231) Goie More

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Wir drücken seit neuestem quasi wieder die Schulbank, das fällt uns leichter als gedacht – im Gegensatz zum Aufbau von geschäftlichen Beziehungen.

Es ist nun soweit. Wir lernen afrikaans. Nach mehr als vier Jahren in Südafrika ist es an der Zeit sich dieser Sprache anzunehmen. „Ist es überhaupt nötig, afrikaans zu lernen?“ Nein, natürlich nicht. Mit Englisch kommt man in Südafrika überall hin. Aber es ist ein lang gehegter Wunsch von uns. Die Sprache interessiert uns und wir empfinden es irgendwie auch ein bisschen als Ehrerbietung gegenüberüber unserem neuen zu Hause und unseren neuen Freunden. Schliesslich bemühen sich diese immer sehr, mit uns Englisch zu reden, obwohl ihnen afrikaans spür- und hörbar näher liegt. Wir suchen also via Facebook eine Lehrerin. Finden sie und erhalten nun sogar kostenlosen Unterricht. Die Frau ist ebenfalls neu hier in Montagu und ich hab das Gefühl, froh um jeden Kontakt. Zweimal in der Woche treffen wir sie nun, immer in einem Kaffee damit um uns herum auch immer was läuft und wir gleich „learning by doing“ betreiben können. Fast schon ein wenig neugierig nervös starten wir in die erste Stunde. Zu gut sind mir die unzähligen zähen französisch Stunden aus der Schulzeit in Erinnerung. Voci- und Regeln-büffeln. Doch schnell macht sich Erleichterung breit: Afrikaans kennt Regeln, aber zum Glück (fast) keine Ausnahmen. Und noch viel besser: Verben werden nicht konjugiert. Ein Traum für jeden Sprach-Schüler. Frohen Mutes geht’s also vorwärts Richtung afrikaans.

Eine schöne Anekdote ereignete sich noch, als wir via Facebook auf der Suche nach einem Lehrer waren. Ein uns unbekannter Mann schrieb uns und sprach uns Mut zu: „Afrikaans ist einfach zu erlernen und alle werden grosse Freude haben, dass ihr es lernt. Sprecht drauf los und ihr werdet positive Reaktionen erhalten, egal wie gut oder fehlerhaft ihr sprecht. Wir Südafrikaner sind so und freuen uns über eure Bemühungen“. Tatsächlich, genau so ist es und dies ein weiteres Beispiel, wieso es uns so gut gefällt in Südafrika. Man lebt miteinander, gemeinsam und nicht nebeneinander und alleine. Hier auf dem Lande gilt dies natürlich noch einmal mehr.

Daneben schauen wir den Oliven beim reifen zu. Sie nehmen langsam Farbe an und unsere erste Ernte kommt immer näher. Der Ernte-Plan ist erstellt, wir sind uns nun einig, dass das Hauptaugenmerk in der Verarbeitung von Öl liegt. Nicht ohne natürlich die Holz-Fässer mit der Lagerung der Tafel-Oliven komplett zu befüllen. So soll dann unser Lager zum Ende der Ernte voll um nicht zu sagen übervoll sein. Sind dann noch all unsere Neukunden-Aktionen erfolgreich, sind wir rundum zu frieden. Gerade bei der Neukunden Gewinnung tun sich Gräben der Kulturen auf: Wir präsentieren unsere Produkte, die potentiellen Kunden sind sehr zufrieden und dann, dann hört man wochenlang gar nichts mehr. Bis plötzlich aus dem Nichts eine Bestellung eintrifft. Ohne Feedback vorhin oder irgendwelche Nachricht. Wir schweben so, dann jeweils einfach im Nichts, ohne zu wissen, ob was kommt. Aber auch daran gewöhnen wir uns und täglich lernen wir bezüglich Verhalten dazu. So sind wir mittlerweile in allen relevanten Shops in Montagu vertreten, haben Wiederverkäufer bis nach Kapstadt und können bald in einem populären Restaurant mit einem Tasting unsere Marke weiter nach Aussen tragen. Es kommt schon alles gut. Doch Geduld braucht es wirklich bei allem in Südafrika.

Man liest sich!

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