263) Bau mit Hindernissen

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Die Woche verläuft entspannt und wie geplant – bis es Freitag wird und unser Bauprojekt startet oder starten sollte…

Oft frage ich mich während der Woche, worüber schreibe ich im nächsten Blog? Diese Woche im Besonderen. Es ist eine ganz normale Woche. Wir erledigen viele Dinge, beobachten die Bäume die nun bereits im Frühling angekommen sind und viele, viele Knospen tragen und bald zur Blüte kommen. Worüber könnte ich schreiben? Doch dann wird es Freitag…

Freitag ist der Tag an dem unser „Wendy-Haus“ geliefert wird. Eine Fertig-Haus-Variante für Garten- oder Wohnhäuser für Arme. Wir werden daraus unseren neuen Shop kreieren und ein einladendes „fancy“ Bistro gestalten um in Zukunft nebst Oliven-Tastings begleitend dazu auch eine leckere Käse- und/oder Fleisch-Platte anbieten zu können. Alles mit lokalen Produkten natürlich. So schliessen wir eine Lücke die in Montagu noch besteht. Alles mit dem Ziel mehr Leute auf unsere Farm zu locken um mehr Kunden in unserem Shop zu haben. Wer möchte nicht mal entspannt unter einem Oliven-Baum picknicken? Freitag wird das Haus geliefert und aufgebaut. Von einer Firma aus Kapstadt. Obwohl von der Produktions-Stätte zu uns, eine Fahrzeit von gut zwei Stunden besteht, erwarten wir die Lieferung schon fast zum ersten Morgenkaffee. So sind wir Schweizer in Südafrika nun Mal. So gegen zehn sollten die Männer und das Haus sicherlich hier sein. Um elf fragen wir dann doch mal nach. „Die sind heute um sechs Uhr losgefahren“, bekommen wir zur Antwort. Nun gut, lass uns mal Mittagessen, die werden sicherlich bald eintreffen. Nach dem Essen, kurz vor zwölf, immer noch kein Lastwagen, kein Fertig-Hause rein gar nichts in Sicht. „Ich ruf die nochmals an“, sagt Barbara. Die Antwort: „Vielleicht war es auch 20 nach Sechs und vergesst nicht, die kommen mit einem grossen Lastwagen“. Gut, solche Lastwagen sieht man zur Genüge auf südafrikanischen Strassen die mit 60 Stundenkilometer, rauchend auf der Autobahn kriechen und riechen als würden sie eher mit Heizöl denn mit Diesel angetrieben. Warten wir mal ab. Eine weitere Stunde später, reisst des Schweizers Gedulds-Faden. Wir rufen mal wieder an. „Sie sind in Ashton“, die Antwort. Somit noch zwanzig Minuten von uns entfernten. Bleiben wir mal locker und warten weiter. Zwei Uhr Nachmittags wir warten immer noch. Es regnet mittlerweile ziemlich stark, der Wind bläst schon seit frühmorgens heftig, wir würden verstehen, wenn heute niemand ein Fertig-Haus aufbauen möchte, doch eben, sie sind ja schon seit mittlerweile acht Stunden unterwegs, falls sie denn die eigene Firma nicht anlügen. „Gut möglich, dass die irgendwo pausieren und einfach warten, bis sie vom Chef zurück gepfiffen werden“, sind wir uns einig. Doch scheinbar sind die wirklich unterwegs zu uns. „Ich fahre mal zur Hauptstrasse und halte Ausschau. Dabei kann ich gleich noch unsere neue Werbe-Flagge kontrollieren, die wir gestern montiert haben. Doch nein, sie hängt geknickt im Wind und ist kaputt. „Heute ist wirklich ein guter Tag“, denke ich mir, alles läuft schief.

Von unseren Häusle-Bauern, weit und breit nichts in Sicht. Das darf doch nicht wahr sein. Es ist halb Drei und die sind um sechs Uhr los gefahren. Selbst im Schritt-Tempo müssten die hier sein. Dann irgendwann die Antwort, auf unseren unzähligsten Anruf. „Sie sind bei der Tankstelle in Montagu und wissen nicht weiter. Könnt ihr sie abholen und zu Euch lotsen?“ Machen wir. Ich finde sie schlafend vor und wecke sie mit Hupen und nun folgen sie mir. „Hoffentlich sieht mich keiner“, denke ich mir, während ich mit 40ig auf der Autobahn Richtung Olijvenhof schleiche. Irgendwann erreichen wir die Farm. Die Jungs machen sich sofort an die Arbeit. Nicht aber ohne vorher noch nach Kaffee zu fragen, sie seien seit zwei Uhr morgens unterwegs und müde…

„Arbeitet ihr jetzt erstmal“, bekommen sie von Barbara als Antwort, „wir warten auf Euch schon den ganzen Tag. Doch zum Glück geht es zügig voran und sie arbeiten wirklich fleissig, exakt und pflichtbewusst, auch wenn es mittlerweile schon sechs Uhr abends ist. Wir Essen nun mal und es wird immer dunkler. Es klopft an der Tür. „Es ist zu dunkel, wir müssen über Nacht hier bleiben, ich frage den Boss, ob er uns Geld überweist, damit wir was zu Essen kaufen können“, sagt mir der Vor-Arbeiter. „Macht mal“, gebe ich zur Antwort und höre ihr Telefongespräch mit dem Chef. So gut ist mein Afrikaans mittlerweile, dass ich raus höre wie sie ordentlich zusammen gestaucht werden. Sie fahren gegen halb neun mit dem Lastwagen los, Richtung Montagu zum Abendessen. Früh morgens kurz nach Sechs sind sie wieder da und beginnen sofort mit dem weiteren Aufbau.

Sie haben die Nacht bei der Tankstelle verbracht und sind nun tatsächlich, samstags um halb Zehn mit dem Aufbau fertig. Wie auch immer: Ziel erreicht, mit vielen Umwegen, aber das ist nun mal so in Südafrika. Jetzt sind wir am Zug und gestalten und vollenden das Fertig-Haus nun zu unserem Bijou. Es kommt halt schon immer alles gut in Südafrika.

Man liest sich!

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