228) Um- und Einzug mit Hindernissen

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Weshalb der Einzug der neuen Mitbewohner doch nicht so einfach verläuft und wie wir selbst dem Load Shedding etwas Gutes abgewinnen – hier im neuen Blog.

Wenn es doch nur so einfach wäre. Letzte Woche dachte ich noch, der Einzug der neuen Bewohner geht einfach vonstatten. Wir haben eine gemeinsame Grenze zur Nachbarin von wo die Schafe kommen. Lassen wir doch die Schafe einfach rüber spazieren, schliessen den Zaun und führen sie in ihr neues Gehege. Aber he, wir leben doch in Südafrika, da geht selten etwas wie geplant und wenn dann noch Tiere im Spiel sind…

14.00 Uhr, wie vereinbart stehen Luwellen und ich am Zaun und warten auf Frau Nachbarin und die Schafe. Weit und breit keine Nachbarin und keine Schafe in Sicht. Warten wir mal. Schliesslich kommt in Südafrika immer alles wie geplant einfach nicht zur Zeit. Nach zehn Minuten sage ich zu meinem Mitarbeiter: „Lass uns mal Richtung Lucille laufen, vielleicht kommt sie uns ja dann entgegen“. Ich denke mir noch, wahrscheinlich will sie ja auch, dass ich die neuen Bewohner persönlich auswähle oder sie ist einfach verspätet. Irgendwann sind wir bei ihrem Hof und tatsächlich sind acht Schafe separiert von der Herde. „Ihr wollt nur sechs kleine und ein Mutterschaf, oder?“ fragt sie mich. „Ja genau“, meine Antwort. In Afrikaans erklärt sie ihrem Mitarbeiter, dass nun noch ein kleines Schaf von den separierten acht zurück zur Herde muss. Die Aufregung von allen Beteiligten steigt. Die Schafe merken bestimmt schon lange, dass nun was geschieht. Es ist nach kurzer Jagd und Hechtsprüngen von Lucilles Arbeiter geschehen, es sind nun noch sieben Schafe von der Herde getrennt. „Ich lass die anderen Mal auf die Weide, dann sind die Weg“ erklärt mir Lucille. Ok, denke ich. Wenn das alles nur gut kommt. Die grosse Herde ist auf der Weide und unsere sieben Schafe warten gespannt, was nun passiert. Nun dürfen auch sie ins Freie und sollten dann den gewünschten Weg Richtung Olijvenhof einschlagen. Das wäre der Plan. Aber eben, es ist Südafrika und es geht um Tiere – das kommt selten so wie geplant. Natürlich hetzen unsere Sieben gleich Richtung restliche Herde auf der Weide. Luwellen und Lucilles Mitarbeiter hetzen ziemlich aufgeregt hinterher, hechten über einen Zaun, bleiben hängen, fallen hin, rennen weiter. Entspannung der Situation und der Schafe, weit gefehlt. „das kommt nicht gut, das klappt so nicht“, äussert sich Lucille leicht genervt zur Situation. „Die beiden müssten viel ruhiger agieren“, ergänzt sie noch. Ruhe kehrt hier wohl keine mehr ein. Es hätte vielleicht ein erfolgreiches Youtube-Video gegeben, aber sicherlich kein erfolgreicher Umzug. Also brechen wir die Übung „Umzug zu Fuss“ ab und Lucille erklärt Plan B – Umzug mit dem Auto. Ich bin Schaf-Neuling, wie soll das gehen? „Einfach die zwei Hinterbeine mit einem Vorderbein zusammenbinden, auf die Ladefläche eures Pick-Up und gut ist. Innerlich bin ich entsetzt. Schliesslich bin ich bis jetzt wirklich nur Tierliebhaber und kein Farm-Tier-Halter, ich muss wohl noch einiges lernen. „Keine Angst, das ist ok für sie“, beruhigt mich Lucille. Meine Augen können wohl sprechen… Und tatsächlich. Eine kurze Übung. Die Tiere werden von Luwellen und Lucilles Mitarbeiter „reisefertig verpackt“. Die Tiere sind wirklich lethargisch entspannt und der Umzug erfolgt problem- und reibungslos. Alle sieben kommen unversehrt auf dem Olijvenhof an und sind sofort aktiv auf der Weide. Einmal mehr, alles gut in Südafrika.

Nicht gut steht es weiterhin um die Stromversorgung. Load Shedding ist unser täglicher Begleiter und bezüglich Solar-Strom sind wir noch keinen Schritt weiter. Aber wie immer gilt, sehen wir es positiv. Load Shedding abends um Acht bis halb elf, kann nerven. Schliesslich ist es doch unsere liebste TV-Zeit. Kein Strom, kein TV, kein Licht, kein Internet. Wir sitzen draussen, geniessen bei einem Glas Wein die sternenklare beginnende Nacht, führen Gespräch und geniessen den Blick in die Weite. Wir entdecken Tiere, die wir noch nie auf unserer Farm sahen. Zum Beispiel eine Katze etwa viermal so gross wie eine „übliche Hauskatze“ streift durch unsere Bäume und erweckt unsere Neugierde. Die Stille ohne Strom, einfach draussen sitzen. Wunderbar. Manchmal täte uns allen vielleicht ein bisschen Load Shedding, ohne TV, ohne Internet, ohne Licht gut. Einfach so, die Seele baumeln lassen, ohne Ablenkung.

Man liest sich!

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