233) Das böse Erwachen

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Der Techniker für die Oliven-Presse ist tatsächlich erschienen. Zum grossen Glück für uns – weshalb, hier im neuen Blog.

Man glaubt es kaum. Der Techniker für die Oliven-Presse ist da. Angekündigt auf halb Elf eingetroffen um Ein Uhr. Aber der arme Kerl ist seit Anfang Jahr ohne einen freien Tag rund um die Uhr im Einsatz. Meistens zum Wohle der Weinbauer, nun hoffentlich zu unserem Wohl beziehungsweise dem der Presse. Er hetzt von Notfall zu Notfall. So sind wir einfach froh, ist er nun hier. Wie froh, wissen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Am Morgen haben wir noch hastig das fast hundertseitige Manual der Presse studiert um wenigstens ein bisschen Ahnung von der Maschine zu haben. Es blieb für mich bei einem leisen Schimmer. So stehen wir nun beide wie in der Schulstunde neben ihm und hören gespannt seinen Ausführungen zu. Er hat Verständnis für uns und erklärt uns alles ausführlich. Dann ist es soweit und er beginnt mit den Unterhaltsarbeiten. Lässt die Presse einmal laufen und zum Vorschein kommt eine richtig dreckige Sauce. Geputzt wurde die Presse schon mal nicht richtig. Kein schöner Anblick. Ein Anblick der sich eine halbe Stunde später noch drastisch verschlimmert. Wir haben den Techniker mit der Maschine alleine gelassen und eilen dann wieder zu ihm als er uns ruft. Die nun geöffnete Presse sieht erbärmlich aus. Der Hauptmotor komplett verdreckt, sämtliche Dichtungen undicht und überall Öl. Mal von der Olive, mal von den Motoren. „Vielleicht übersteht die Presse noch diese Ernte, aber anschliessend muss dies alles komplett überarbeitet und sauber geputzt werden“, kommentiert er unsere schockierten Blicke. „Es macht keinen Sinn, das hinaus zu schieben. Wir haben noch Zeit bis zur Ernte und wollen dann sicher sein, dass alles funktioniert“, erklärt ihm Barbara umgehend. Er ist ein sehr freundlicher junger Mann, der Sohn des Firmeninhabers und er macht uns einen wunderbaren Vorschlag: „Ich nehme die Teile mit, revidiere alles, komme am Morgen wenn ihr mit der Ernte startet früh zu Euch. Montiere alles, dann zeige ich Euch wie man die Maschine sauber reinigt und dann starten wir gemeinsam mit dem Pressen. Ich bleibe dann den ganzen Tag bei Euch.“ Was für ein Angebot! Welches wir natürlich noch so gerne annehmen. „Da ist noch etwas“, fügt er an. „Es fehlt eine Pumpe um den Trester im Schlauch nach draussen zu pumpen. Der Schlauch ist hier, die Vorrichtung für die Pumpe, das Verbindungs-Stück, bloss die Pumpe fehlt. Ich war mal notfallmässig hier, als die Pumpe kaputt ging, borgte eine Ersatz-Pumpe aus, doch der Vorbesitzer wollte sie nicht kaufen.“ Nun gut, es gibt viel zu klären mit dem Vorbesitzer, schliesslich kostet die Pumpe 1500 Franken.

So haben wir nebst dem Schock des desolaten Zustandes einer nicht alten Presse, viel mit unserem Vorgänger zu klären. In Rücksprache mit dem Makler, konfrontieren wir ihn mit den Mängeln, der Verschmutzung und dem Fehlen der Pumpe. Und werden von A bis Z angelogen. „Service immer gemacht, sauber geputzt und eine Pumpe gab es nie“, so seine Antwort. Gut haben wir in der ersten Mail die Fotos nicht mitgeschickt, nicht geschrieben, was uns der Techniker alles erzählte und auch nicht erwähnt, dass Luwellen alles so bestätigt hat. So konfrontieren wir ihn mit all diesen Facts und Fotos. Nun herrscht seit vier Tagen Funkstille und wir warten auf seine Antwort. Da wir Haus und Hof mit der Presse gekauft haben, wird vorausgesetzt, dass diese Geräte auch in einwandfreiem Zustand sind. So will es das Gesetz. Dadurch wird unsere Vorfreude auf die Ernte leider ein wenig getrübt, doch dank des grossen Einsatzes des Technikers haben wir am Ende eine TipTop gewartete Presse im Einsatz. Und, profitieren gleichzeitig noch von einer Fachmännischen-Einführung zum Start der Öl-Produktion. Es kommt halt schon alles immer irgendwie, irgendwann gut.

Hoffentlich auch mit unseren afrikaans-Kenntnissen. Fleissig drücken wir die „Schulbank“ zwei mal pro Woche und werden noch fast zu lokalen Berühmtheiten mit unserer Schulstunde im Garten des Hotels. Der hocherfreute Direktor des Hauses postete ein Foto von uns auf den Social-Media-Kanälen und erntete viele „Likes“. Freude herrscht, dass wir die Hauptsprache hier in Montagu lernen.

Man liest sich!

Folgt uns auf Instagram: instagram.com/olijvenhof

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