265) Die Geschichte mit der Steckdose

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Eine Woche ganz im Zeichen der Bauarbeiten. Mit vielen Überraschungen, nervigen Momenten und einem (hoffentlich) baldigen Happy-End.

Woche zwei der Baustelle. Als der Chef-Arbeiter am Montag endlich reichlich verspätet bei uns eintrifft sind seine ersten Worte: „Bis Ende Woche bin ich fertig“. Die Afrikaans-Stunde haben wir kurzfristig gestrichen, da die Arbeiter halt eben erst gegen Neun eingetroffen sind, statt um halb Acht. Gut bezahlen wir alle Arbeiten und Arbeiter nicht nach Stunden sondern nach Ergebnis. Somit kümmert es uns nicht so sehr, wenn sie verspätet eintreffen. Auch wenn es natürlich unsere Planung immer durcheinander bringt. Hauptsache es läuft nun endlich was und wir kommen dem Ziel täglich näher. Mittwoch und Donnerstag können wir bereits mit malen im neuen Shop beginnen. Alle Trocken-Mauern sind gesetzt, verspachtelt und bereit für den Anstrich. Da bin ich am Zug und wohl typisch afrikanisch brauch ich auch bedeutend länger als eigentlich geplant. Typisch schweizerisch, nervt mich das. Als wären während Bauarbeiten die Nerven nicht schon genug angespannt, kommt mal wieder der Vor-Arbeiter auf mich zu. „Ich brauch noch das und das und das.“ Und wie immer heisst das für uns, ab in den Baumarkt, die Einkaufs-Liste von ihm abarbeiten und was in unser Auto passt mitnehmen. Den Rest holt er dann selber ab. Täglich fahren wir so nach Montagu zum einkaufen oder bezahlen. Ich hab immer schön im Griff, mindestens mehr oder weniger, ob auch alle bezahlten Teile bei uns auf der Baustelle eintreffen. Man weiss ja nie. Doch irgendwann reisst der Geduldsfaden und ich erkläre dem Chef der Arbeiter, dass er nun bitte alles fein säuberlich notieren soll und es doch das letzte Mal sein soll, wo wir einkaufen gehen. „Ja, bestimmt, nun hab ich alles.“ Er bestätigt mir es am Freitagmorgen beim letzten Einkauf sogar nochmals. Freitagnachmittag, Zeit für Feierabend. Leider ist die Baustelle noch nicht beendet und der Vor-Arbeiter kommt zu mir um zu erklären was er noch braucht…. Montag ist er nun bestimmt fertig und die letzten Teile, die er am Montag noch besorgen muss, sind wirklich die Letzten. Was soll’s, das End-Ergebnis lässt sich sehen, übertrifft unsere Vorstellungen und das ist und bleibt das Wichtigste. Egal wo auf der Welt, wer baut kann wohl immer Geschichten erzählen. Da wäre noch so eine Geschichte…

Freitag-Mittag ist der Shop bezugsbereit. Die Arbeiten laufen nur noch auf der neuen Gäste-Toilette im alten Shop und somit können wir endlich unsere neuen Ideen in den Laden bringen. Möbel schleppen, Möbel zurück tragen, weil sie doch nicht passen. Neue Ideen umsetzen und so weiter, bis alles, ausnahmslos alles unseren Vorstellungen entspricht. Die Möbel sind an ihrem Platz, es kann eingerichtet werden. So geht’s für den Aufbau eines Gestells ans zusammen schrauben. Das Regal muss an der Wand fixiert werden um sicher für unser Geschirr zu stehen. Bei Trocken-Mauern so eine Sache. „Wo ist bloss das Holz dahinter, damit ich die Schraube setzen kann“, frage ich Barbara. „Genau von dieser Ecke hab ich ein Foto für Instagram geschossen“, sagt sie erfreut. Weniger erfreut bemerkt sie umgehend: „Moment da müsste ja noch eine Steckdose sein“. Tatsächlich auf dem Bild klar ersichtlich, da ist eine Steckdose. Nun ist sie hinter der Trocken-Wand verschwunden. „Jonathan, komm her“, rufen wir unserem Vor-Arbeiter zu. „Schau Dir das Bild an, da ist eine Steckdose.“ Seine Reaktion, ein herzliches Lachen. „He die Wand ist verspachtelt, frisch gestrichen, mit einer gemischten Farbe, die ich so nicht mehr habe“, meine Antwort.

Die Steckdose rechts ist verschwunden…

Bevor wir mehr dazu sagen können, schaut er das Foto an, misst ein wenig und setzt mit dem Teppich-Messer an. „Weißt Du was du da machst?“, meine Frage. Er schneidet langsam weiter. Ich verdufte mit den Worten: „Ich gehe jetzt besser eine Rauchen, sonst…“ Barbara kommt bald zurück ins Haus. „He, das hat er super gemacht, noch die Blende montieren und man sieht nichts“. „Die Blende hab ich wohl weggeschmissen“ wird Jonathan mir später erklären. „Ich bring dann eine mit“, seine entschuldigende Worte. Oder er versucht sie mir dann am Montag beim Einkauf unter zu jubeln. Ich bin gespannt und jetzt entspannt. Schliesslich kommt alles schon gut. Was nerve ich mich auch.

Man liest sich!

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