237) Wenn nur die Ernte-Helfer für Abwechslung sorgen

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Die Ernte läuft auf vollen Touren und wir sind froh über ein paar erholsame Oster-Tage. Die Oliven-Lese vereinnahmt uns komplett und Abwechslung ist rar.

Ernte-Woche Nummer Drei liegt hinter uns. Zum Glück kommen nun ein paar ruhige Oster-Tage. Die Ernte zehrt an unserer Substanz. Tagwache um 06.00 Uhr, Feierabend zwölf Stunden später. Wir sind noch mittendrin in der Öl-Ernte und verlieren dabei den Reifungsprozess der Tafel-Oliven nicht aus den Augen. Ein Teil der Farm ist leider vom Oliven-Käfer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Oliven sind angeknabbert und können so nicht mehr als Tafel-Oliven gebraucht werden. Nachfragen bei Experten und erfahrenen Oliven-Bauern bringen uns zum Entschluss einen Öl-Versuch zu starten. Einen Blend von diesen Oliven zusammen mit den Frantoio-Oliven. Gespannt warten wir auf die ersten Körbe aus diesem Teil der Farm und beginnen mit dem Pressen. Und siehe da, es funktioniert und der Blend schmeckt wie gewünscht. Glück gehabt und wir können so einen grossen Teil dieser Oliven retten. Das Ergebnis überrascht uns und so werden wir wie gewünscht, zusammen mit dem erfolgreichen „Lemon-Oil“ in Zukunft drei Öle in unserem Sortiment haben. Der Aufwand für dieses „Blend-Oil“ ist natürlich der gleiche wie für unser klassisches Öl. Einziger Unterschied, der Öl-Ertrag ist kleiner. So brauchen wir gut 1.5 Kilogramm mehr für einen Liter Öl. Aber besser als einen Teil der Ernte ganz zu verlieren.

So gleichen sich unsere Ernte-Tage wie ein Ei dem anderen. Doch glücklicherweise haben wir ja viele Erntehelfer. Die sorgen immer für Abwechslung. Montagmorgen: „Sir, wir müssen wegen dem Lohn sprechen“, begrüssen mich die Männer nach bereits zwei Wochen Ernte. „Der Mann auf der Leiter verdient normalerweise mehr, als die Frau die am Boden arbeitet“ erklären sie mir. „Ist das so?“, frage ich nach. „Ja ganz bestimmt“. „Ok, ich schaue das mit Barbara an“, verspreche ich halbpatzig und alle beginnen mit der Arbeit. Irgendwann erzähle ich Barbara die Episode zu Arbeitsbeginn. Da wir noch nie davon gehört haben, einige sowieso bei unserem Nachbarn unter Vertrag stehen und wir den Nachbarn bezahlen, messen wir dem ganzen keine Bedeutung zu. Zudem haben sie ja bereits zwei Wochen unter diesen Bedingungen gearbeitet. So viele Versuche mehr Lohn oder sonst irgendwie eine Erleichterung zu „Erschnorren“ haben wir in mehr als vier Jahren Südafrika schon von Arbeitern erlebt. Irgendwann vergesse ich es ganz und die Mitarbeiter auch. Es ist nie mehr ein Thema. Vielleicht dann nächste Woche wieder oder sie haben dann bereits eine neue Idee. Abwechslung Nummer zwei ist das Wetter. Plötzlich beginnt es ziemlich intensiv zu Regnen. Wie schön doch Regen ist, leider kommt er nachmittags ziemlich zu unpassender Zeit. Die Ernte ist somit für diesen Tag vorbei. Denn bereits nach wenigen Regentropfen verziehen sich alle unters Dach um kurze Zeit später sogar ganz nach Hause zu flüchten. Man könnte meinen, die Regentropfen seien pures Gift, so hektisch eilen sie alle nach Hause. Nun gut, sie sind pro Stunde bezahlt und bei den Oliven kommt es auf einen Tag früher oder später pflücken nicht drauf an. So spielt das dann keine Rolle. Zum Ende der Woche schlichtet Barbara noch ein Frauen-Tratsch- und Klatsch-Problem und somit ist die Truppe auch diesbezüglich wieder bei Laune. Selbst eintönige, wiederkehrende Ernte-Tage verlaufen so, nie in gewohnten Bahnen.

Sonst fehlt uns Abwechslung gänzlich. Wir schaffen es kaum von der Farm weg, was auch nicht weiter schlimm ist, es ist ja verboten. Der Lockdown wurde diese Woche um weitere 14 Tage verlängert. Bis Ende April ist es also weiterhin nicht erlaubt das Haus zu verlassen. Zum Glück darf im landwirtschaftlichen Sektor zur Lebensmittelgewinnung weiter gearbeitet werden. Und zum Glück scheint der Lockdown im Moment bezüglich Verbreitung des Virus erfolgreich zu sein. Mit knapp über 2000 Fällen, liegt alles noch im überschaubaren Rahmen. Möge es so bleiben.

Man liest sich!

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