284) Und dann kommt die Flut

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Immer wenn sich ein Gespräch über das Wetter dreht, kommt über kurz oder lang die Flut ins Spiel. Eine Flut die für die Dämme Gold wert ist. Sie kam…

Wir haben schon so viel gehört von der Flut, die Montagu und die Farmen um uns herum einfach brauchen um Wasser für die Dämme zu bekommen. „Die Farmen sind so konzipiert, dass nur eine Flut die Dämme füllt.“ „Früher gab es immer diesen Stark-Regen, dass das Wasser nicht versickert, sondern direkt in die Dämme fliesst.“ „Es ist Zeit, für eine nächste Flut.“ „Ich bin sicher, es wird im März noch eine Flut kommen.“ Dies nur einige dieser Aussagen. Fast alle Farmen um uns herum kämpfen immer noch mit Wasser-Knappheit, man sieht deren leere Dämme und einige beklagen auch, dass die Bohrlöcher leer sind und kein Wasser mehr zu Tage befördern. Ein schlimmer Anblick. Doch dann kommt die Flut…

Montagmorgen. Barbara sagt noch, dass ihre Wetter-App ein wenig Regen prognostiziert. Wir schmunzeln, der Himmel ist wolkenlos, wie eigentlich jeden Tag an einem typischen Sommer-Tag hier auf dem Olijvenhof. Doch gegen Mittag ziehen erste Wolken auf. Aber auch dies haben wir schon so oft erlebt ohne dass danach Regen unsere Bäume bewässerte. Wir haben die Bewässerung für unsere Bäume auch an diesem Tag in Betrieb, ich kontrolliere noch am Nachmittag ob auch jeder Baum die Tropfen Wasser bekommt die er braucht und dass nirgends ein Leck Wasser verschwendet. Doch irgendetwas ist anders an diesem Nachmittag. Die Wolken verdichten sich und der Wind weht aus einer anderen Richtung als sonst. Wir schauen fast minütlich an den Himmel, er verändert sich. Erste Regenschwaden sind sichtbar. Auch da und dort ist ein Blitz am immer noch sonnigen Himmel zu entdecken. Aus der Ferne hören wir Donner. „Es wird wohl wie so oft an uns vorbeiziehen“, „wenn es nur Regen würde“ unsere Gedanken. Doch bald kommt die Flut…

Halb vier, ich spüre unter den Oliven-Bäumen bei der Arbeit, erste Tropfen. „Das wird es dann wohl auch schon wieder gewesen sein“, mein erster Gedanke. Wir finden uns zusammen mit Fynn und Ziva zum täglichen Apero ein und dann beginnt es zu Regen. Zu regnen wie wir es noch nie erlebt haben hier auf dem Olijvenhof. Kurz gesagt, innerhalb von guter einer halben Stunde regnet es 32 Liter pro Quadratmeter. So Farmer sind wir mittlerweile, dass wir dies genau messen und rapportieren. Das entspricht in etwa 10 Prozent der letztjährigen Regenmenge bei uns. Es prasselt nur noch nieder. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Wiese in unserem Garten geflutet, steht unter Wasser. Die Strasse für den Traktor in der Plantage, ein Bach. Der Hausplatz durchtrennt mit einem Bach. Noah hätte jetzt spätestens mit dem Bau der Arche begonnen. Eine unglaubliche Menge Wasser prasselt in wenigen Minuten auf uns nieder. Wir sind baff. Ich frohlocke: „morgen habe ich frei, die Bäume brauchen kein Wasser“. Spätestens am Dienstagmorgen ist es vorbei mit der Freude auf einen freien Tag denn es kam ja die Flut.

Pfirsichsteine, Millionen davon die auf unseren Vorplatz liegen, sind weggeschwemmt. Eine Brücke über den meist trockenen Bach fehlt und wir vermuten bereits einen Diebstahl, doch wir finden sie etwa dreissig Meter weiter eingeklemmt unter einer weiteren Brücke. Da wäre auch noch ein umgekippter Baum. So benötigen wir mehr als einen halben Arbeitstag um die Spuren der Flut zu beseitigen. Doch es bleibt die Freude über Regen. Unvorstellbar für Schweizer doch Schweizer in Südafrika freuen sich über das Nass von oben. Auch wenn es mit Arbeit verbunden ist.

Man liest sich!

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