214) „Weltmeister! – die gelebte Gemeinschaft“ auch für uns

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Südafrika ist Rugby-Weltmeister. Eine grosse Sache für das gesamte Land. Die vorgelebte Gemeinschaft im Rugby-Team hat grosses bewegt. Was Zusammenhalt bedeutet, erleben auch wir.

Samstagmorgen, wir sitzen gespannt vor dem Fernseher und wollen unsere „Bokke“ siegen sehen. Tatsächlich, die Springbocks werden Rugby-Weltmeister. Wir haben mitgefiebert, wie wohl alle im ganzen Land. Eine vereinte Mannschaft mit allen südafrikanischen Rassen hat im Team grosses geleistet und reüssiert. Hoffentlich ein Sinnbild für die ganze gebeutelte Nation. So wünschen es sich auch die Team-Mitglieder, allen voran der schwarze Kapitän des Team, welcher eindrücklich die eingeschworene Gemeinschaft aller Herkünfte im vereinten Rugby-Team der Südafrikaner beschwört. Hoffnung für ein ganzes Land kann ein solcher Sieg tatsächlich sein. Die Vorfreude war spätestens seit Freitag spürbar. Ich bin beim Frisör einem eingewanderten Briten welcher mich im Springbock-Tenü bedient. Sein Herz schlägt für Südafrika. Beim Bäcker, an der Tankstelle und im Supermarkt alle tragen „Grün und Gold“. Sport kann sicherlich vieles bewegen, in Südafrika erst recht. Die Menschen lassen sich anstecken von der Euphorie, strahlen eine grosse Lebensfreude aus und sind grundsätzlich positiv eingestellt. Ein solcher Erfolg kann gerade deshalb ansteckend sein und einen Aufschwung einleiten. Das Land ist wirtschaftlich fast am Boden, die Rassen noch nicht vereint und viele Altlasten bedrücken. Wenn dann im ehemaligen Sport der Weissen, ein Schwarzer das Team anführt, fast die Hälfte der Teammitglieder mittlerweile nicht mehr Weisse sind und die Mannschaft den Leitspruch: „stronger together“ vorlebt, dann kann Sport und dieser Erfolg vieles bewirken. „One Team – One Nation – One Spirit“. Hoffen wir, die Welle der Freude schwappt über auf die ganze Regenbogennation. Lange und Weit.

Was eine Gemeinschaft bedeutet und bewegen kann, erleben wir tatsächlich Tag für Tag. „Think.Shopy.Buy local“ ist das Bekenntnis. Oft einfach gesagt und dann doch online bestellt oder auswärts eingekauft ist es für uns wirklich spürbar. Schon beim ersten Besuch überhaupt in einem Shop in Montagu wird uns gesagt: „Wir schauen für einander, kaufen lokal und helfen gerne“. Doch eben, gesagt ist das mal noch schnell. Bei der Umsetzung hapert es dann doch häufig. Wir halten uns gerne daran. Ist es doch auch für uns als Gewerbetreibende wirklich sinnvoll. Je kleiner eine Gemeinschaft ist, desto mehr. Wie wir das aber erleben ist eindrücklich. Wir posten auf Facebook, dass nächste Woche unser Shop Eröffnung feiert und bewerben gleichzeitig die Tastings. Der Beitrag wird geteilt, geliket und voller Vorfreude von den Einheimischen kommentiert. Die Tourismus-Behörde teilt ihn, eine Guest-Farm kommentiert und teilt ihn und der Chef der Pizzeria im Städtchen meldet sich. „Shop local – ich lebe das vor und freue mich, endlich Oliven aus dem Städtchen zu beziehen. Schickt mir eine Offerte“, so seine Nachricht. Noch am gleichen Abend dürfen wir liefern und essen auch gleich bei ihm in der Pizzeria zu Abend. Was im grossen für die ganze Nation gilt, gilt so natürlich auch im kleinen. Geht’s der Gemeinschaft gut, geht’s auch dem Einzelnen gut.

Unser Auto ist übrigens beschriftet – lokal natürlich. Am Montag bin ich gleich direkt zum Drucker hingefahren. „ich hab Dich nicht vergessen, morgen ist alles bereit“ so begrüsst er mich, als ich den Shop betrete. Dienstag bin ich wieder im Shop. „In einer halben Stunde ist alles bereit“ erklärt er mir unter der Türe. Zwanzig Minuten später steh ich wieder dort. Und siehe da, zehn Minuten später hab ich die Kleber in der Hand und fahr nach Hause.

Autokleber

Am Mittwoch haben wir das Auto beklebt. Vom anderen Drucker habe ich bis heute nichts gehört. Shop local funktioniert halt auch nur, wenn der andere will.

Man liest sich!

 

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