157) Weltmeisterschaften in Südafrika

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Wir besuchten internationale Titelkämpfe, feierten dabei Schweizer-Siege, dazu gab es nochmals Schnee in den Bergen – der Frühling kämpft, wir sehnen uns nach wärmeren Tagen.

Acht Jahre nach der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika, ist es Zeit für die nächsten internationalen Titelkämpfe am Kap. Und an welch traumhafter Lage. Mehr oder weniger direkt am Meer, mit einer unglaublichen Aussicht, finden die Wettkämpfe statt. Der Ort, eine vornehme Gegend am Fusse des Tafelbergs in einem Vorort von Kapstadt. Selbstverständlich fahren wir hin. Schliesslich gibt es für die Schweiz Medaillen zu gewinnen. Sogar Wettkämpfer aus Barbaras alter Heimat sind im Einsatz. Freitag um den Mittag herum fahren wir los. Eine knappe Stunde später stehen wir vor dem Kassen-Häuschen, bezahlen 30 Rand Eintritt (gut 2 Franken) und ohne Sicherheitskontrolle sind wir in der schmucken Arena. Rund um den Turnierplatz ist ein schöner weisser Zaun aufgestellt, dahinter finden sich Food- und Getränke-Stände und gleich auch die Garderoben der Wettkämpfer in schönen Zelten. Sogar eine Grossleinwand, welche sämtliches Turnier-Geschehen live überträgt ist aufgestellt. Mehrere Kamerateams sind auf der Wiese und filmen unentwegt. Weltmeisterschaften halt. Doch kein einziges Sponsoren-Banner ist aufgehängt, fast wie an olympischen Spielen, alles werbefrei.

„Eggskjusmi du ju häf…“ und mit dem Finger macht er das „Feuerzeug-Zeichen“. Die Zigarre oder vielmehr den Stumpen den er damit anzünden will, zeigt mir als ehemaliger Sportler, der junge Mann hat was zu feiern. Das Schweizer-Kreuz auf seiner Trainerjacke zeigt uns, die Schweiz hat was zu feiern. In typischer Schweizer-Manier, beantwortet er unsere Fragen, nun auf Schweizerdeutsch. „seit ihr schon fertig, mit dem Wettkampf“, fragt Barbara. „Ja“, meint er. „Und wie ist es gelaufen“, fragt sie nach. „Nicht schlecht“ erwidert er. Stille. „Wir sind Weltmeister geworden“, teilt er uns zögernd mit. Zurückhaltung, war schon immer eine Schweizer Tugend. Die Atmosphäre erinnert mich an ein Turnfest. Ein schlecht besuchtes Turnfest. Ausser den Wettkämpfern aus verschiedensten Nationen und vielleicht mal deren Familie, verirrt sich fast niemand hier her. Schade, denn die Organisatoren scheuten keine Mühe. Die Arena ist wirklich schön, der Kommentator gibt’s sich riesig Mühe und plaudert ohne Pause. Die Wettkämpfe werden nicht nur auf die Grossleinwand übertragen, sondern sind Live in der ganzen Welt auf Youtube mit zu verfolgen. Wir erleben zwei Weltmeister-Titel für die Schweiz, mit den entsprechenden Siegerehrungen, inklusive abspielen des Schweizer-Psalms. Doch trotz unserer moralischen und lautstarken Unterstützung, reicht es dem dritten Schweizer-Team am heutigen Freitag, nur zum undankbaren vierten Platz. Nichts desto Trotz, es war ein schöner Ausflug nach Camps Bay. Für den Abend hätten wir sogar noch eine Einladung des Schweizer Konsulats gehabt um zusammen mit den Athleten die Erfolge bei Wurst und Bier zu feiern. Sport ist verbindend. Für alle, die auch mal hinwollen. Die nächsten Weltmeisterschaften finden 2022 in der Schweiz statt, in Sursee-Luzern, verrät uns das Banner beim Ausgang. „Tug of War“ – oder wie wir es kennen: Seilziehen, bescherte uns einen unterhaltsamen Nachmittag.

So feierten wir diese Woche Weltmeister-Titel, beherbergten Gäste und froren immer mal wieder. Der Winter, inklusive Schneefall auf dem Tafelberg und auf den Bergen um uns herum, kam nochmals zurück. Hoffentlich nun zum letzten Mal. Die Dämme sind gut gefüllt, der Sommer kann und soll nun kommen.

Man liest sich!

 

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