216) Unerwünschter Besuch

am

Wir sind uns bewusst, dass wir irgendwann mal mit einem unerwünschten Besuch rechnen mussten – nun ist es geschehen. Und für das nächste Mal, sind wir nun auch besser vorbereitet.

Sonntagmittag. Ich bin gerade im Garten als mich Barbara ziemlich aufgeregt ruft. „Da ist eine Schlange, eine ziemlich grosse!“ schreit sie. Tatsächlich, zwischen Haus und Garage im gedeckten Bereich schleicht sie rum. Wir hören ein unheimliches Geräusch, während sie da so über den Boden rauscht. Sofort Türen zu, Hunde rein und beobachten. Sie schleicht einem Gewürz-Hochbeet entlang. Die Vögel sind, deshalb ist Barbara auch auf die Schlange aufmerksam geworden, ziemlich aufgeregt. Zwei besonders mutige Vögel greifen die Schlange sogar an. Wir vermuten das Ziel der Schlange ist das Vogelnest unter dem Vordach, wo seit kurzem Junge den ganzen Tag einen riesen Lärm verursachen. Die Schlange schleicht weiter, tatsächlich Richtung Vogelnest. Sie verirrt sich kurz in Richtung unseres Kühlraums und schlängelt sich anschliessend an unserer Wasserleitung langsam hoch Richtung Dach und Vogelnest. Die ganze Vogelschaar ist nun in Alarmbereitschaft. Wir auch. Drei richtig gefährliche und giftige Schlangen gibt’s in unserer Gegend. Die Cape Kobra – optisch leicht zu erkennen, wegen ihres breiten Halses. Die Puff-Otter, die gefährlichste überhaupt, ist schon nicht mehr so einfach zu erkennen und dann gibt es noch die „Boomslang“ eine feine, kleinere Schlange mit schmalem Kopf.

Barbara sucht in der Aufregung unser Buch mit den Tieren am Western Cape. Drei Schlangen-Bilder bringen uns dazu, erleichtert zu sein. Zum Glück ist unser Besucher keine dieser drei hochgiftigen Schlangen. Trotzdem versuche ich Ray, „Nachbar Nr. Vier“ per Whatsapp zu erreichen. So ganz genau wissen wir nämlich nicht, was nun zu tun ist. Leider meldet er sich auch nach zwanzigen Minuten nicht. Barbara hat die Schlange immer im Blick bzw. fast immer. Sie ist nämlich verschwunden, wenigstens wissen wir in welcher Ecke. „Ich schreibe mal Lucille“ sagt Barbara nervös. „Nachbarin Nr. 1“ meldet sich umgehend. „Vorsicht, das ist eine Boomslang“ nach dem zwischenzeitlichen Aufatmen steigt unsere Nervosität deutlich. „Wir lassen die jeweils leben, die sind zwar sehr giftig, aber noch fast nie, wurde ein Mensch gebissen, so scheu sind diese Viecher“ schreibt „Nachbarin Nr. Eins“. „Mein Sohn hat letzte Woche eine Cape Kobra erschossen, die sind wirklich gefährlich.“ Zu viele Informationen für uns, schliesslich sind wir neu auf dem Land und vor allem Barbara hasst diese Viecher. Auch ich bin nicht gerade angetan von diesem unerwünschten Besuch. Aber ja, es gehört dazu, das wussten wir. Trotzdem ist uns nicht gerade wohl. Irgendwann verzieht sich die Schlange aufs Dach und von dort wohl auf die grossen Bäume um unser Haus herum. Wir entspannen uns und es kehrt Ruhe ein. Vogelgezwitscher unter dem Dach haben wir seither keines mehr gehört. Die hatten wohl kein Glück. Barbara schreibt noch der Nachbarin zurück und diese meint bloss ganz cool: „Mach dir keine Sorgen, die Boomslang hat bedeutend mehr Angst vor Dir, als Du von ihr.“ So ist es eigentlich. „Versuchst Du nicht die Schlange zu berühren, wird dich nie eine beissen.“ Dies schreibt mir Gerrie, der Schlangen-Beschwörer, -Fänger und –Retter von Montagu. Ihn haben wir nämlich eiligst kontaktiert um beim nächsten Notfall zu wissen was Sache und vor allem auch welche Schlange es ist. Was nützt das beste Buch, wenn es uns doch nicht weiterhilft? Im Buch ist von jeder Schlange ein Bild zu sehen. Blöd nur, dass die Weibchen nicht so wie die Männchen aussehen und die jungen Weibchen nicht so wie die Erwachsenen und die jungen Schlangen-Buben nochmals anders. Nun haben wir ein wirklich verlässliches Info-Blatt und noch viel wichtiger, Gerries Nummer gleich im Handy gespeichert. „Ruft mich bitte immer an, wenn ihr eine Schlange seht. Ich fange sie und setze sie weit ab von der Zivilisation wieder aus. Auch wenn ihr die Schlange leben lässt, der Nachbar tötet sie vielleicht, drum komme ich zum Wohle der Schlange immer vorbei.“ Stimmt, Lucille ist ja nicht immer zimperlich.

Der Besuch am Mittwoch ist angekündigt und äusserst Willkommen. Der Traktor wird geliefert und wir sind nun richtige Farmer. „Auf jede Farm gehört ein Traktor“, hörten wir immer. Nun sind wir Fahrschüler und versuchen den Traktor zu bändigen. Auch wenn wir schon lange Autofahren, die halbstündige Einführung ins Traktor fahren ist bitternötig und die deutliche Ermahnung des Verkäufers, in den ersten paar Fahrten bloss die langsamen Gänge zu benutzen – ein weiser Rat.

Man liest sich!

 

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