159) Der (fast) grüne Pool und Allesverloren

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Warum mein Besuch beim Pool-Boy das Herz schneller schlagen liess und was es mit allesverloren auf sich hat – hier im Blog.

Die Tage werden wärmer, die ersten heissen Tage sind schon da. „Bald wird jemand in den Pool springen und die Saison so richtig eröffnen. Zeit die Wasserqualität im Griff zu haben, Zeit für eine Wasserprobe bei unserem Pool-Boy des Vertrauens.“ Dachte ich vor zwei Wochen. Letzte Woche, es war gerade mal wieder sonnig, kam es mir nochmals in den Sinn. Diesen Donnerstag erinnerte ich mich an mein Vorhaben und setzte es um. Man kann meinen, ich sei schon Südafrikaner. Heute oder Morgen oder Irgendwann, Hauptsache man tut es. Also, zuerst halte ich mal einen Teststreifen ins klare Wasser. Die Kontroll-Farben sind nicht überall so, wie sie sein sollten. Wasser in die Flasche und los. Der Mann im Pool-Shop hält ebenfalls einen Streifen und zusätzlich ein Messgerät in die Wasserprobe. „Wie schaut das Wasser aus“, fragt er mich. „Klar, schön, alles wunderbar“, antworte ich ihm. Er meint, „alles richtig gemacht…“ innerlich strahle ich vor Bademeister-Stolz, schliesslich war ich vor Monaten das letzte Mal hier. Im Winter springt niemand ins 16 Grad warme Wasser und solange der Pool schön aussieht, mache ich auch nichts. Er fährt fort „alles richtig gemacht…, dass Du jetzt hier bist. In zwei Tagen wäre der Pool grün…“ Viele lassen hier unten den Pool einfach grün, braun oder zu einer Kloake werden über den Winter und schmeissen dann eine Chemie-Keule ins Wasser, dass sich fast der Verputz von der Pool-Wand löst und das Wasser für einige Tage nicht mal berührt werden darf. Aber als Gästehaus, sind wir auf unser ewig klares Wasser im Pool stolz. Glück gehabt, würde ich mal sagen und so ist das Poolwasser innerhalb von zwei Stunden wieder einwandfrei und man kann bedenkenlos schwimmen, planschen und einfach geniessen. Aber knapp war es wohl.

Frühling am Kap heisst für uns auch immer, einige Gäste zu haben und trotzdem noch Zeit für Ausflüge zu finden. Noch schöner, wenn die Gäste Freunde sind und wir gemeinsam auf Tour gehen. „Swartland“ eine aufstrebende Weingegend eine Stunde von uns entfernt, ist das Ziel. „Allesverloren“ das angepeilte Weingut. „Alles verloren“ hatten die Gutsbetreiber Anfang 1700, als sie für 14 Tage das Gut verliessen um in Stellenbosch Lebensmittel und Werkzeuge einzukaufen. Bei ihrer Rückkehr war alles niedergebrannt, die Farm wurde überfallen. „Alles verloren“ der daraus entstandene Name ist also tatsächlich auf eine traurige Geschichte zurück zu führen. Wir wissen um die alte Geschichte des Weinguts und sind bezüglich der Weine ein wenig skeptisch. Zu viele alte Weingüter haben wir bereits besucht und merkten, jüngere, modernere Weine sind eher unser Ding. Doch die Atmosphäre beim Tasting, die Aussicht und auch die ersten Proben belehren uns eines besseren. Ein guter Start in den Tag. Ziel Nummer zwei, ein Wein-Estate, welches erst vor kurzem in der Schweizer Boulevardzeitung hohe Beachtung bekam. Nichts wie hin. Wir finden die Farm, wir sind also am richtigen Ort, doch weit und breit keine Menschenseele sichtbar. „Wer nicht will….“ So machen wir uns auf den Weg Richtung AFRICA-LODGE und haben da ja noch einen Tipp, aus der Zeit, als wir selber hier am Kap noch Touristen waren und dort traumhafte Stunden erlebten. Nichts wie los, es liegt auf dem Weg. Kurz gesagt, es war gar nichts. Die Preise fürs Picknick waren höher, als der fürs Rinder-Filet in unserem Lieblings-Restaurant, die Weine schmeckten uns gar nicht. Dabei hatten wir doch so schöne Ferien-Erinnerungen…

So ist es doch immer. Erfolg kann zur Bequemlichkeit führen oder zu europäischen Preisen. Mediale Beachtung bringt auch nur dann etwas, wenn man wirklich bereit ist. Und, Vorhaben sollte man umsetzen, wenn man daran denkt und nicht erst irgendwann. Ob in Südafrika oder irgendwo auf der Welt.

Man liest sich!

 

PS: Für „Insider und/oder Blick-Leser“ – Eben Sadie ist nicht bereit und Warwick überschätzt/überteuert.

 

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