209) Faktisch Obdachlos

am

Die letzte Woche in der Africa-Lodge ist ereignisreich – Vorfreude gepaart mit Stress und einigen Überraschungen begleiten uns durch die Woche.

Morgen geht’s los. Morgen beginnt unser „Landleben“ in Südafrika. Wir sind in den Startlöchern und entsprechend kaputt, aber voller Vorfreude. Die Vorfreude wird dadurch erhöht, dass die Schlüssel des Olijvenhofs – und es sind unzählig viele – bereits in unseren Händen sind. Die der Africa-Lodge sind es auch noch und trotzdem sind wir obdachlos. Faktisch obdachlos. Für einmal sind Südafrika und die Bürokratie zu schnell. Seit Donnerstag ist die Africa-Lodge nicht mehr uns und der Olijvenhof ist es auch nicht. Doch der Reihe nach.

Es ist Donnerstagmorgen und wir erwarten die neuen Besitzer der Africa-Lodge. Am Mittwoch spät abends sind sie in Kapstadt gelandet und haben ein Zimmer im Flughafen-Hotel bezogen. Sie werden so gegen 10 bei uns. Der Makler hat sich auch noch gemeldet und will die beiden ebenfalls begrüssen. Natürlich müssen wir den neuen Besitzern irgendwann alles zeigen und die Hausübergabe durchführen, strikte Kontrolle des im Kaufvertrag festgeschriebenen Inventars. Geplant ist irgendwie so gar nichts und vom Makler haben wir auch erst jetzt wieder etwas gehört und von den beiden neuen Besitzern gab es schon lange kein Lebenszeichen mehr. Sie waren in Papa Neuguinea bis Dienstag in den Ferien. Wir lassen alles einfach auf uns zu kommen, irgendwie geht immer alles. Genug zu tun haben wir sowieso und eines ist auch klar, am Freitag sind wir nicht hier dann fahren wir nach Montagu auf den Olijvenhof und haben die Hausübergabe zum neuen Heim, soviel steht fest.

Wir sind zurück vom Strand-Spaziergang mit den Hunden, dem letzten hier in Somerset West und packen Schachteln, als die neuen Besitzer eintreffen. Wir empfangen sie natürlich herzlich und gleich geht’s los mit zahlreichen Fragen. Dieselben Fragen, welche wir vor fast genau vier Jahren wohl ebenfalls gestellt haben. Versicherung, Bankkonto, wie funktioniert das und wie macht ihr jenes und so weiter. Der Makler trifft auch noch ein. Ein kleiner Schwatz und bevor wir überhaupt wissen wie uns geschieht, stehen wir schon mitten in der Hausübergabe. Zimmer für Zimmer wird angeschaut, Häkchen für Häkchen gesetzt um vom Makler kontrolliertes und bestätigtes Inventar wie Lampen, Spiegel, Stuhl und so weiter zu quittieren. Es ist ein Uhr Mittags, als wir kurz zur Ruhe und zum Mittagessen kommen. Anschliessend geht’s gleich weiter in die grosse Shopping-Mall zur Telekommunikationsfirma. Der alte Besitzer der Telefonleitung und der neue müssen nämlich anwesend sein, wenn die Nummer überschrieben wird. Den Tag beenden wir anschliessend beim gemeinsamen und wohlverdienten Bier im Garten. Dazwischen meldete sich noch der Makler, die Überschreibung der Africa-Lodge sei bereits geschehen. Die Besitzer sind also nicht mehr wir, obwohl dies erst auf den 1. Oktober hätte geschehen sollen. So sind wir nun tagelange ohne zu Hause. Der Olijvenhof wird unser, aber erst am Dienstag. Nudelfertig fallen wir aufs Sofa und bald darauf ins Bett, dazwischen gab es noch kurz ein improvisiertes Abendessen und einige Minuten TV. Morgen geht es früh los, mehr als zwei Stunden Autofahrt und wir wollten doch noch das Auto mit einigem Zeugs beladen. Das muss warten. Nachtruhe.

Früh aus den Federn zu kommen ist vor allem nicht Fynns Ding. Unseres eigentlich auch nicht. Er bleibt liegen, wir trinken Kaffee, beladen das Auto, wecken Fynn endgültig, füttern die beiden und schon müssen wir los. Viel zu spät, der Verkehr bzw. die Baustellen, sind Schuld treffen wir in unserem neuen zu Hause ein. Die Übergabe verläuft super, ist intensiv, wir lernen viel und notieren fleissig neue Inputs. Dazu empfangen wir auch gleich eine Bestellung, welche nächste Woche noch ausgeliefert werden muss. Es geht wohl gleich richtig los. Drei Stunden verbringen wir auf der Farm und weitere drei (statt zwei) nochmals im Auto zurück in unser, mittlerweile ehemaliges Daheim. Irgendwann rief auch noch der Makler an: „Die zukünftigen Mieter möchten gerne vorbeikommen für die Hausübergabe“. Natürlich müssen auch die noch wissen, wie alles läuft. „Wir sind gegen Abend zu Hause und sonst passt uns auch Samstag oder Sonntag“, ist unsere Antwort. Wir hören nichts mehr von ihm. Endlich kommen wir zu Hause an. Die Mieter warten bereits am Tor. Die neuen Besitzer sind noch gar nicht da, der Makler auch nicht. Organisation auf südafrikanische Weise. Nun gut, die Besitzer sind mittlerweile hier, der Makler kommt gar nie und die Infos fliessen von uns direkt an die Mieter. Umzug ist immer stressig, hier irgendwie besonders. Aber alles ist gut, kommt gut, was will man mehr. Morgen geht’s endlich los, wir können es kaum erwarten.

Man liest sich!

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s