288) Es ist eine Sie

am

Unsere „Zweit-Auto“-Suche war lang. Doch irgendwann wurden wir fündig mit einer grossen Überraschung zum Schluss. Die Geschichte dazu – hier im neuen Blog.

Seit wir vor eineinhalb Jahren auf dem Olijvenhof eingezogen sind, ist uns klar, wir brauchen ein zweites Auto. Schnell ist einer von uns beiden einmal für zwei bis vier Stunden weg. Für Einkäufe, Auslieferungen oder irgendwo für eine Abholung von Material. Der andere dann, so lange gefangen auf der Farm. Mit dem Fahrrad oder dem Traktor kommt man dann nicht so weit. Was wenn mal ein Notfall ist, etwas vergessen ging oder wir einfach mal für einen Tag nicht die gleichen Pläne haben? Unsere Vorgänger, zu Zweit auf der Farm, hatten glaube ich sogar drei oder vier Autos. Häufig ist ein Auto vor allem ein Pick-Up oder Bakkie wie er hier heisst, ein Arbeitstier auf der Farm, ähnlich dem eines Traktors.

Was wollen wir denn für eines? Einen zweiten Bakkie? Einfach ohne Aufbau damit wir auch mal was Grösseres transportieren können? Fynn und Ziva können wir ja dann jeweils mit dem bestehenden Auto mitnehmen und das andere, wird dann eben zum Arbeitstier. Oder doch vielleicht etwas kleineres, schnelleres und sparsameres? Damit wir zum Beispiel ökologischer nach Kapstadt kommen? Aber was wenn wir dann doch grössere Sachen in Kapstadt abholen? Die Entscheidung fällt nicht leicht, entsprechend diskutieren wir die Auto-Situation auch schon seit 18 Monaten. Ich sagte immer, wir merken es sofort, wenn wir das passende Auto sehen. Dann:

Samstagmorgen am Markt vor drei Wochen. Es ist noch früh und ich stöbere ein wenig auf Facebook rum. Da sehe ich eine Anzeige. Schreibe dem Auto-Verkäufer gleich eine Nachricht ob das Auto noch zu haben ist. Ist es. Meine ersten Fragen werden umgehend beantwortet und ich bekomme noch weitere Fotos:

Zeit dies alles Barbara zu zeigen. Sie ist sofort Feuer und Flamme. Einige weitere Nachrichten später vereinbaren wir einen Besichtigungstermin Anfang der Woche. Die Vorfreude steigt. Welche leider einige Stunden später zerstört wird.

„Sorry, das Auto ist verkauft. Einer kauft es ohne zu besichtigen, ich hab ihm die Bank-Details geschickt und er hat bereits eine Zahlungsbestätigung gemailt. Sobald ich das Geld auf dem Konto sehe, ist das Auto weg.““ Schade, schade, schade. Nun gut, dann hat es halt nicht sollen sein“, schreiben wir ihm noch zurück und haben damit abgeschlossen. Das kann halt wirklich bei einem Oldtimer und dann noch zu diesem Preis und diesem Zustand passieren. Doch dann, Montagmorgen, erneut eine Nachricht. „Scheint als bin ich einem Betrüger aufgesessen, das Geld ist nicht eingetroffen, die Bestätigung war gefälscht, seid ihr noch interessiert?“ Leider kommt auch das häufig vor in Südafrika. Gut für uns, und wir stellen unsere Wochenpläne um, um das Auto so rasch als möglich zu besichtigen. „Ihr seid die ersten, die das Auto sehen können und ihr habt so auch die erste Entscheidung, das Auto kommt bei Euch in gute Hände. Das ist mir das Wert.“ Der Oldtimer, Baujahr 1966 hatte tatsächlich erst einen Besitzer. Unvorstellbar, wir bekommen sogar noch die Original-Rechnung von damals als Beleg. Der Preis 1966: 2500 Rand. Wir sind auch vom Auto begeistert, der Zustand ist tiptop. Doch der zukünftige Bakkie sieht noch aus wie ein Lastwagen. Das soll sich ändern, der Verkäufer kennt auf unsere Nachfrage auch gleich jemand, der dies alles für uns umsetzt. Er hat auch Zeit und steht kurze Zeit später mit uns beim Verkäufer. Er kann alles umsetzen, sagt er versteht uns und weiss genau was wir möchten.

Und ja, er hat nicht zu viel versprochen. Das beim Strassenverkehrsamt quasi beim Vorführen des Fahrzeuges noch das eine oder andere zu Tage kommt, ist bei Autos in diesem Alter irgendwie „Part of the Game“. Das Endergebnis, sprich die Lieferung des Chevys zieht sich immer mehr in die Länge. Mein Ziel, Barbara zu ihrem Geburtstag mit dem Auto zu überraschen, in weiter Ferne. Schliesslich liegen zwischen Garage und uns, rund eineinhalb Stunden Fahrzeit, mit diesem Fahrzeug erst Recht. Es klappt also nicht mit dieser Überraschung.

Doch eine gemeinsame Überraschung folgt. „Das Auto ist fertig, alles gut, alles geprüft“, die Mitteilung des Mechanikers. „Doch wie kommt das Auto nun zu uns?“, meine Frage in der Hoffnung er kommt uns im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig entgegen. Schliesslich sind wir mitten in den finalen Vorbereitungen für unsere zweite Ernte. Die Whatsapp Nachrichten gehen hin und her und irgendwann ist Funkstille. Es ist auch schon eher Abend als Nachmittag, als auch ich mich unter die Dusche begeben will, ruft der Mechaniker an. Ich reiche Barbara mein Handy: „Sprich du mit ihm, ich gehe jetzt duschen“, meine knappe Erklärung, als ich aus dem Fenster schaue. Da fährt sie vor, es ist eine Sie, wie uns der Mechaniker so gleich erklärt. Unsere Chevy ist angekommen, sieht fantastisch aus und die Überraschung doppelt gelungen. Wir sind sehr, sehr happy. Bis wir zum ersten Mal hinter dem Steuer sitzen…

Wir brauchen nun „Fahrstunden“ so eine alte Lady braucht Beachtung. Die haben wir wohl bald im Griff und sie wird uns am Markt, auf der Farm, bei Auslieferungen und halt auch einfach so, grosse Beachtung und Freude bringen. Genau so wie geplant. „What a Beauty!“.

Man liest sich!

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