254) Die Woche des Wahnsinns

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Als ganz normale Woche geplant, verkommt die Woche zur wahnsinns-Woche mit einigen Zwischenfällen. Oder ist es einfach eine ganz normale Woche im Leben in Südafrika?

Montagmorgen. Zeit für unsere Afrikaans-Stunde. Anschliessend geht es noch kurz zum Einkaufen und dann zurück auf die Farm. Montag und Donnerstag, wenn wir eben morgens Afrikaans-Unterricht geniessen, sind nicht so meine Lieblings-Tage. Nicht wegen des Unterrichts sondern weil dann irgendwie jeweils schon der halbe Tag rum ist, bevor man überhaupt was Produktives auf der Farm erledigen kann. Entsprechend kurz fällt das Mittagessen am Montag aus, ich will so schnell wie möglich weiterpflügen, damit wir passend mit den Niederschlägen endlich zwischen den Bäumen alles fertig säen können. Kurz nach zwölf geht’s los und ich pflüge die Reihen rund um unser Haus. Es muss vorwärts gehen, schliesslich sind wir am Dienstag fast den ganzen Tag unterwegs. Es läuft problemlos bis es knallt. Zwei Schrauben brechen an der Aufhängung, der Pflug hat sich an einem riesen Brocken von Stein festgekrallt. Neue Schrauben, kein Problem, doch wo ist bloss das eiserne Teil hingeflogen, welches dringend benötigt wird? – Ich finde nirgends gebrochene Schrauben, ich finde nirgends das wichtige Metall-Teil. Mittlerweile sucht auch Barbara mit. „Die Spannung war wohl so gross, das ist irgendwo hin geflogen. Zum Glück nicht in meine Richtung“. Das Pflügen ist somit für heute beendet. Meine Laune entsprechend mies.

Dienstagmorgen, wir fahren früh los, eine zweistündige Reise nach Stellenbosch steht uns bevor. Muster abgeben von unseren Tafel-Oliven für einen Wettbewerb. Wir möchten möglichst viele Produkte von Experten beurteilen lassen, nur so lernen wir weiter und vielleicht gewinnen wir ja eine Auszeichnung. Die Fahrt ist mehr oder weniger eintönig und wir hätten ja auf der Farm noch so viel zu tun. Irgendwann im Verlaufe des Nachmittags sind wir zurück. Pflügen würde auf dem Programm stehen. Wir waren noch beim Verkäufer unserer Traktors auf der Hinfahrt nach Stellenbosch, leider hatte er das Teil nicht bereit, er musste es selber herstellen und schaffte es nicht auf den Zeitpunkt unserer Rückreise. Planänderung.

So werden wir nicht weiterpflügen, sondern im ersten Bereich mit säen beginnen. Wenigstens geht das planmässig und sogar schneller als erwartet. Mit Ziva und Fynn verbringen wir am Mittwoch einen Tag im eingezäunten Gegenhang zu unserem Wohnhaus und abseits von den Schafen. So sind diese in Sicherheit auch wenn uns die Hunde begleiten. Mittwochabend und alles ist ausgesät, wenn jetzt bloss schon der Rest gepflügt wäre. Eine grosse Bestellung ist in der Zwischenzeit auch noch eingegangen doch Barbara hat alles bereit. So dass wir nun gegen Abend auch noch Zeit finden, diese Bestellung zum Kurier zu bringen. Wenn wir schon unterwegs sind, fahren wir auch noch zum Traktor-Mechaniker und holen das Metall-Teil. So kann ich dann am Donnerstag pflügen. Dies mindestens ist der Plan.

Es läuft auch alles wie geplant. Hätte dann bloss der Kurier unsere Lieferung nicht vergessen. Und, Donnerstag ist ja eben auch noch Afrikaans-Unterricht. Wieder ein halber Tag ohne Arbeit auf der Farm. Donnerstagnachmittag, ich kann endlich wieder pflügen. Es läuft und ich komme endlich wie gewünscht vorwärts. Also mindestens bis der Traktor den Geist aufgibt. Nichts geht mehr. Ein kurzes Flackern des roten Lämpchens, ein Stottern, das war es. Der Tank ist nicht leer,  für mehr reicht mein Verständnis nicht. Der Mechaniker wird am Freitagmorgen gleich kommen wird mir versichert. In der Zwischenzeit haben wir noch eine Buchung für unser Cottage bekommen. Ab Freitag bis Montag werden Gäste aus Kapstadt dort wohnen. Das Häuschen muss nach der Winterpause aber noch geputzt werden. Und, ich bin ja am Freitagmorgen unterwegs nach Paarl. Muster unserer Öle abgeben für den grossen Contest der Oliven-Bauern in Südafrika. Gut, kann Barbara das Cottage bereits am Donnerstag fertig bereit machen. Also, bis sie mitteilt: „irgendwas mit dem warmen Wasser stimmt nicht“. Doch auch das haben wir noch hinbekommen, genau so wie wir pünktlich die Muster abgeben haben, der Traktor wieder zum laufen gebracht wurde und die Gäste zu frieden im Cottage ihr Wochenende verbracht haben.

Also irgendwie doch eine normale Woche mit einem wie immer guten Abschluss.

Man liest sich!

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