch gedacht. Wir verbringen die ganze Erntewoche mit diesen beiden Helfern. Zum Glück sind sie wenigstens konstant bei der Sache und wir kommen vorwärts. Wenn auch schleppend. Sehr schleppend. Am Dienstag meldet sich immerhin unser Kontakt zu all den Arbeitern. Er habe die Nachricht erst jetzt gesehen, sie war also seit Donnerstag unterwegs. Doch alle Arbeiter der Nachbarsfarmen sind bei einem Nachbarn im Einsatz und pflanzen Knoblauch. Ende Woche ist damit Schluss und so warten wir nun am Montag wiederum auf unsere Helfer. Sechs sollten es dann sein. Hoffentlich.

Es ist halt doch nicht immer alles so einfach in Südafrika und wir lernen Tag für Tag, Woche für Woche und wohl auch Ernte für Ernte dazu. Weitere Erkenntnisse haben uns diese Wochen der Ernte gebracht. Ist auch gut so. Und wie von uns gewünscht, sind dabei auch zwei Burschen aufgefallen, die nun ein wenig mehr Arbeit auf der Farm erfüllen dürfen. So sind wir hoffentlich um zwei Arbeiter reicher, die wir bei Bedarf anstellen und hier quasi als Tagelöhner beschäftigen. Feste Anstellung, mit monatlichen Salär, das wollen wir nicht und macht hier nach Möglichkeit auch niemand. Schlimm, weil so eigentlich niemand vom Fleck kommt, aber eine Entlassung egal wegen welchen teils haarsträubenden Gründen ist nicht so einfach. Deshalb lassen wir das bleiben und hoffen, dass diese zwei uns die nächsten Wochen und Monaten unter die Arme greifen. Mehr erwarten wir nicht. Und es gibt ja so viel tun. Unkraut unter den Bäumen muss entfernt werden, Gründüngung zwischen den Bäumen ausgesät und organischer Dünger unter jedem einzelnen Baum verteilt werden. Dazu planen wir eine lauschige Picknick-Fläche von mehr als einem Hektar, wo Rasen gesät werden muss. Diese Fläche ist gepflügt, doch lange noch nicht gereinigt und bereit um Rasen zu säen. Es gibt viel zu tun. Taugen die Zwei nichts, machen wir es halt selber und wissen dann, es ist wenigstens korrekt gemacht oder mindestens unseren Vorstellungen entsprechend. So ist das halt in Südafrika

Man liest sich!

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