274) Überraschung(en)

am

Rechnerisch wird es bald losgehen mit der Geburt von Schafen. Dass sich die Natur nicht immer an „Gesetze“ hält, erleben wir diese Woche hautnah.

Die Schwangerschaft unserer Schaf-Art dauert zwischen 150 und 152 Tage, erklärte uns einmal der Tierarzt. Der Bock ist am 30. Juli zu uns gekommen. Gegen ende des Jahres rechnen wir also mit Nachwuchs. Die meisten Schafe werden täglich dicker. Die Euter wachsen rasch und so sind wir zuversichtlich bald Nachwuchs zu bekommen. Montagmorgen, ich lese noch die Zeitung ist Barbara unterwegs in den Keller zu unseren Oliven. Aufgeregt rufend kommt sie schnell zurück: „Ein Schäflein ist geboren“, ruft sie mir zu. Sofort eilen wir natürlich auf die Weide, wo wir die Mutter schon von weitem hören. Das Baby liegt daneben, rührt sich nicht. „Ist es tot?“, fragt Barbara. Zum Glück sehen wir aber schnell dass sich das Baby bewegt. Die Mutter ist immer noch mit Putzen beschäftigt, die Geburt noch nicht lange her. Aufgeregt sind wir in diesem Moment glaube ich alle. Wir beobachten die zwei ein wenig und lassen sie dann alleine. Wie so oft in Farm-Dingen, google ich mal was nun zu beachten ist. Das wichtigste natürlich, das Lämmchen muss in den ersten vier Stunden unbedingt trinken. Also schauen wir immer mal wieder zu den beiden um sicher zu sein, dass dies auch klappt.

Immer mal wieder sehen wir das kleine nach den Zitzen suchen und sind aber nie richtig sicher, ob es auch trinkt. Wir vermuten dass alles schon gut ist. Gegen Abend verlässt die Mutter zusammen mit dem Kind sogar schon die Weide. Doch die Kleine liegt irgendwie nur rum. Sollen wir mal den Nachbarn anrufen? Er hat ja viel mehr Erfahrung mit Schafen. Barbara ruft seine Frau an und eigentlich bevor das Telefongespräch beendet ist, steht er schon bei uns. Nachbarschafts-Hilfe funktioniert sehr schön. Als ist sich das Lämmchen der Situation bewusst, steht es auf, geht zur Mutter und trinkt vor unserer aller Augen lange und viel. „Alles gut“, meint Nachbar Kiewiet und wir sind alle erleichtert. Tag Zwei ist das Lämmchen bereits mit der Mutter auf Wanderschaft und wir haben keine Zweifel mehr, dass Mutter und Kind wohlauf sind. Nun kehrt wieder Ruhe ein. Bis Donnerstag.

Donnerstagmorgen gehen alle Schafe auf Wanderschaft. Nur eines bleibt alleine auf der umzäunten Weide zurück. Steht eine weitere Geburt bevor? Tatsächlich kurz nach zehn Uhr feiern wir zum zweiten Mal die Ankunft eines Lämmchens. Alles verläuft wunderbar und wir sind nun auch schon ein wenig routinierter und entspannter. „Schade, wieder keine Zwillinge“, bemerke ich. Hauptsache beide gesund. Kurz vor Mittag bemerkt Barbara, dass die junge Mutter ihr Kind alleine zurück gelassen hat. Sie geht nachschauen. Kommt sofort und rufend zurück: „Es kommt ein zweites, ich sehe den Kopf, doch es kommt nicht raus, wir müssen helfen.“ Nun werden wir wohl um eine weitere Erfahrung reicher. Ich versuche das Schaf festzuhalten, was nicht so einfach ist und Barbara möchte als Geburtshelferin amten. Gerade als ich das Schafe ein wenig unter Kontrolle habe, sagt Barbara: „Lass los, es kommt“. Alles nochmals gut gegangen und wir haben am heiligen Abend Zwillings-Lämmchen als Geschenk bekommen. Nun ist unsere Herde also auf zehn angewachsen und es ist bestimmt noch nicht der letzte Nachwuchs. Der Bock hat sich aus dem Kindergarten verabschiedet und weidet neu mit Kiewiets-Schafen auf unserer Weide.

So haben wir also in der Weihnachtswoche grosse Bescherung bekommen. Weihnachtlicher könnte es nicht sein. Bei Sonnenschein und Temperaturen von über dreissig Grad, wurde es doch festlich.

Man liest sich!

Folgt uns auf Instagram: instagram.com/olijvenhof

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s