291) Sorgen mit unserer Chevy-Lady

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Drei Wochen ist es nun her, seit unsere Chevy-Lady auf dem Olijvenhof vorgefahren ist. Bis wir sie nun endlich sorgenfrei geniessen können, ist es ein langer Weg. Länger als jemals gedacht. Ich hab in diesen drei Wochen mehr über Auto-Motoren gelernt, als ich eigentlich jemals wissen wollte.

Zwei Tage nach dem Einzug der alten Dame, fuhren wir bereits in die Stadt. Eine halbwegs illegale Fahrt, war die Lady doch zum damaligen Zeitpunkt noch nicht auf uns eingelöst und entsprechend nicht registriert. Ist aber natürlich in Südafrika und vor allem mit allen erklärenden Papieren (Verkaufsunterlagen) nicht so ein Problem. Hier lässt man ja mit sich reden. Auf dieser Fahrt, vielleicht als Mahnung, haben wir uns einen schleichenden Plattfuss eingefangen. So nach drei Tagen, ist der Reifen platt. Das bringt uns jetzt noch nicht so aus der Ruhe. Dass sie sich aber nicht mehr starten lässt schon eher. Es klingt irgendwie alles normal, ausser eben, der Motor läuft nicht. Ein erster Versuch scheiterte knapp, jetzt gar nichts mehr. Wie so oft, weiss vielleicht Google Rat. Oder gar die Gebrauchsanweisung? Tatsächlich erklärt die Bedienungsanleitung einen solchen Fall. Ok, Gaspedal drücken, Zündung betätigen, aber nicht starten. Dann Fuss weg vom Gas und starten. Leider nichts. Immer und immer wieder versuche ich es weiter. Immerhin finde ich auf diesem Wege heraus, dass unsere alte Lady einen Choke besitzt. Davon war bei der Übergabe gar keine Rede. „Vielleicht klappts ja mit Choke?“. Leider nein. „Ist die Dame abgesoffen, von all diesen Versuchen?“, könnte ja noch sein. Also putze ich am Sonntag mal alle Zündkerzen, wenigstens etwas was ich noch aus Töfflizeiten oder auch vom Rasenmäher kenne. Die Putzerei ist aufwändig und bringt kein positives Resultat. Meine Nerven am Ende schliesslich haben wir uns so auf die Chevy-Lady gefreut. Ich schreibe dem Mechaniker und dem Vorbesitzer eine Whatsapp-Nachricht. Antwort des Vorbesitzers folgt rasch: „Hast Du nachgeschaut ob noch Benzin im Tank ist?“ „Scherzkeks“, denke ich. Die Anzeige zeigt voller Tank. Jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Wir sind bereits gefahren und das Auto wurde ja mit mehr als einer Stunde-Fahrzeit zu uns gefahren. Der Tank kann ja gar nicht voll sein. „Ja, die Anzeige verklemmt sich manchmal“, die lachende Antwort des Vorbesitzers. Zwischen alledem sind wir noch voll mit der Ernte beschäftigt, doch immerhin ist die Chevy-Lady im zweiten Versuch auf den Olijvenhof registriert und ein Kanister mit Benzin ist auch gekauft. Nun gut, dann fülle ich mal einige Liter in den Tank

Ein paar Liter rein in den Tank und siehe da. Der Motor startet im zweiten Versuch. Problemlos. Ich könnte in den Lenker beissen und hab trotzdem Freude und will gleich in die Stadt fahren um den Reifen zu flicken. Dort wird dann auch gleich das Nummern-Schild gedruckt. Rückwärts raus aus der Garage, der Motor stirbt ab und die Lady startet nicht mehr. Quer stehe ich nun vor der Garage und nichts geht mehr. Gleichzeitig sollten wir aber die Fahne für unsere Werbung an der Route 62 montieren. Schliesslich öffnet der Shop in wenigen Minuten. Bloss so schräg wie die Chevy nun hier steht, kommen wir mit dem anderen Auto nicht mehr raus. Noch ein Versuch, nichts geht. Abschleppen mit dem Traktor, das funktioniert wunderbar und wir können das andere Auto aus der Garage befreien. „Meinst Du, wir sollten nicht noch mehr Benzin reinfüllen?“ fragt mich Barbara. Ich denke mir, ach komm, fünf sechs Liter hab ich bestimmt schon reingeschüttet. Und gehe mal los, die Fahne montieren. Und schon wieder fallen Schuppen von den Augen: Die Chevy steht ja ausserhalb der Garage komplett in Schräglage. Vielleicht doch mehr Benzin reinfüllen? Tatsächlich, man(n) sollte öfter auf Frauen hören, mindestens auf die eigene.. Kanister komplett geleert, 25 Liter im Tank und schon startet das Auto. Endlich, ich fahre gleich los in die Stadt. Nach 200 Metern stoppe ich das Auto sofort. Qualm, übelriechender Gummi-Qualm in der Kabine und noch mehr unter der Kühlerhaube. Und das mitten auf der Durchfahrtsstrasse. Barbara informieren, Traktor holen und abschleppen. Ein weiteres Mal und dieses Mal länger, denn die Strasse ist zu eng um zu wenden. Nach 10 Minuten Abschlepp-Fahrt sind wir alle zurück. Ende mit der Geduld, jetzt soll ein Mechaniker auf den Platz. Dieser ist schnell gefunden, und am nächsten Tag fährt er vor. Wechselt den Keilriemen, verdichtet den Motor neu, nun tritt gar kein Tropfen Öl mehr aus, der Motor schnurrt bedeutend schöner als vorher und nach 24 Stunden verordneter Standzeit, geht’s mal wieder los. In die Stadt den Reifen flicken. Kurz gesagt: Wie immer, Ende gut alles gut. Wir fahren problemlos mit der Lady umher und sind mehr als glücklich. Der Weg war lang, das Ziel erreicht. Dazwischen wurde die Öl-Ernte abgeschlossen, eine neue Wasserleitung verlegt, der Garten wieder hergestellt und natürlich Oliven-Produkte produziert und geliefert. Wird’s nun ruhiger?

Man liest sich!

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