259) Acht Schafe

am

Warum wir plötzlich einen Helfer unter den Bäumen mehr haben. Weshalb unsere Nerven immer mal noch belastet werden – alles im neuen Blog.

Sechs Wochen sind rum, der Bock hatte genügend Zeit für seine Pflichterfüllung. Das Ergebnis bekommen wir dann hoffentlich in einigen Monaten zu Gesicht. Zeit also, dass er nach Hause geht. Dort war er ja schon länger nicht mehr. Bevor er zu uns kam, weilte er schon für 6 Wochen bei unserer Nachbarin, also bei deren Schafen. „Ich schreib Louis mal eine Whatsapp, wann wir ihm den Bock bringen können“, sagt Barbara und dann hören wir mal einen Tag lang nichts. Vielleicht will er ihn auch gar nicht mehr. Wir hörten, dass er einen neuen Bock sucht um eine Blutauffrischung in seine Herde zu bringen. Komisch trotzdem, dass wir nichts hören. Dann meldet sich die Nachbarin, sie nimmt den Bock wieder zurück. Louis habe sie gefragt, ob sie nicht den Bock noch ein wenig nehmen kann. „Wenn das so ist“, erläutern wir, „dann behalten wir ihn gerne“. Wir sind um jeden Rasenmäher und Dünger-Produzenten unter den Bäumen froh. Schliesslich haben wir ja tagsüber schon 30 zusätzliche Schafe vom Nachbarn im Olivenhain. So bleibt der Bock nun vorerst bei uns. Ich glaube sogar für immer. So ist es halt. Alle anderen Farmer um uns herum haben Schafe des Fleisch-Ertrags wegen. Wir haben sie aus oben erwähnten Gründen. Freuen uns auf zahlreichen Nachwuchs, damit dann irgendwann die Gräser auf der ganzen Farm von unseren eigenen Schafen kurz gehalten werden. Im Gegensatz dazu frisst der Bock beim Nachbarn bloss den Mutterschafen und Lämmer das Gras weg. So passt es nun für alle.

Dass wir nicht direkt vom Nachbarn was hörten ist wohl typisch. Barbara hat geschrieben und da wir Louis noch nicht persönlich kennen, nimmt er lieber den Kommunikations-Umweg über die Nachbarin. Selbst wenn man sich besser kennt, Männer sprechen mit Männern. Frauen mit Frauen. Die Begrüssung (ausserhalb von Corona) von Frau zu Frau herzlich, von Mann zu Mann ebenfalls. Doch überkreuz sehr reserviert. Wohl nicht minder liebevoll gemeint, aber einfach distanziert. Immer wieder amüsiert es uns und trotzdem haben wir nicht realisiert, dass wohl besser ich Louis geschrieben hätte. Wir werden es irgendwann verinnerlichen. Auch heute am Markt. Ein anderer Nachbar kommt mit seiner Frau an unserem Stand vorbei. Wir unterhalten uns, der Nachbar schaut bloss mich an, spricht eigentlich nur mit mir, obwohl wir uns eigentlich zu viert unterhalten. Mit der Kommunikation ist es halt immer so eine Sache…

Unser Bau-Projekt ist noch kein Schritt weiter. (vergl. Blog) Keine weiteren Offerten sind eingetroffen. Einem schreib ich: „Wann kommt Deine Offerte?“ es sind ja doch schon zwei weitere Wochen rum. „As soon as possible“, seine Antwort. Innert drei Wochen scheint es also noch nicht möglich gewesen zu sein. Vergessen wir auch den und entscheiden uns für Jonathan. Unser Eindruck von ihm ist gut, sein Erscheinen zweimal pünktlich. Als Schweizer wünscht man sich fast nichts mehr. So noch zwei drei Fragen klären und er kann loslegen. Doch nun, Funkstille. Keine Antwort auf unsere Email, das Telefon ausgeschaltet und auf Whatsapp ist er schon seit Tagen nicht mehr online. „Das darf doch nicht wahr sein. Es nervt mich, bringt mich fast zur Verzweiflung. „Ist er verhaftet? Verschollen? Einfach so verschwunden? Sein Telefon geklaut? Rechnungen nicht bezahlt? Oder in die Baugrube gefallen?“ fragen wir uns. Es ist wirklich zum Haare raufen. „Müssen wir nun zurück auf Null?“ Es geht und geht nicht vorwärts und dann springt auch noch der einzig brauchbare ab oder verschwindet einfach. Freitag – Erlösung: „Sorry, ich war vier Tage auf einer Farm mit Bauarbeiten beschäftigt. Kein Handy-Empfang, kein Internet, nicht mal Strom ohne Generatoren. Liefere Dir die Antworten übers Wochenende“, schreibt er. „Jonathan is back“, verkünde ich Barbara fröhlich. Hoffentlich geht’s nun endlich vorwärts. Nichts ist ja unmöglich in Südafrika.

Man liest sich!

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