169) Wie helfen – was kann ich tun?

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Passend zur Vorweihnachtszeit – die Frage nach der richtigen Hilfe für die ärmsten der Armen.

Fast genau so oft, wie wir nach der Sicherheits-Situation gefragt werden, fällt die Frage: „Wie können wir helfen, was können wir tun?“ Die Eindrücke der Armut lassen viele unserer Gäste nachdenklich werden und man möchte gerne etwas tun. Bloss was? So einfach die Frage, so schwierig ist die Antwort. Als erstes fällt mir immer ein, was man nicht tun soll. „Gebt bitte keinem Bettler Geld“, selbst die Polizei ruft dazu auf. „Kauft keine Früchte/Gemüse bei schwarzen Strassenhändler“, es handelt sich meistens um Diebesgut und „gebt Parkplatzwächtern kein übertriebenes Trinkgeld“ – wir erfuhren schon vom zehnfachen, das verschenkt wurde, einfach weil es für uns Schweizer ja nicht viel Geld ist. Mit all dem tut man nichts Gutes.

Dann sehen wir in den sozialen Medien viele Europäer und Südafrika-Liebhaber, welche auf privater Initiative aktiv werden. Da werden Zahnbürsten gesammelt für ein Schulhaus, Damenbinden für ein Frauenhaus, Bett-Inhalte für ein Kinderheim, die Liste lässt sich fast unaufhörlich fortführen. Die Sammlungen sind häufig ein Erfolg und die gewünschten Utensilien kommen zusammen. Natürlich ist das nichts schlechtes. Doch ich frage kritisch, ist das sinnvoll? – in einem Viertel-Jahr sind die Zahnbürsten zerkaut und die Damenbinden gebraucht. Und nun? – wird dies alles wieder gesammelt. Denn durch Schenkungen entstehen Begehrlichkeiten. Zahnbürsten und Damenbinden, werden in den Augen der Betreiber, ab sofort immer geliefert von den Südafrika-Liebhabern, also muss man sich darum nicht mehr kümmern. Ich wage die These: wenn als Beispiel unsere Maid zu uns käme und uns um Geld für die Schuluniform ihrer Tochter bittet, und wir ihr das Geld schenken. Dann wäre sie überglücklich. Bis die Tochter grösser ist und eine neue Uniform braucht. Sie käme nun wieder zu uns, würde nicht mehr so lieb bitten, sondern uns einfach eher informieren, dass die Tochter gewachsen ist und nun eine neue Schulbekleidung braucht und sie von uns das Geld mehr oder weniger erwartet. So würde das funktionieren. Glaubt ihr nicht? Ein wahres Beispiel: das Häuschen eines Arbeiters von Bekannten, ist abgebrannt. Er hatte nichts mehr. Sie gaben ihm Decken, Kissen und eine Matratze. Er strahlte über das ganze Gesicht. Drei Tage später erzählte er, er hätte von einer Organisation Matratze, Decken und Kissen bekommen. „Sehr schön, dann kannst Du uns, unsere Sachen ja wieder zurück geben.“ „Geht nicht“, antwortet er, „alles schon weiter verkauft“.

Doch eben, wie hilft man richtig? Wie kann man wirklich helfen. Für mich ist klar, „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist die einzige richtige und nachhaltige Lösung. Und das können nur Hilfswerke oder grosse private Initiativen. Und denen wiederum hilft man nur mit Geld. Also, wer helfen will, sucht sich ein Hilfswerk mit passenden Projekten und tut so am sichersten was Gutes und das Wichtigste – vor allem nachhaltig.

Eine schöne Sache gibt’s in unserer Gegend. Für Obdachlosenheime kann man online Gutscheine kaufen für eine Nacht, eine ganze Woche oder einen Monat. Diesen Gutschein schenkt man einem Bedürftigen den man auf der Strasse trifft und der bettelt. So bekommt dieser ein Dach über den Kopf, wird betreut und bekommt eine Mahlzeit. Und auch wichtig, er wird so im sozialen Netz erfasst und bekommt zukünftig Hilfe, falls er sie dann annimmt. Eben – gutes Tun mit Nachhaltigkeit.

Man liest sich!

 

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