275) Silvester-Überraschung der anderen Art

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Dass der Silvester mit neuen Lockdown-Regeln ein besonderer Abend wird, war uns von Anfang an klar. Wie speziell, konnten wir aber nicht ahnen.

Silvester-Abend, Zeit sich fürs Gala-Dinner im Restaurant in Montagu bereit zu machen. So weit, so normal. Da ist aber gerade noch eine weitere Geburt von einem Lämmchen dazwischen gekommen. Ist es für einmal „bloss“ ein Einzelkind oder kommt da noch ein zweites? Wir sollten doch so langsam aber sich los. Schliesslich ist es schon nach Vier. Dieses Jahr beginnt nämlich der ungewöhnliche Silvester auch ungewöhnlich früh. Neuesten Covid-Regeln zufolge müssen wir nämlich bereits um 21.00 Uhr zu Hause sein. Ausgangssperre von 21-bis 06.00 Uhr. Die Restaurants schliessen um 20.00 Uhr. Zeitig startet also das Gala-Dinner um 17.00 Uhr. Ziemlich früh für Silvester. Zum Glück zeigt uns die Schafs-Mutter, dass sie tatsächlich „nur“ ein Kind gebären wird, dass sie die Fütterung des Neuankömmlings unter Kontrolle hat und wir nun beruhigt zum Silvester-Dinner fahren können.

Das Essen ist vorzüglich und wir sind begeistert. Schade bloss, endet der Abend bereits um acht Uhr wieder. Oder vielleicht zum Glück für uns und unsere Farm?

Kaum richtig zu Hause angekommen, steht der Mieter unseres Cottages vor der Tür. Er braucht mehr Feuerholz. Gebe ich ihm, auch wenn ich es komisch finde, dass er bereits so viel Holz verfeuert hat. Egal, was ich aber fast gänzlich nicht registriere, dass da ja noch ein fremder Mann dabei war. Gemietet ist das Cottage von einem jungen Ehepaar mit Kleinkind. Irgendwie im Moment egal, denn wir wollen nur nach den Schafen schauen und sie vor allem vor Eintritt der Dunkelheit im Gehege haben. Silvester-Gala-Dinner-Kleider weg, Farm-Schaf-Kleider an und los geht das Schafe-Heimtreiben. Alles verläuft mehr oder weniger reibungslos. Doch, was ist dort für ein Feuer bei unserem Guest-Cottage? Das ist ja mitten unter dem Holz-Vordach. Zwei Meter weg von der eigentlichen Feuerstelle, das sehen wir von Weitem. Mittlerweile sind alle Schafs-Mütter und -Kinder gesund und munter im Gehege angekommen. Doch das ist noch die leichteste Aufgabe an diesem speziellen Silvester-Abend.

Wir eilen strammen Schrittes zum Guest-Cottage. Tatsächlich, der schwere Stahl-Glas-Tisch ist weg von seinem ursprünglichen Platz und vier Erwachsene und zwei Kinder erfreuen sich des Feuers. „Seid ihr komplett verrückt“ ist meine erste Ansage. „Was fällt diesen Idioten eigentlich ein?“ mein zweiter Gedanke. Gefährliches Feuer an der falschen Stelle, Personen auf dem Grundstück, die weder bezahlt noch etwas auf dem Grund zu suchen haben. Der Gedulds-Faden zum Reissen nahe. „Nein, die zwei bleiben nicht über Nacht“ versucht der Mieter zu erklären, obwohl nur ein Auto auf dem Parkplatz steht. „In fünf Minuten beginnt die Ausgangssperre, die zwei und Kind müssen schleunigst verschwinden“, unsere Antwort. „Ihr war nicht hier, ich hatte Angst um unsere Sicherheit“, der lächerliche Versuch einer Erklärung unseres Vermieters. Plötzlich dreht die Begleitung der nicht bezahlenden Gäste durch. „Ihr seid Rassisten (alle anwesenden ausser uns sind schwarz), das ist mein Cottage für heute Nacht, ihr habt uns gar nichts zu sagen.“ Somit ist auch unsere Geduld zu Ende. „Wir sind in zehn Minuten zurück, und dieses Paar mit Kind ist weg“ unsere klare Ansage. Zehn Minuten später ziehen sogar alle aus. Schliesslich will der Mieter nicht nach Beginn der Ausgangssperre zurück zu uns und seiner Frau mit Baby fahren. Plötzlich scheint die Ausgangssperre doch ein Problem zu sein. So erleben wir zu Silvester eine Erfahrung, die gut im 2020 bleiben kann. Wir geniessen noch die letzten Stunden eines speziellen Jahres und rutschen gesund und munter, ohne Mieter auf der Farm ins 2021.

Mittlerweile ist unsere Schaf-Herde um acht Babies gewachsen. Sieben erblickten 2020 das Licht der Welt. Mindestens in dieser Hinsicht war 2020 fruchtbar und das 2021 beginnt erfreulich.

Man liest sich!

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