244) Die seltsamen Geschichten des Lockdowns

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Ohne Ernte-Arbeiten werden wir uns dem Lockdown immer mehr bewusst – doch es geht vorwärts mit den Lockerungen. Mit welchen seltsamen Begebenheiten. Hier im neuen Blog.

Endlich. Am Montag geht es runter auf Level 3 im Lockdown. Wir kommen der Normalität wieder einen grossen Schritt näher. Der Weinkeller kann aufgefüllt, das Bier wieder den Feierabend-Durst löschen und vielleicht mal bei einem Gin-Tonic der Sonnenuntergang genossen werden. Nicht dass wir während den fast drei Monaten Lockdown alles geleert hätten. Nein, es war schon vorher alles ausgetrunken. Den Nachschub wegen der Ernte verpasst und vor allem haben wir das Ganze Alkohol-Verbot und sonstige Richtlinien für den harten Lockdown Ende März zu wenig ernst genommen. Hamsterkäufe waren also für uns gar kein Thema. Häufig haben wir dies bereut. Die Hamsterkäufe von vor dem Lockdown können nun aber dazu führen, dass wir am Montag gar nicht alles einkaufen können. Denn es ist bis Montag nicht nur der Verkauf von zb. Bier verboten, sondern auch deren Transport. Das heisst, wurden die Läden Ende März komplett leer gekauft, eröffnen sie am Montag auch mehr oder weniger leer. Dieses Mal werden wir hamstern. Ganz bestimmt. Zu vieles ist mit dieser Regierung nämlich unsicher.

Wurde bereits einmal der Verkauf von Zigaretten bei Level 4 vom Präsidenten im sonntäglichen Bericht zur Lage der Nation angekündigt, schloss dann am Montag die entsprechende Ministerin dies kategorisch aus. Erst ab Level 2 sollen die Zigaretten nun verkauft werden dürfen. Ein langer Weg durch den Schwarzmarkt zum Glimmstängel steht uns allen Rauchern noch bevor. Denn, erhältlich sind die Dinger schon noch irgendwie und irgendwo. Man braucht bloss Geduld und mehr Geld als beim normalen Zigi-Kauf. Der Schwarzmarkt blüht und wie. Ein grosser Player in diesem Schwarzmarkt ist übrigens der Sohn der besagten Ministerin. Diese ist wiederum die Ex-Frau von Korruptions-Präsident Zuma. Der Klüngel schaut immer gut zu sich. Auch wenn man fairer halber noch hinzufügen muss, dass Ministerin Zuma schon immer eine vehemente Nichtraucherin war. Ein fahler Nachgeschmack bleibt. Dass nun durch die hohen Zigaretten-Preise die arme schwarze Bevölkerung Zigaretten teilt und deshalb noch näher beieinander steht als sonst schon, ist nur ein Zeichen, wie Miss-Politik zum falschen Ergebnis führt. Auch der jahrelange erfolgreiche Kampf gegen den Schwarzmarkt wird so kampflos wieder aufgegeben. Und es fehlen Milliarden von Steuer-Einnahmen…

Lockdown

Weitere Zeichen sind zum Beispiel dass man nun wieder mit bis zu 50 Personen am Gottesdienst teilnehmen darf. Zum Frisör gehen ist weiterhin verboten obwohl ich zum Beispiel immer nur alleine zum Haareschneiden gehe. Bars, Restaurants und Diskotheken bleiben weiterhin geschlossen. Doch ich kenne Restaurants, die überhaupt weniger als 50 Plätze hätten. Kirchen und Religiöse Zentren darf in Südafrika jeder eröffnen und führen. So planen schon die ersten Bar-Betreiber, wohl eher im Scherz ihre Läden neu als Kirchen zu eröffnen. Vielleicht als Gin-Tology? Der Lockdown führt auf der ganzen Welt zu seltsamen Blüten, ich weiss. Hier irgendwie besonders und man spürt einfach, dass niemand grosses Vertrauen in die Regierung hat. Speziell ist jeweils, dass am Sonntag der Präsident die Lockerungen im Grossen und Ganzen bekannt gibt. Im Verlaufe der Woche dann die entsprechenden Minister die Spielregeln erläutern, ab und zu mit bösen Überraschungen. Ein feiner aber wichtiger Zug im politischen Geplänkel. Der Präsident verkündet in „ich-Form“ die frohe Kunde der Lockerungen. Die Regeln und schlechten Nachrichten bringen dann die Minister im Namen der Regierung später. Hinweise auf halb-öffentliche Grabenkämpfe im ANC. Vielleicht bringt so die Corona-Krise noch etwas Gutes, die Zersplitterung der Regierungs-Partei im Nachgang.

Und weshalb nun wirklich hamstern angesagt ist: Alle zwei Wochen wird die Situation überprüft und vielleicht werden dann gewisse Regionen, Gemeinden oder sogar Provinzen wieder auf Level 4 hoch gehoben. Wie genau und unter welchen Kriterien, dies wurde ganz typisch noch nicht erklärt. Man weiss es wohl noch nicht. Eine Woche ist bereits vorbei und wenn man die Covid-19-Fall-Zahlen anschaut, wäre eine Lockerung gar nicht angebracht. Die Zahlen steigen, die Kurve flacht nicht ab. Doch der Druck der Wirtschaft und der Bevölkerung ist wohl zu gross. Wie überall auf der Welt.

Man liest sich!

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