253) Der Bock ist da

am

Unsere Schaf-Herde bekommt Zuwachs. Endlich ist die richtige Zeit gekommen um einen weiteren Schritt Richtung kompletter Biodiversität zu gehen und dann ist da ja immer noch der Lockdown.

Unsere Schaf-Familie ist nun gewachsen. Aber nur für sechs Wochen. Dann in fünf Monaten wird sie hoffentlich für immer vergrössert zu werden. Denn, der Bock ist da. Er ist aus der Nachbarschaft und war vorher für sechs Wochen bereits an unsere direkte Nachbarin ausgeliehen. Von ihr haben wir auch unsere Schafe. Er wird also in der ganzen Gegend von Frauen-Gesellschaft zu Frauen Gesellschaft weiter gereicht. Ein schönes Leben hat der Junge. Klar erkennt man einen Bock immer unter all den Weibchen. Unser sechs Wochen-Feriengast fällt nicht nur deshalb auf. Er ist auch der Kleinste. Ein herziges Bild. Der Umzug verlief ähnlich wie bereits bei unseren Schafen. Mit dem Auto und unter tatkräftiger Hilfe unserer Nachbarin. Der Bock fühlte sich sofort wohl bei uns. Kein Wunder, unsere sieben Schafe stolzierten in Reih und Glied hinter ihm her. So ist es also als Hahn im Korb oder eben Bock unter den Schafen. Wenn alles klappt wie geplant, dann könnten wir im perfekten Fall im Januar unsere Herde von sieben auf 21 Schafe verdreifachen. Sind doch unsere Schafe berühmt für ihre Zwillingswürfe. Aber, wir leben ja in Afrika und da kommt es sowieso wieder anders. Hauptsache es gibt ein paar gesunde Junge und unsere Herde wächst. Und vielleicht gibt’s ja dann auch was für den Grill. Und sonst, wissen wir wo es Lammfleisch zu kaufen gibt – schliesslich ist die kleine Karoo für Lammfleisch berühmt. Wichtig ist vor Allem, dass unsere Rasenmäher-, Unkrautvertilger- und Dünger-Crew grösser wird.

Die Düngung steht nun auch im Zentrum – endlich können wir die Reihen zwischen den Bäumen pflügen und dann gleich säen. Die Wetterprognosen stehen günstig, es soll immer mal wieder ein wenig Regen geben. Noch bin ich nicht so sicher, ob wir für unser Vorhaben in der Nachbarschaft doch eher belächelt werden. Einige Nachbarn sind die klassischen Farmer. Schon seit Generationen. Immer wieder höre ich in Gesprächen raus: „Machen wir so, haben wir schon immer so gemacht“. Neumodisches Zeugs braucht es nicht, funktioniert ja auch so. Mit jeder Menge Gift und vielem, vielem teurem Dünger. Teures, wirklich teures Zeugs wird in den Boden und an die Pflanzen gespritzt. Aber ja, wir verstehen es natürlich. Die meisten leben von Pfirsichen, Pflaumen oder Aprikosen. Für diese Produkte gibt’s Tagespreise und hast du weniger Früchte, weil du eben an die Umwelt denkst, verkaufst Du einfach weniger Früchte. Niemand verlangt im hiesigen Supermarkt Bio-Produkte. „Es hat, was es hat.“ Da sind wir in einer anderen Position. Oliven-Produkte sind kein Grundnahrungsmittel und wer Oliven mag oder im besonderen Oliven-Öl schätzt ist auch bereit einen Preis dafür zu bezahlen. Ist es noch „natural“ oder eben komplett Bio, wird auch dieser Preis bezahlt. So sind wir wohl nicht nur als Schweizer Exoten hier in Montagu, sondern mit unserer Sichtweise erst Recht. Hoffentlich zahlt sich das auch wie gewünscht aus.

Daneben befinden wir uns weiterhin im Level 3 des Lockdowns. Man muss mal wieder, wie damals bei den Wasserrestriktionen sehr „up-to-date“ bleiben um ja keinen Fehler zu begehen. Immer wieder gibt es neue Vorgaben oder auch Erleichterung. Nun ist plötzlich der Tourismus wieder geöffnet. Nur innerhalb der Provinz, aber immerhin. Vielleicht haben die Demonstrationen letzte Woche doch was gebracht. Wer weiss. Vielleicht bringt es auch was, dass der Präsident nun die Finger auf die Korruption drückt. 113 Millionen Euro sind verschwunden an Hilfsgelder und Unterstützungs-Beiträge seit Beginn des Lockdowns. Irgendwo hin, in irgendwelche Taschen. Das ist wirklich unglaublich. Das Entsetzen entsprechend Gross. Doch ändern wird sich sicherlich noch lange nichts. Zu gross ist das Netz der Korrupten – man deckt sich gegenseitig am Futtertrog der öffentlichen Gelder.

Man liest sich!

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