222) Jeder Tag ist wie eine Schachtel Pralinen

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Wenn immer alles nach Plan verlaufen würde, wäre das Leben doch nur halb so abwechslungsreich – unseres verläuft selten nach Plan, man weiss nie, was man bekommt.

Irgendwie hat man für jeden Tag so einen groben Plan wie er verlaufen soll. Was ist zu tun, was kann noch warten und so weiter. Es gibt selbst in Südafrika Tage, die wirklich wie vorgestellt verlaufen. Doch sie sind selten. Auf dem Olijvenhof erst recht, scheint es mir. Der Mitarbeiter hat Ferien, einiges bleibt nun direkt an uns hängen. Die Bewässerung der Bäume zum Beispiel. So manches Leck hab ich gefunden, geflickt und mich darüber aufgeregt, dass dies nicht schon lange behoben wurde, schliesslich ist Wasser ein wirklich kostbares Gut. Das alles ist Luwellen’s Job. Die Kontrolle von ihm, das ist dann meiner und dies ist leider bitter nötig. Jeder Schritt, jede Arbeit muss kontrolliert und fast schon begleitet werden. Selbstständigkeit – Fehlanzeige.  Er erledigt schlicht und einfach nur, was ihm aufgetragen wird und alles andere kümmert ihn nicht, auch wenn es direkt vor seiner Nase passiert. So ist das halt. Und wir haben uns daran langsam gewohnt. Oft denken wir, was will er im Leben? Was soll aus ihm auch werden? Was hat er für einen Antrieb? Ziele? Doch da sind wir wohl zu schweizerisch. Ich glaube, er lebt im hier und jetzt, das passt so für ihn, was später sein wird? Das wird er sehen. Und so ist es halt, dass wir wirklich keine Erwartungen an ihn haben dürfen, er ist Befehlsempfänger und Ausführer. Mehr nicht. Könnte er mehr, wäre er auch nicht bei uns als Farmarbeiter. So ist das halt und leider ein Zeichen der grossen Probleme für weite Teile der afrikanischen Bevölkerung.

So stehe ich mitten in den Olivenbäumen und will dies die nächsten Stunden auch noch tun, als Barbara anruft. „-Wir haben eine Buchung, ich muss das Cottage bereit machen.“ Im ersten Moment denke ich, danke für die Info und nun? Ach halt ich muss ja nun den Shop und die Tastings hüten, damit Barbara weg kann. Ich verlasse meine Arbeit und stehe im Shop bis Barbara wieder zurück ist. Dann geht es weiter in den Bäumen und alles verläuft so scheinbar nach Plan. Irgendwie dauert einfach alles länger und ich möchte ja noch den Blog schreiben. Doch Zeit fürs „Feierabend-Bier“ auch wenn es heute vor dem Feierabend ist, muss sein. Zeit auch um mit den Hunden zu spielen und mit Leckereien zu füttern. Doch dann, fährt der Nachbar vor. Er will das Bienen-Volk, das bei uns lebt, irgendwann mal abholen kommen. Er kann es gut für die Bestäubung seiner Kürbisse brauchen. Unsere Olivenbäume leben ohne Bienen. Da es sich um ein wildes Volk handelt, muss er aber mit einem Fachmann kommen. Wir besichtigen die Bienen, lassen unser Bier warm werden und ich verbringe noch einige äusserst interessante Momente mit Johann auf der Farm. Der Zeitplan mittlerweile komplett durcheinander, das Abendessen findet später statt und Johann würde am liebsten noch mit mir auf eine andere Farm fahren, weil er mir da noch was zeigen will. Doch das geht nun leider nicht, schliesslich kommen ja noch Gäste fürs Cottage an. Auch das wird noch gehandelt und die Gäste begrüsst, bevor es dann irgendwann wieder zurück in den geregelten Tagesablauf geht.

Dazwischen sorgen noch die Kätzchen für Unterhaltung, Fynn mit seinem unkontrollierten Besuch bei diesen für Aufregungen und so geht dann irgendwann ein weiterer Pralinen-Tag, wo man nie weiss was man bekommt, auf dem Olijvenhof zu Ende. Wir freuen uns aber täglich auf die neue Schachtel Pralinen und geniessen unser komplett neues Leben sehr. Abwechslung, Überraschungen und Unerwartetes machen doch das Leben aus.

Man liest sich!

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