290) Die zweite Ernte-Woche und wieder nicht ohne Aufregung.

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Auch diese Ernte-Woche verlief nicht ohne Nebenplätze. Anstrengend und nervenaufreibend war sie…

Die Ernte der Oliven für die Öl-Produktion läuft mehr oder weniger auf Hochtouren, die Presse funktioniert auch einwandfrei. Wobei „Pressen“ ja mittlerweile das falsche Wort ist. Modernes und qualitativ hochstehendes Olivenöl wird nicht mehr gepresst sondern extrahiert, mittels Zentrifuge. Aber auf jeden Fall läuft hier alles wie gewünscht, auch wenn wir immer mal wieder den Erntehelfern auf die Finger schauen müssen. Gar nicht mehr läuft leider unser Abwasser. 

Schon seit einigen Wochen lässt es sich übel erriechen, wenn Barbara die Waschmaschine benutzt und zwar im ungefähr 15 Meter entfernten Badezimmer. Es stimmt wohl etwas nicht doch so lange noch alles fliesst, ist das mal soweit ok. Wir haben anderes zu tun. Doch dann, dann läuft eben gar nichts mehr ab. Im Gegenteil die Dusche quillt über sobald die Kleider gewaschen werden. Höchste Zeit, sich darum zu kümmern. Unser Abwasser funktioniert leider nicht so einfach, wie die Kanalisation in der Schweiz oder hier in Städten. Das heisst, die Toilette wird direkt in einen Tank abgeführt und Bakterien sorgen dort dafür, dass am Schluss fast sauberes Wasser in die Natur zurück geführt wird. Dusch- und Lavabo-Abwasser fliessen mehr oder weniger direkt in die Natur zurück. Deshalb legen wir Wert auf ökologische Duschmittel. Alles Küchen-Abwasser läuft durch einen Öl-Abscheider und erst dann zurück in die Natur. Soweit die Situation. Aber eben, unsere Dusche läuft nicht mehr ab. Pragmatisch versuchen wir das Problem zu lösen und beginnen einmal beim Septic-Tank. Hier stossen wir auf den ersten Missstand. Unverständlicherweise hat ein Gast fleissig Feucht-Tüchlein ins Klo geschmissen und diese schwimmen nun im Tank. Grässlich, aber trägt nichts zur Lösung des Problems bei. Sollte aber trotzdem nirgends auf der Welt gemacht werden. Scheinbar finden wir das Problem also nicht so leicht. 

Zwischen ernten, Erntehelfern kontrollieren und Olivenöl produzieren, müssen wir also diesem Problem nachhaltig auf den Grund gehen. Den Sonntag verbringe ich zwischen Shop und Garten und der Suche nach dem Problem. Leider ohne Erfolg. Da muss wohl der Fachmann her. Der steht auch zügig am Montag in unserem Garten und findet sofort die verstopfte Leitung. Seine Erklärung schnell gemacht, Wurzeln, einmal mehr, haben den Ablauf verstopft und die Leitung ist jetzt frei. Dies verkündet er fröhlich und stolz nach kurzer Zeit. „Dann werde ich mal die Dusche laufen lassen und schauen was passiert“, teile ich ihm mit. Die Dusche läuft nicht ab. „Lass es uns mal bei der Waschmaschine probieren“, mein Vorschlag. Und schon läuft die Dusche wieder über.

Er hat wohl eine Leitung gereinigt und entstopft, doch es war eine welche gar nicht mehr in Betrieb ist, wie sich im Nachhinein herausstellt. „Ich schreibe mal dem Vorbesitzer, vielleicht weiss der was“, mein Vorschlag. Und prompt, er schickt mir eine Skizze. Dass diese leider komplett falsch ist, merken wir erst später. Und dies alles während die Ernte und die Öl-Produktion auf Hochtouren laufen. Der Klempner gibt mittlerweile entnervt auf. „Ruft mich an, sobald ihr die Leitung gefunden habt, alles andere wird zu teuer, wenn ich hier noch lange weiter grabe ohne Idee“. Da hat er natürlich Recht. „Doch wer gräbt nun?“ „Sollen wir jemanden von den Erntehelfern abziehen und graben lassen? Aber das muss ja vorsichtig geschehen, nicht dass noch eine Leitung kaputt gepickelt wird, die funktioniert“. Also, schwinge ich den Pickel sehr genervt. „Mal logisch überlegen“, sage ich mir. „Ich weiss, wo die Abflüsse sind im Haus und ungefähr wo die Leitung endet. Also müssen die Leitungen doch hier sein.“ Pickel schwingen und siehe da – immerhin die Toiletten-Abwasserleitung. Dann wird doch wohl die Dusch-Leitung nicht weit sein… Leider falsche Hoffnung, der Plan des Vorbesitzers schon lange als unbrauchbar erkannt, suche ich nun im 100 Quadratmeter-Gebiet des Gartens eine rund 6 Zentimeter dicke Leitung. Fast wie die Nadel-Suche im Heuhaufen…

Doch irgendwann, werde ich fündig. Endlich. Der Garten sieht mittlerweile aus, als wäre ein Maulwurf auf ganz schlimmen Drogen durch den Garten gehastet. Doch immerhin ist die Leitung gefunden. Der Sanitär wieder aufgeboten. Er öffnet die Leitung, stochert rum und findet auch keine Lösung und beginnt nun auch noch zu graben. Einen halben Tag später und nach unserem Drängen, nun doch bitte nach vier Tagen eine einfache Lösung zu präsentieren, ist diese schnell gemacht. Südafrikanisch schnell, nach einer halben Stunde rumstudieren und einigen, mittlerweile entnervten Inputs von Barbara, wird einfach eine neue Leitung verlegt. Nun fliesst unsere Dusche anderweitig ab und die Waschmaschine kann Problemlos genutzt werden, ohne dass wir genau wissen, wohin dieses Abwasser fliesst. Hauptsache alles fliesst. Südafrikanisch gelassen sind wir nun mit dem Ergebnis zufrieden. Weshalb unsere Chevy-Lady auch noch die ganz Woche für Unruhe sorgte, gibt’s wohl nächste Woche zu lesen.

Man liest sich!

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