155) Verheerende Explosion

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Ein lauter Knall erschüttert unsere Region. Schnell ist klar, es ist etwas schlimmes passiert. Wie wir das erlebten und alles weitere zur vergangen Woche im neuen Blog.

Montag, wie fast immer sind wir auf dem Weg an den Strand um unsere Hunde toben zu lassen. Sie geniessen die Beach-Walks wie wir auch. Die Gegend, es geht so. Nahe bei den Townships und deshalb nicht so wahnsinnig sicher. Doch Fynn und Ziva geben uns Sicherheit und meistens sind auch noch zwei, drei Fischer am Strand. Dieser Strandabschnitt ist speziell. Eigentlich war bzw. ist das ein Beach-Resort. Ein Wasserpark, gebaut 1991 mit Wasserrutsche, Restaurant und allen erdenklichen Unterhaltungs-Möglichkeiten. Gebaut zur Apartheid-Zeit und benutzt von den benachteiligten Menschen. Heute, wie es heisst „nach einigen finanziellen Ungereimtheiten“, eine Ruine.

Speziell ist die Atmosphäre, sie diente schon oft als Kulisse für einige Film- und Foto-Aufnahmen. Speziell auch, ist das Ende unseres Spaziergangs am Strand. Er endet jeweils bei einem hohen Zaun, dem Beginn des Areals einer Munitionsfabrik. Eine Munitionsfabrik bestehend aus der Fusion eines deutschen Rüstungsbetriebs und der Südafrikanischen Firma, welche die Munition für Armee und Polizei herstellt. Ein nicht unbedeutender Arbeitgeber für die ärmere Bevölkerung. Nach einer Stunde sind wir zurück vom Spaziergang, die Hunde fast erschöpft und wir geniessen den lauen Frühlingstag im Garten. Dann, ein unglaublicher Knall, die Scheiben zittern und unsere Holztüren bewegen sich sogar. Wir sind uns sofort bewusst, da stimmt etwas nicht.

Facebook und unser Nachbarschafts-Chat sind sofort voll von Nachrichten. Alle haben es gehört, sogar bis nach Stellenbosch. „Tankstelle in die Luft geflogen“, ist mein erster Gedanke, doch nirgends ist Rauch zu sehen. Die ersten Nachrichten in den sozialen Medien vermuten einen Test der oben erwähnten Munitionsfabrik. Solche Tests haben wir einige Male gehört, doch der heutige Knall klingt nicht nach einem Test. Zu stark war das ganze bei uns spürbar. Und wir sind schliesslich rund fünf Kilometer entfernt. Einer ist im Baumarkt und schreibt: „Zeug fiel aus den Regalen, ich hatte Angst, wollte mich unter das Regal verkriechen – doch ich bin zu dick.“ Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Bald haben wir traurige Gewissheit, es war eine Explosion in der Munitionsfabrik, acht Mitarbeiter verloren ihr Leben – Ursache bis heute unbekannt.

Nächstes Jahr sind grosse Wahlen in Südafrika. Schnell wird leider auch dieses Unglück zum Wahlkampf. Die Premier-Ministerin des Western Cape besucht „Wahlkampf-gemäss“ die Unglücksstelle und lässt sich zitieren. „Es ist die Zeit gekommen, dass diese Munitionsfabrik von hier verschwindet. Irgendwo hin, wo es keine Gemeinde gibt, weil in dieser Gefahr zu leben, nicht menschenwürdig ist.“ Unglaublich, oder? Es wird also Arbeitslosigkeit geschaffen und wer soll denn in einer Fabrik arbeiten, wo keine Menschen in der Nähe sind? Wahlkampf treibt seltsame Blüten.

So auch der Präsident persönlich. Diese Woche wurde in Südafrika offiziell bekannt gegeben, dass man sich in einer Rezession befindet. Natürlich tat dies der Finanz-Minister. Was macht der Präsident? Er beruhigt, schliesslich stimmen diese Angaben nicht, und man werde weiterhin viel Kraft in die Wirtschaft investieren und die Arbeitslosigkeit bekämpfen, verkündet er. Manchmal ist einiges seltsam in Südafrika. Auch das Wetter.

Mit Ausnahme vom Montag, war noch nichts mit Frühling. Im Gegenteil, Winter mit Schneefall bis in unserer Nähe. Und alle wollen da jeweils hin. Sofort fragt man nach, wo man Schnee berühren könne… Seltsam für Schweizer in Südafrika.

Man liest sich!

 

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