287) Wieso eigentlich?

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Natürlich wollen immer alle Südafrikaner wissen, weshalb Schweizer ihre Heimat verlassen und ausgerechnet nach Südafrika ziehen. Unsere Antwort und die passende Geschichte dazu, hier im neuen Blog.

Es ist erstaunlich wie viele Südafrikaner wir in unserem Bekanntenkreis haben oder welche wir am Markt und auf der Farm treffen die schon einmal die Schweiz bereisten. Für Südafrikaner war und ist es nicht ohne Visum möglich Europa insbesondere die Schweiz zu bereisen. Hinzu kommen natürlich auch noch die hohen Kosten. „Pilatus, Luzern, Zürich mit dem See oder der Vierwaldstätter-See mit seinem wunderschönen Bergen“, sind dann jeweils die ersten Orte welche genannt werden. Postwendend folgt dann gleich die Frage, „Wie könnt ihr die Schweiz verlassen und nach Südafrika kommen?“ Unsere immer gleichbleibende Antwort: „Ich gebe Dir Recht, die Schweiz ist eines der schönsten Länder, doch wir waren auf der Suche nach einer Veränderung und vor allem einer besseren Work-Life-Balance, das Leben in Südafrika ist viel entspannter.“ Lustigerweise verstehen die Südafrikaner umgehend unsere Argumente und stimmen uns zu.

„In der Schweiz ist alles durch organisiert, sehr sauber aber auch sehr hektisch und teuer“, die Eindrücke welche Südafrikaner aus der Schweiz auch mit nach Hause nehmen. „Nur schon in Frankreich oder Spanien, Portugal ist es schon viel gemächlicher“, führen sie jeweils weiter aus. Und wir geben ihnen Recht. Ergänzen jeweils aber auch, dass unser Heimatland mit vielen Menschen auf engem Raum, eine ganz andere Organisation braucht, als beispielsweise Südafrika mit seiner unendlichen und menschenleeren Weite. So sind wir uns immer schnell einig. Und hätte es für all dies noch einen Beweis gebraucht, geschieht am Markt umgehend an ein solches Gespräch folgendes:

Ausserhalb des Marktgeländes hat es an der Strasse einige Parkfelder. Ein kleines Auto steht komplett falsch geparkt, die Markierung der Felder ist ziemlich genau in der Mitte des geparkten Autos. Zwei Felder also „belegt“. Genau jetzt erreichen zwei Verkehrspolizisten mit einigen Aspiranten die Strasse und starten eine Kontrolle. Zwei Aspirantinnen sind sich sofort einig: „Parkbusse“ und zücken bereits den Strafzettel und jetzt wird’s südafrikanisch: Der Ausbildner interveniert: „Wir wissen doch gar nicht wie die Situation war, als dieses Fahrzeug hier geparkt hat. Vielleicht war das Auto vor oder hinter ihm falsch geparkt und er hat korrekt mit Abstand das Auto abgestellt und somit gar nicht bemerkt, dass er falsch steht. Da sprechen wir keine Busse aus“. Weiter geht’s zum nächsten Auto. Hier wird nun der Strafzettel gezückt, auch der Ausbildner ist damit einverstanden, doch es geht südafrikanisch weiter:

Nun ergreifen die Standbetreiber das Wort. „He warum gebt ihr dem eine Busse? Muss das sein?“ diskutieren sie mit den Polizisten. „Die Zulassungs-Plakette ist abgelaufen“, die kurze Antwort. Diese Plakette klebt an jedem Auto, ist gültig für ein Jahr und muss eben immer vor Ablauf erneuert werden. Analog in etwa der Strassenverkehrsabgabe in der Schweiz. „Aber man konnte doch teilweise die Plaketten wegen des Lockdowns gar nicht verlängern“, ergreifen die Standbetreiber weiterhin Partei für den nicht anwesenden und unbekannten Lenker. „Doch die Plakette ist schon länger als ein halbes Jahr abgelaufen, das müssen wir wirklich büssen“, die entschuldigende Antwort der Polizisten. 

Wann haben sich in der Schweiz schon jemals völlige fremde und unbeteiligte Personen zum Wohle eines möglichen Verkehrssünders eingesetzt? Oder wie oft werden bei komplett falsch geparkten Autos beide Augen zugedrückt und keine Busse ausgesprochen? Eben, die Schweiz ist strukturiert, organisiert und alles funktioniert. In Südafrika nicht. Typisch für beide Länder, mit einem grossen Vorteil für Südafrika: Hier wird mehr gelebt und leben gelassen.

Man liest sich!

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