165) Verrücktes Südafrika

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Warum das Wechseln einer Glühbirne ein Blog-Thema wird und welche verrückten Geschichten diese Woche sonst noch geschrieben wurden – hier im sonntäglichen Blog.

Wenn Barbara immer mal wieder ihren grossen Kontrollgang durch alle Zimmer geht, kann ich mir sicher sein, es kommt Arbeit auf mich zu. Irgendein Wasserhahn tropft bestimmt, eine Schraube ist lose oder was auch immer. Nichts entgeht ihrem wachen Auge zum Wohle unser Gäste. „Im Kühlschrank in Zimmer zwei, geht das Licht nicht mehr“. „Kümmere ich mich gleich morgen drum, da müssen wir bestimmt eine Ersatzbirne kaufen gehen, die haben wir nicht auf Vorrat“. Ja morgen wird’s gemacht, ein bisschen Südafrikaner bin ich schon geworden, ich gebe es zu. Also die Gäste sind bereits weg, wir kümmern uns gemeinsam um das Problem. Auf den ersten Blick finden wir nämlich die Glühbirne nicht. Tablare werden demontiert, überall wird gezogen, ins Dunkle getastet und auch in der Gefrier-Box gesucht. Wir finden einfach diese Birne nicht. In den Zimmern haben wir überall die gleichen kleinen Kühlschränke, wenn das Licht noch leuchtet finden wir die Birne bestimmt einfach. Cleverer Gedanke. Zimmer eins, im Kühlschrank brennt kein Licht. Zimmer drei, im Kühlschrank brennt kein Licht. Es ist also nicht so einfach, eine Glühbirne zu wechseln, die gar nicht existiert, warum Barbara erst in Saison Nr. 4 das fehlende Licht bemerkte, wissen wir nicht, aber zum Schmunzeln und Necken reicht diese Episode allemal.

Im Lande selber jagt sich politisch eine Sonderbarkeit der nächsten. Wieder einmal ist ein Minister über eine Korruptionsaffäre gestolpert, zurückgetreten und da er mit dem Rücktritt seine Immunität verlor, ist er bereits angeklagt. Gegen eine Anklage wehrt sich der abgetretene Ex-Präsident Zuma mit allen Mitteln. Immer wieder tauscht er Anwälte aus um Zeit zu gewinnen, Termine werden so verschoben und verschoben. Der amtierende Präsident wiederum muss gerade erklären, weshalb er eine halbe Million Rand einer Stiftung, in seine Wahlkampf-Kasse verschoben hat. Das Genick brechen wird es ihm aber nicht. Eine belanglose Summe, wenn man liest was sich andere Politiker schon geleistet haben. Die Korruption hat so ziemlich jeden Staats-Betrieb in Südafrika ausgehöhlt. Am schlimmsten stehts um die Fluggesellschaft und den Stromanbieter (Eskom). Als sich wieder einmal die Gerüchte streuen, dass Eskom kein Geld mehr habe um Kohle zu kaufen – der meiste Strom wird hier in Kohlekraftwerken produziert – liess dieser verlauten, dass kein Grund zur Sorge besteht, Kohle sei vorhanden und die Energiesicherheit bis Weihnachten gewährleistet. Was das für die Zeit nach Weihnachten bedeutet weiss ich nicht, stutzig machte mich noch der Zusatz, dass zur Not auch Diesel-Generatoren zur Verfügung stehen. Wie unglaublich teuer das denn würde, möchte ich mir nicht ausmalen. Generell liest man, dass die Strompreise bis zu 30% steigen werden. Und dies einfach nur, wegen Misswirtschaft und Korruption. Verrücktes Afrika. Noch ein Müsterchen?

Zwei Polizisten sperrten am letzten Sonntagmorgen eine wichtige Verbindungs-Strasse in unserer Gegend, damit sich Idioten mit Ihren Fahrzeugen „drehen“ konnten, Pneus zerschlissen und sonst einfach ein bisschen Rowdies sein konnten. Die zwei Polizisten haben nun eine Woche Zeit, schriftlich zu erklären, wieso sie nicht suspendiert werden sollten – von Entlassung keine Rede. Ja, verrücktes Afrika.

Man liest sich!

 

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