164) Einfach Alltag

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Wie unsere Suche nach einer zweiten Domestic Workerin verläuft und weshalb Express nicht immer schnell sein muss – alles im neuen Blog. This is Africa.

Da ja Beauty unsere Domestic Workerin auf Grund ihres jungen Mutterglücks vielleicht nicht mehr so zuverlässig ist, und da sie ja sowieso nicht alle sieben Tage arbeiten kann, sind wir noch auf der Suche nach einer zweiten Mitarbeiterin. Einen Reinigungsservice haben wir bereits in der Hinterhand, doch der wird nicht so spontan einzusetzen sein, wie eben eine zweite Domestic Workerin. Wie immer machen wir uns auf Facebook auf die Suche. Eine bietet sich selber an, postet gleich das Referenz-Schreiben mit und macht einen guten Eindruck. Die passenden Tage ist sie auch noch verfügbar, das könnte die Gesuchte sein. Kontakt per Whatsapp, sie möchte kommen und hat Erfahrung in Gästehäusern, der Lohn wird auch gleich geklärt und so erscheint sie am Donnerstag zum Probearbeiten, gemeinsam mit Beauty.

Sie erledigt die Arbeiten gut und ihre Ausstrahlung ist fröhlich. Der erste Eindruck passt also, das könnte was werden. Zwei, drei Sachen laufen schief, auch das kann einmal passieren, doch die schnippischen Antworten bzw. Erklärungen oder Ausreden, stossen Barbara sauer auf. Der Probetag ist zu Ende und wir fragen sie, ob sie in Zukunft bei uns arbeiten möchte. Sie druckst rum, weicht der Frage aus und Barbara reisst der Geduldsfaden. „Was ist los, sag was Sache ist.“ „Der Lohn ist zu tief“, sagt sie vor Beauty und möchte also gleich von Anfang an mehr verdienen als unsere langjährige treue Seele. Wir erklären ihr noch, dass sie mit mindestens einem Monatslohn Trinkgeld rechnen kann, doch es wird uns schliesslich zu bunt und wir sagen ihr ab. So postet die gute also Abends bereits wieder auf Facebook, dass sie Arbeit sucht. Lieber an drei von sieben Arbeitstagen keinen Job, als einen, in ihren Augen, schlecht bezahlten.

Samstagmorgen, Zeit für den Gross-Einkauf. Wir haben kein Frühstück zu servieren und machen uns kurz nach 08.00 Uhr auf den Weg. Dann hat es noch wenig Leute und die Gestelle sind auch frisch aufgefüllt und noch voll. Alles verläuft super und wir stehen schnell wieder an der Kasse. Ich gehe zur Express-Linie, ich brauch noch Zigaretten. Ich könnte auch an der normalen Kasse Zigaretten kaufen, aber das Prozedere wäre elend lang. Die Kassiererin würde nämlich ein Knöpfchen drücken, dann kommt von irgendwo her jemand gelaufen, nimmt die Zigaretten-Bestellung auf, schlendert zur Express-Kasse, holt die Zigaretten und träumt dann den Weg zurück zu unserer Kassiererin. Also Express direkt und die Zigis sind schneller in unserer Einkaufstasche. Denkste. Die Schlange vor der Express-Kasse ist elend lang und nur eine der vier Kassen besetzt und die erst noch durch nicht die schnellste Kassierin. Das wird lange dauern. Die ersten Weissen beginnen vor sich hin zu motzen, die Schwarzen Einkäufer stehen geduldig in der Reihe. Dann ruft die erste Weisse, man solle eine weitere Kasse öffnen. Nichts geschieht. Eine ältere Dame vor mir, verliert komplett die Geduld. Gibt mir ihren Einkaufskorb in Obhut und verschwindet. Drei Minuten später kommt sie wieder. Keine Ahnung was sie gemacht hat, gebracht hats auf jeden Fall nichts. Irgendwann bin auch ich an der Reihe. „Ich will den Manager sprechen“ ruft einer hinter mir, die Kassiererin gibt trocken zur Auskunft, „der ist um die Zeit noch nicht hier…“ Das ist Afrika. Barbara wartet seit fünf Minuten auf mich, denn die Express-Kasse verdient ihren Namen nicht immer.

Man liest sich!

 

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