170) …it’s our Problem

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Der Plastikmüllberg im Meer bleibt uns nicht verborgen, eine lobenswerte Kampagne soll dem Abhilfe schaffen – doch viel mehr als eine schöne Kampagne ist es leider nicht. Dies und mehr – im neuen Blog.

Fast täglich gehen wir mit Fynn und Ziva ans Meer. Der Plastikmüll, der dort rumliegt, fällt uns immer mehr auf. Die grossen Sommerferien haben begonnen und die Menschen strömen zu tausenden an den Strand. Kein Wunder nimmt der Abfallberg stetig zu, denken wir und sind entsetzt. Doch beim genaueren hinschauen fällt auf, vieles, eigentlich fast aller Müll, ist angespült. Alte Petflaschen, viele, viele Plastikdeckel und noch mehr Chips Verpackungen. Alles von der Flut gebracht, alles vom Menschen ins Meer geschmissen. Entsprechend positiv ist mir eine Kampagne ins Auge gestochen:

Plakat

Ja genau, das Problem ist von Menschenhand gemacht und nur der Mensch kann und muss es ändern. Erstaunlich ist einfach, dass gerade eben diese Supermärkte mit Plastik nur so um sich schmeissen. Zum Einkaufen bringen wir unsere eigene Tasche mit. Alles wird vom Personal darin verstaut und wie. Kaufen wir nebst Lebensmittel zB. noch eine Packung Alles-Reiniger, kommt der noch in eine Plastiktüte, die Melone schon von sich aus gut verpackt, kommt noch in eine Plastiktüte. Das Fleisch schön vakumverpackt, wird noch in eine Plastiktüte gesteckt. Das Brot, im Brotpapier, wird noch in eine Plastiktüte verpackt. Das ist wirklich erschreckend. Gut sammeln wir diese Tüten und können sie wenigstens nochmals verwenden. Sich gegen diesen Irrsinn an der Kasse zu wehren – vergebens, ich hab es versucht. „Das muss so sein“, ist die Antwort. Leider steckt wohl hinter dieser schönen Plakat-Kampagne nicht mehr als der Gedanke an einen Image-Gewinn. Vorgelebt wird sie auf jeden Fall nicht.

Als Nachtrag zum letzten Blog (Blog 169) sei noch ein spannendes Projekt in Kenia erwähnt. Dort werden zufällig ausgewählte Bewohner eines zufällig ausgewählten Dorfes mit einem Grundeinkommen (Bedingungslos) beschenkt. Der monatliche Betrag entspricht gerade einmal der Grenze zur Armut (20 Franken). Die Ergebnisse sind äusserst spannend. Geben die Empfänger das Geld doch sehr sinnvoll aus, investieren in ihre Projekte und Ideen, kaufen Lebensmittel und begleichen alte Schulden und ebenfalls erfreulich: Sie bezahlen damit auch das Schulgeld für die Kinder. Regelmässiger Geldfluss kann also auch nachhaltig helfen. Und wenn man jetzt denkt, Südafrika kann sich ein solches Projekt gar nicht leisten. Mit den Staats-Geldern, die unter der Führung von Zuma, in einem Jahrzehnt irgendwo verschwanden, könnte der Hälfte der Südafrikanern jahrelang ein bedingungsloses Grundeinkommen ausbezahlt werden.

So, genug von den Problemen. Eines hat sich nämlich für den Moment gelöst. Der Strom fliesst wieder ständig, die Unterbrüche bleiben aus. Eigentlich ist es nicht gelöst, sondern einfach verschoben. Weihnachtszeit, die grossen Sommerferien sind gestartet, vieles steht still in Südafrika. Handwerker sucht man nun vergebens, die meisten Fabriken stehen still und so wird viel weniger Strom verbraucht. Und nur deshalb klappt auch die Versorgung ohne Unterbrüche. Doch für den Januar sind düstere Prognosen zu lesen. Dunkle Aussichten also fürs neue Jahr. Schauen wir mal wohin das führen wird. Wir geniessen auf jeden Fall den Sommer, das traditionelle Raclette-Essen zu Weihnachten – zusammen mit meiner Mutter – und lassen es uns, trotz vollem Haus gut gehen und geniessen.

Man liest sich!

 

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mariann sagt:

    Frohe Feiertage und alles Gute in eure Lodge!
    Wir waren im November 2003 im Krüger, Gardenroute und 2 Wochen in Strand und freuen uns jede Woche auf euren Bericht!

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  2. Prisca sagt:

    Danke eurem Blog ist jeder Sonntag wie Weihnachten🎁🎄
    Herzlichen Dank für Deine wöchentlichen Infos aus Südafrika, sind immer sehr spannend, interessant und bringen in den kalten Monaten ein Stück Sommer in unsere Stube😉

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