251) Der grosse Sturm

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Es war ein stürmischer Wochenstart auf dem Olijvenhof. Stürmische Zeiten bleiben es wohl in den kommenden Wochen im ganzen Land. Für uns Glück im Unglück – alles hier im neuen Blog.

Montagmorgen, wir sitzen zum ersten Kaffee zusammen mit den Hunden in der Stube. Es stürmt schon die ganze Nacht hindurch. Teilweise ist es wirklich unheimlich. Nun bläst es noch stärker und der Regen ist intensiv. Es wurde bereits am  Sonntag von gefährlichen Winterstürmen in der ganzen Kap-Region gewarnt. Plötzlich, uns stockt der Atem, es knallt, es scheppert, der Lärm auf unserem Dach nimmt kein Ende. Ziva flüchtet unter den grossen, massiven Esstisch und sucht Schutz. Wir sitzen regungslos da und schauen uns bloss mit grossen Augen an. Dann wird es ruhig, doch der Sturm bleibt. Ich gehe zu allen Fenster und schaue besorgt ins noch fast Dunkle. „Nichts zu sehen“, gebe ich ein wenig Entwarnung. Doch der Krach und der Schock liegen uns noch in den Knochen. Wir schlürfen den Kaffee zu Ende und Barbara geht ins Freie. Langsam wird es Tag. Barbara kommt zurück, „das musst Du Dir ansehen“, sagt sie bloss. Tatsächlich ein halber Baum liegt zwischen Garage und unserem Wohnhaus. Mehrheitlich ist er wohl auf einem Lagerraum geknickt und dann zum grössten Teil genau zwischen Haus und Garage gefallen. Der Schaden somit klein, eine gebrochene Dachrinne und ein bisschen Holzschaden am Vordach. Das war es. Wären wir zum Zeitpunkt draussen gewesen oder der Baum voll aufs Haus gekracht dies wäre nicht mehr glimpflich ausgegangen. Der Schock wird noch grösser als wir am Dienstagnachmittag als Regen und Sturm nachlassen mit Aufräumen beginnen. Gewisse Äste sind so schwer, dass wir sie zu zweit nicht wegtragen können, wir müssen sie an Ort und Stelle zersägen. „Ein solcher Ast auf Dir und das wär es gewesen“, sind unsere knappen Bemerkungen zum Glück im Unglück.

Eigentlich wäre an diesem Montag unser Afrikaans-Unterricht wieder gestartet. Doch niemand traut sich bei dem Wetter ins Freie schon gar nicht auf die Schnell-Strasse wo auch schon Lastwagen wegen Böen gekippt sind. So bleiben wir zu Hause, verschieben das Einkaufen auf Dienstag und die Unterrichtsstunde auf Donnerstag. Und auch hier wieder – Glück gehabt. Kurz nach zehn, dann wenn wir wohl nach dem Afrikaans-Unterricht auf dem Weg zum Supermarkt gewesen wären, flog dort das komplette Dach weg. Ja der Sturm war wirklich heftig und wir sind heil geblieben. Heil, fast Heil blieb auch unser Wochen-Projekt. Der Schafszaun – selber gebaut aus alten hunderten Metern von Zaun die noch auf der Farm rumlagen. Wir nützten das Regenwetter um im aufgeweichten Boden die Pfähle einzuschlagen. Plan funktioniert und Ende Woche ist die Farm nun so eingezäunt, dass die Schafe unter allen Bäumen weiden können. Die Rosen, der neue Garten oder sonstige Schützenswerte Schaf-Leckereien sind so in Sicherheit. Es war harte Arbeit, die sich aber gelohnt hat.

Hart geht’s nun auch im Lockdown weiter. Die Covid-19 Fälle steigen und steigen. Täglich kommen mehr als zehntausend neue Kranke hin zu, 300’000 aktuelle Fälle sind registriert. Der Lockdown wurde wiederum verschärft. Von 21-05 Uhr herrscht Ausgangssperre. Der Verkauf von Alkohol ist wiederum verboten. Das war es dann aber glaube ich schon mit der Verschärfung. Mini-Busse oder Taxis genannt, dürfen nun wieder mit voller Lade-Kapazität fahren. Vorausgesetzt, die Fenster sind geöffnet. Ja, man kann wirklich den Kopf schütteln über all die Regulierungen. Das Alkohol-Verkaufs-Verbot macht aber wahrlich Sinn. Nach der Wiederverfügbarkeit von Alkohol nahmen die Notfälle in den Krankenhäuser von Opfern von Unfällen, häuslicher Gewalt oder Schlägereien dermassen zu, dass nun der Riegel geschoben werden muss. Auf der anderen Seite liest man täglich von korruptions-Fällen wo Lebensmittel nicht bei den Bedürftigen ankommen und Gelder für Not-Spital-Infrastruktur nicht am richtigen Ort eintreffen. Gleichzeitig bettelt die Regierung bei Organisationen um Unterstützung für Test-Kits und sonstige medizinische Hilfe buttert nun aber doch Milliarden in die schon Tot-Gesagte Airline, einfach weil es aus Image-Gründen schon noch lässig ist eine Airline zu haben. Das Vertrauen in die Regierung schwindet täglich. Es werden harte Zeiten kommen.

Man liest sich!

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