225) Solar-Strom

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Wir prüfen intensiv Alternativen zum staatlichen Strom-Anbieter. Sind dabei lange mit dem Zögern des Experten beschäftigt und wundern uns am Schluss über die südafrikanische Denkweise.

Unsere Stromrechnung ist bedeutend höher als früher in der Africa-Lodge. Obwohl wir nun weniger Strom verbrauchen oder wegen der Borehole-Pumpe höchstens gleich viel. Schuld sind die hohen Service-Gebühren. Sie machen rund die Hälfte der Kosten aus. Egal also, wie viel wir Strom sparen, die Rechnung ist immer hoch. Natürlich leuchtet es ein, dass die Gebühren höher sind, wenn an einer Leitung nur ein paar Häuser angeschlossen sind. Aber eben, bitte nicht so hoch. Strom ist sonst schon im Verhältnis sehr teuer in Südafrika. Hinzu kommt ja dann noch, dass dank des Load-Sheddings die Gebühren nicht mal wirklich gerechtfertigt sind. Schliesslich pausiert der Strom immer mal wieder. Die Strompreise werden übrigens in Zukunft nochmals um ca. 17% steigen. Dann erreichen sie endgültig Schweizer-Preise, was für südafrikanische Verhältnisse schon in den Luxus-Bereich gehört. Zeit also, sich um eine Alternative zu kümmern.

Im Land mit so viel Sonne kann die Lösung natürlich nur Solar heissen. Wir knüpfen Kontakte und haben bereits einen Fachmann bei uns auf der Farm. Sein Besuch dauert lange. Alles wird uns ausführlich erklärt, er erfragt natürlich auch unsere Gewohnheiten und mit den vergangenen Strom-Rechnungen ermittelt er unseren Bedarf. Unsere zwei Bohrlöcher und die Oliven-Presse beziehen eine Art „Starkstrom“ dazu kommt dann natürlich noch der normale Strom für Haus, Keller und Cottage. Das wird also eine grössere Sache werden. Aber wir können monatlich viel Geld sparen, wenn wir komplett unabhängig sind. Doch immer wieder erklärt uns der Fachmann, dass er uns halt nur helfen könne den Stromverbrauch zu reduzieren, fast bis auf Null, doch ganz offline vom staatlichen Anbieter können wir nicht gehen, das ist viel zu teuer und mache keinen Sinn. Wir verstehen nicht wirklich warum. Schliesslich hat doch gerade mit Tesla ein Südafrikaner auch eine Lösung für die privaten Haushalte erschaffen. Wir sollen an das Investement denken, betont er immer wieder. In zwei, drei Jahren habt ihr die Investition bereits wieder reingeholt. Doch ganz weg macht keinen Sinn, dafür bräuchten wir Batterien und die sind unglaublich teuer. Wiederholt fragen wir nach, „wie teuer denn?“ und endlich rückt er mit dem ungefähren Preis raus. Der Preis einer Batterie verlängert die Zeit bis wir unser Kapital wieder reingeholt haben um ein halbes Jahr. „Und jetzt?“ fragen wir, das ist doch immer noch super. „Ja gut, aber ihr braucht zwei davon“. Das heisst also, dass wir in maximal fünf Jahren die komplette Investition amortisiert haben? So dann kostenlos für weitere 15 Jahre oder noch länger ohne Reparaturen kostenlos Strom beziehen können? Dabei nicht eingerechnet die angekündigte jährliche Strompreis-Erhöhung  auch noch einsparen? „Ja“ bestätigt er verwundert und knapp unsere Euphorie. „Das ist ja ein unglaublich guter Deal“, entgegnen wir. „In Europa ist es fast nicht möglich eine komplette Amortisation überhaupt zu erreichen“ erklären wir ihm unsere Euphorie. „Zudem könnt ihr über drei Jahre verteilt noch die gesamte Summe von den Steuern abziehen“, ergänzt er weiter. „Ja also, wo ist der Hacken?“ fragen wir. „Für viele Südafrikaner ist das zu teuer und dauert zu lange, deshalb verzichten sie auf eine Batterie-Lösung“ versucht er sein Zögern zu erklären. „Aber wenn wir nun ¼ mehr investieren, dadurch halt ein bisschen länger auf die komplette Amortisation warten aber anschliessend lebenslänglich keine Stromrechnung mehr bekommen. Load-Shedding dann höchstens noch aus den Medien kennen oder selber verursachen, dann soll mir noch einer die Denkweise der Südafrikaner erklären. Mal sehen ob sich nun auch die Offerte wie besprochen bewahrheitet und was dann nächste Woche noch ein Mitstreiter dazu sagt. Wir sind gespannt, aber ziemlich erfreut.

Man liest sich!

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