223) Das Müll-Problem

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Das Müll-Problem ist weltweit ein grosses Problem, leider auch in Südafrika, leider auch auf unserer Farm – zumindest bis vor kurzem. Wie dem Herr zu werden ist – im neuen Blog.

Unsere Farm ist 27 Hektar gross. Davon sind gut acht Hektaren mit den Bäumen bepflanzt, die Gebäude mit Umschwung nehmen nochmals zwei Hektaren in Beschlag. Da bleiben also noch gut 17 Hektaren mit jeder Menge Platz. Nicht nur Platz für eine wilde Vegetation und vielleicht einmal für Weideland, sondern auch um alles Mögliche zwischen zu lagern. Man weiss ja nie, was man noch brauchen kann. Man kennt es ja von zu Hause, je grösser der Keller oder der Dachboden, je grösser das „Puff“. Mindestens tickte unser Vorgänger so. Jede Menge alte und kaputte Schläuche von der Bewässerung lagen rum. Auch Bauschutt und ähnliches. Dazu noch jede Menge Kanister mit Schädlingsbekämpfungs-Zeugs, Dünger und noch vieles mehr. Niemand wusste mehr was da wirklich drin ist und das meiste davon sogar schon weit über das Verfallsdatum hinaus. So Zeugs nervt uns sehr, obwohl es weit aus dem Blickfeld von allen Besuchern liegt, das muss einfach weg. Im Agrimark – dem Fachhandel für das Farmerleben sehe ich am Anschlag-Brett das Inserat „Wir säubern ihre Farm“.  Whatsapp geschrieben, drei Tage später sind zwei jüngere Männer hier, laden alles auf, ich bekomme noch ein Zertifikat, dass ich meine „Gifte“ sauber entsorgt habe und die beiden verschwinden nach einer Stunde schweisstreibender Arbeit mit einem vollen Lastwagen wieder. Geld verlangen sie keines, sie bekommen es auf dem Recycling-Hof. Es ist also nicht so schwer Müll zu entsorgen man muss es nur wollen.

Doch das ist noch der kleinste Ärger. Ab und zu gibt es ein Leck in der Bewässerung und ein Stück Schlauch muss rausgeschnitten und mit einem neuen ersetzt werden. Das alte, kaputte Stück bleibt liegen. Bis jetzt jedenfalls. Die Petflasche mit dem Wasser des Farm-Mitarbeiters ist leer, sie bleibt dort liegen, wo sie ausgetrunken wurde. Bis jetzt jedenfalls. Mich stört so etwas ungemein. Was nicht dort gewachsen ist, hat auf einer Farm einfach nichts zu suchen. Mehrere grosse Fässer fülle ich innerhalb einer Woche mit all diesem Abfall und weise Luwellen strickte an, nie mehr was liegen zu lassen. Es funktioniert so halbwegs. Seit er mich aber sah, durch die Bäume zu gehen, alles auf zu lesen und einzusammeln, die ganzen Schläuche und sonstiges Zeugs mit dem „Wir säubern ihre Farm“ – Service zu entsorgen, trägt auch er alles zurück zu den Tonnen. Vielleicht versteht er nicht weshalb, aber vorleben hilft. Schliesslich ist das Müll Problem ein ganz grosses Problem überall.

Weihnachten und Neu-Jahr sind die Tage, an denen alle an die Strände fahren. Bilder wie es am Meer abends aussieht gehen momentan nicht um die Welt, aber durch die sozialen Medien in Südafrika:

Facebook Strand Collage

Schlimme Bilder. Unmengen von Abfall wird einfach liegen gelassen. Es fehlt das Verständnis, es fehlt das „vorgelebt werden“. Wenn wir also immer denken, die anderen sind schlimmer und sollten zuerst was für die Umwelt tun, geschieht gar nichts. Mit einer solchen Ansicht hat sich noch nie etwas verändert. Vorleben hilft halt tatsächlich.

Man liest sich!

 

 

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