161) Gleich und gleich bescheisst sich gern

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Wieso der spezielle Bankraub von letzter Woche ganz typisch für Südafrika ist und wie die Geschichte dazu hilft, das Problem von Südafrika zu veranschaulichen.

Letzte Woche machte der Banküberfall Schlagzeilen, welcher von praktisch allen Mitarbeitern der VBS-Bank ausgeführt wurde. Über 120 Millionen Euro wurden erbeutet, die Bank ist nun pleite und kann nicht gerettet werden. Ich schrieb darüber (Siehe Blog 160). Mittlerweile gibt’s noch mehr Infos und das ganze ist sinnbildlich für die Probleme Südafrikas.

Die VBS Bank ist eine schwarze Bank. Gegründet zur Zeit der Rassentrennung als Schwarze sonst keinen Zugang zu Geld-Instituten hatten. Eine Bank also von Schwarzen für Schwarze. Sie gab Gemeinden Kredite und verwaltete Private Gelder. Sie wurde in den letzten Jahren kontinuierlich mit einer Art Schneeball-System ausgehöhlt. Von den Mitarbeitern, den Verwaltungsräten und eigentlich allen, die nur ein bisschen was mit der Bank zu tun hatten. Als die Gelder der Bank mehr oder weniger schon versiegten, wurden (schwarze) Gemeinden dazu gebracht, ihre Gelder anzulegen, damit sich die Involvierten weiter bereichern konnten. Kurz gesagt, die Schwarzen haben die Schwarzen beschissen, betrogen und beraubt. Ältere Menschen wissen nicht, ob ihre Altersvorsorge von knapp 1000 Euro überhaupt noch vorhanden ist. Schwarze Gemeinden können ihre Angestellten nicht mehr bezahlen und infrastrukturelle Arbeiten ausführen. Schwarze Politiker und Geschäftsleute sind die schuldigen. Die Presse liefert die Beweise. Denn zum Glück funktioniert der Journalismus hier in Südafrika sehr gut, ist auch frei und wird geschützt. Einer der Schuldigen lässt verlauten, „ich werde die bezogenen Gelder zurück bezahlen, falls bewiesen werden kann, dass ich sie unrechtmässig erhalten habe“. Sein Betrug ist schon lange offenkundig, doch erst ein Gerichtsurteil würde er wohl als „Beweis“ akzeptieren. Dass er, ein naher Verwandter des Bosses des EFF ist, der linksradikalen Partei, welche die komplette Landenteignung der Weissen fordert, stützt die Ironie in dieser ganzen Geschichte nur noch. Ironischerweise kann noch nachgereicht werden, dass es auch die Bank ist, die dem damaligen Präsidenten Zuma Geld lieh, damit er dem Staat die veruntreuten Steuergelder zurück bezahlen konnte. Dass nun auch erwiesen ist, dass es zu Ungereimtheiten bei der Kredit-Rückzahlung von Seiten Zumas kam, ist nur eine weitere Anekdote.

Korruption, Bereicherung und Betrug – eine nie enden wollende Geschichte in Südafrika. Und es muss gesagt werden: Es geschieht von den regierenden schwarzen Politiker fast ausschliesslich auf Kosten der schwarzen Bevölkerung. Seinesgleichen betrügt sich halt am leichtesten. Wird einer in die Regierung gewählt, ist sein Leben gerettet und er entflieht häufig der Armut. Ob in der regionalen oder nationalen Politik. „Nun ist meine Zeit gekommen“, denkt er und denkt nun vor allem an sich selber. An zweiter Stelle ans Wohl seiner Partei, denn nur dank der, ist er nun in der Regierung. An dritter Stelle könnte man hoffen, er schaut für das Wohl des Landes. Doch nein, er muss seine Wiederwahl sichern, seine Position innerhalb der Partei stärken und verfolgt nun die Ziele einer ausgewählten Interessensgruppe. So ist das leider.

Nun müsste man meinen, nach all den Vorfällen ist ein Regierungswechsel bei den Wahlen 2019 sicher. Dazu wird es nicht kommen. Auch wenn die Journalisten frei arbeiten und berichten, die Informationen werden von den grössten Teilen der Bevölkerung nicht gelesen, nicht geglaubt und noch schlimmer, nicht verstanden. Wissen, setzt Bildung voraus. Bildungsgelder fliessen zwar, doch kommen sie selten an den richtigen Stellen an. Denn nur die unzureichend gebildete Bevölkerung wählt getreu der Parteilinie und vor allem der Familientradition entsprechend. So bleibt die grösste Hoffnung, dass es dem neuen Präsidenten gelingt, die führende Partei von all der Vetternwirtschaft zu befreien. Entsprechend bläst ihm parteiintern ein starker Wind entgegen. Weil wie geschrieben – jeder ist sich selbst am nächsten.

Man liest sich!

 

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