285) Nach der Flut

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Die Nachwirkungen der Flut auf dem Olijvenhof beben noch nach. Die Stromzufuhr bereitet uns grosse Sorgen und begleitet uns durch die Woche.

Nun sind alle Spuren der Flut beseitigt. Etwas stört noch empfindlich. Wir haben plötzlich Stromprobleme. Der Storm ist nicht ganz weg. Der Kühlschrank hat noch Licht, im Wohnzimmer leuchten die Lampen. Das Radio schnurrt aber nur noch, im Schlafzimmer leuchten die Glühbirnen nur noch auf absoluter Sparflamme. Der Fernseher lässt sich einschalten, schaltet aber gleich selber wieder aus. Bedient man die Kaffee-Maschine, kommt erstens kein Kaffee und zweitens stellt sich der Kühlschrank ganz ab. Er kühlt auch schon länger nicht mehr, aber immerhin brennt bei ihm noch Licht. Hier stimmt also definitiv einiges nicht mehr. Alle Sicherungen sind so, wie sie sein sollten. Das Problem liegt nicht im Haus.

Einige Nachbarn beklagen das gleiche Phänomen und können es sich vor allem auch nicht erklären. Bis anhin war ich der Meinung, man hat Strom oder eben nicht. Alle Nachbarn und wir auch informieren Eskom, den staatlichen Energieversorger. Das kann ja heiter werden, schliesslich ist Eskom nicht gerade für einen herausragenden Service bekannt und eben auch Schuld an vielen, vielen geplanten Stromunterbrüchen. Doch mittlerweile haben wir uns ja schon lange an solche Dinge gewöhnt und sind vor allem schon einige Zeit in Montagu. So haben wir nämlich die direkte Telefonnummer vom regionalen Leiter der Eskom hier in Montagu. Doch zuerst gehen wir den offiziellen Weg und melden die Probleme online bei Eskom. Immer mal wieder fragen wir bei den Nachbarn nach, wie denn die Situation bei ihnen ist. Auch sie sind noch immer nur knapp mit dem Stromnetz verbunden. Irgendwann sehe ich beim Nachbar Arbeiter beim Strommast. „Aha, es geht vorwärts“, denke ich mir. Doch nach wenigen Minuten sind die wieder weg und kommen vor allem nicht zu uns. „Das Problem liegt wohl wo anders“, denke ich mir nichts weiter dabei. Als am Nachmittag immer noch nichts geschehen ist, werden wir ungeduldiger. Schliesslich sind nun unser Kühlschrank und Tiefkühler bald seit 24 Stunden mehr am Auftauen denn Kühlen. Unser direkter Nachbar meldet, dass er schon lange zurück am Netz ist. „Dann sind die Arbeiter nach kurzer Arbeit bereits wieder weg, ohne zu uns zu kommen“, fluchen wir. Zeit also den direkten Kontakt zu Nutzen. Und siehe da. Eine halbe Stunde später sind die ersten Arbeiter hier. Doch auch nach einer weiteren Stunde sind wir noch stromlos. Der Feierabend kommt schon bedrohlich näher. Sie können sich alle das Problem nur noch am Transformator erklären also wird dieser ausgetauscht. „Der Lastwagen mit dem neuen ist schon unterwegs“, wird uns versichert. „Die Frage ist bloss von woher“, denken wir nach einer weiteren Weile. Doch Ende gut, alles gut. Der Lastwagen mit Transformator fährt vor: „In einer Stunde ist alles gut“, wird uns zugesichert. Tatsächlich, wir sind zurück am Stromnetz für heute.

Der neue Transformator wird eingeflogen

Denn einen Tag später folgt bereits der nächste Stromunterbruch. Nun melden alle Nachbarn: Stromausfall. Schön ist unsere Anlage nigelnagelneu und Strom fliesst trotzdem nicht. Die Erklärung folgt umgehend, grosser Schaden an einer wichtigen Leitung, die Arbeiter sind bereits vor Ort. Zwei, drei Stunden später ist der Schaden behoben und der Strom wieder zurück. Für heute.

Auf eine offizielle Reaktion von Eskom zu unserer Störungsmeldung warten wir bis heute. Der Fall noch immer pendent. Dafür folgen nun wieder Informationen, wann für wie lange der Strom geplant abgestellt wird. Load Shedding, ein weiteres Mal. So nützt es nur bedingt etwas, wenn die Stromzufuhr zwar wieder funktioniert, doch nun planmässig wieder alles abgestellt wird. Und diese dauernden Unterbrüche sind wohl auch nicht gerade schonend für die doch schon eher marode Infrastruktur. Unser alter Transformator war übrigens Baujahr 1986. Tja, this is Africa.

Man liest sich!

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