229) Flucht

am

Wir sind einen weiteren Schritt mehr angekommen in Montagu. Und weshalb wir das für unsere Schafe nur hoffen können – alles im neuen Blog.

Vor knapp einer Woche war unsere Nachbarin Ronell zu Besuch. Spontan schaute sie vorbei, brachte verschiedene Früchte mit und kam schnell auf den Punkt. „Es ist mal wieder Zeit für ein Zusammentreffen mit all unseren Nachbarn. Wie wäre es, wenn wir nächsten Mittwoch alle bei Euch vorbei kommen für einen gemütlichen Abend und ihr Euch nochmals vorstellen könnt und auch gleich Allen Euren Laden und Produkte zeigt.“ Ist natürlich eine tolle Idee und wir sagen sogleich zu. Ich finde es zwar ein bisschen komisch, dass innerhalb von ein paar Tagen alle so kurzfristig Zeit finden sollen. „Vielleicht hat sie das ja auch schon vorbesprochen“, merkt Barbara an. Gut möglich. Auf jeden Fall sagen Alle zu und wir verbringen einen gemütlichen Abend und sind so einen Schritt mehr integriert und das freut uns ausserordentlich. Nach vier Monaten „Montagu“ sind wir schon mehr angekommen, als nach vier Jahren Somerset West. Man lebt die Gemeinschaft hier und weiss, wenn es zb. wegen eines Feuers hart auf hart kommt, dann muss man sich auf einander verlassen können. Missgunst und Neid, haben so keinen Platz. Man teilt die Freude und das ist wirklich speziell für uns zu erleben. Nebst den Oliven, selbstgemachten Broten, Käse und Fleisch, können wir auch noch eine Geschichte zur Belustigung von allen auftischen. Tags zuvor geschehen:

Dienstagmorgen, die Schafe sind nun schon ein paar Tage bei uns, Zeit sie zur Arbeit zu bringen. Schliesslich sind sie wegen dem Mähen von Unkraut und Gräsern zwischen den Bäumen bei uns. Vielleicht auch nicht zum ersten Mal. Immer mal wieder hatten wir schon Schafe von den Nachbarsfarmen unangemeldet bei uns. Es geht los. Erstaunlicherweise folgen uns die Schafe schon sehr gut heraus von ihrer Weide aufs freie Feld. Von dort soll es hoch zu den Bäumen gehen. Mutterschaf und somit Chefin läuft, begleitet von uns beiden, voraus. Die sechs kleineren Schafe trotten folgsam hinterher. Beim ersten Grasbüschel bleibt das grosse Schaf schon stehen. Wir scheuchen sie weiter, sonst kommen wir nie zu den Bäumen. Doch nun ändert das Mutterschaft die Richtung und läuft aufs freie Feld. Parallel zu den Bäumen. „Jänu, dort vorne geht’s ja auch hoch zu den Bäumen“ sagen wir uns und trotten nun als letzte den Schafen hinterher. Irgendwie werden die sieben immer schneller und schneller. Sie beginnen langsam zu rennen. „Spielt auch keiner Rolle, der Zaun dort vorne ist ja repariert, die können nirgends hin“, sagen wir uns. Nun schreitet die gesamte Gruppe zügig den Weg hoch, ignoriert die Olivenbäume und das saftige Grün darunter und erreicht schon fast das Ende der Farm oben am Hügel. Dahinter ist nur noch „Alien-Vegetation“ und somit sicherlich nichts Interessantes für die sieben. Plötzlich biegen sie vom Weg ab, springen durch ein Loch im Zaun und sind auf dem Weg zur alten Heimat. „Das darf ja wohl nicht wahr sein“, schreien wir uns zu. Die wissen genau den Weg durch die stachligen, halbvertrockneten Büsche, hinab auf die Strasse zum alten zu Hause. Ich weiss nicht wie, die verkratzten Beine deuten aber darauf hin, dass ich eine Abkürzung fand, bin ich nun wieder vor den Schafen und kann sie noch vor der Farm der Nachbarin aufhalten. Barbara lockt mit Goodies und ich treibe die sieben von hinten wieder den Hügel hoch zum Loch im Zaun. Nun müssen sie nur noch über den Zaun zurück springen und schon sind sie wieder bei uns zu Hause. Doch sie springen einfach nicht mehr. Scheuchen, gut zu Reden, locken alles bringt nichts. Mutterschaf verliert die Geduld und dreht ab, wieder in die Büsche. Mittlerweile hat Barbara auch noch Luwellen zur Hilfe gerufen. Nun sind wir zu Dritt. Doch die Schafe immer noch zu siebt, haben andere Pläne und eilen zurück durch die Büsche Richtung alter Heimatfarm. „Wir begleiten sie am besten dorthin zurück, holen das Auto und fahren sie dann halt wieder so nach Hause“, ruft Barbara. Ein guter Plan, doch die Schafe geniessen die Freiheit und für einen Augenblick finden wir sie gar nicht mehr. Luwellen entdeckt sie, weit weg. Sie grasen friedlich auf einem herrenlosen Stück Wiese. Von dort treiben wir sie zur Nachbarsfarm und das Umzugs-Spiel von letzter Woche beginnt von neuem. Nach zwei Stunden sind sie wieder zu Hause. Bis zum ersten Arbeits-Einsatz in den Bäumen lassen wir einen Moment verstreichen, belohnen sie jeden Abend mit Leckereien und flicken vor allem das Loch im Zaun und suchen noch nach weiteren. Wer weiss, ob die Schafe nicht noch andere Löcher in Erinnerung haben.

Man liest sich!

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