168) „Karma is a bitch“

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Weshalb wir am letzten Sonntag doch noch vom Stromausfall betroffen waren und wie wir nun endgültig das System verstanden haben – alles im neuen Blog.

Keine halbe Stunde ist mein letzter Blog über die Stromproblematik online (Blog 167), als ich im Einkaufszentrum eintreffe. Lebensmitteleinkäufe stehen auf dem Programm und der Einkaufszettel entsprechend voll, schliesslich soll unser Frühstücksbuffet jeden morgen einladend aussehen. Doch, alles ist dunkel, das Zentrum gut gefüllt und trotzdem ist es äusserst still. Kein Strom. Mich erreicht eine Nachricht von Barbara, wir haben auch zu Hause keinen Strom. Ich entdecke Licht im Einkaufszentrum. Die beiden Lebensmittelgeschäfte laufen autonom und haben deshalb Strom. Zum Glück. So steht dem Einkauf und einem reichhaltigen Frühstücksbuffet auch am Montag nichts im Wege. Doch weshalb haben wir keinen Strom? Schliesslich erklärte ich ja gerade im Blog, weshalb wir Strom haben werden, trotz Einsparungen beim Stromanbieter.

Doch es gibt eben vier Stufen von „load shedding“ – dem „Lastabwurf“. Stufe eins, betrifft fast jede Region abwechselnd jeden oder jeden zweiten Tag für 2,5 Stunden. Stufe zwei, jede Region, jeden Tag mindestens einmal, manchmal sogar zweimal. Bei Stufe drei und vier, fliesst der Strom dann fast weniger, als er eben ausbleibt. Da wir direkt bei der „City of Cape Town“ angeschlossen sind, sind wir wohl betroffen, aber nicht so arg. Unser „Stufe“ ist einfach eine unter der landesweiten. Momentan leben die meisten in Südafrika mit Stufe zwei, und wir mit Stufe eins. Die Planung ist wirklich gut, die rund zwei Stunden ohne Strom verteilen sich unterschiedlich. So ist jede Region jeweils während einer Woche zu verschiedenen Zeiten stromlos. Macht wirklich Sinn und ist auch fair. Da das alles kompliziert ist und eine gewisse Planung braucht, gibt’s doch tatsächlich eine App, welche die Unterbrüche angekündigt, bis zu drei Tage im Voraus und man kann sich so gut einrichten. Erschreckend ist einfach, dass es gut geplant und eine App dazu gibt. Das deutet doch auf viele weitere Stunden ohne Strom hin. Wir können uns also damit arrangieren und haben jetzt, im zweiten Anlauf, das System verstanden.

Natürlich sind solche Stromausfälle kein gutes Zeichen für eine Wirtschaftsnation – schon gar nicht zur Sommerzeit, wenn die Tage lang sind. Wie schon erwähnt ist Eskom komplett Pleite und ein Ende der Probleme nicht in Sicht. Entsprechend ranken sich Gerüchte. So ist zu lesen, dass der staatliche Strombetreiber, mit diesen „load sheddings“ und ausbleibenden Zukäufen von Kohle, den Staat angeblich erpresst um einen Schuldenschnitt oder Erlass (31 Mia Schweizer Franken) zu erreichen. Ja, manches ist sonderbar und unvorstellbar für einen Mitteleuropäer am Kap der guten Hoffnung, sich selber zu erpressen, davon hört man nicht alle Tage.

Hoffnung gibt’s am Kap aber auch. Der Wasserverbrauch ging letzte Woche sogar zurück, trotz gelockerten Restriktionen. Sehr erfreulich! Geholfen hat sicher auch nochmals der Regen, der Frühling kämpft immer noch, doch die Aussichten sind nun schöner und kündigen den Sommer (endlich) an.

Man liest sich!

 

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