154) Das gibt’s nur in (Süd-) Afrika

am

Frühlingsbeginn in Südafrika. Es ist auch langsam Zeit, doch wir werden weiterhin noch mit kalten Tagen zu kämpfen haben. Was es nebst dem Frühling auch noch in einzelnen Portionen gibt, hier im neuesten Blog.

Endlich nehmen die wirklich kalten Tage nun hoffentlich ein Ende. Regen darf es gerne ab und zu noch geben, aber sonst sind wir wirklich froh, dass es nun mit den Temperaturen aufwärts geht. Der Winter war lang und eben ziemlich kalt.

20Grad

Somit geht es mit unserer Laune aufwärts, weil unsere Tage länger werden und vor allem auch mehrheitlich wieder draussen stattfinden. Das belebt Gemüt und Körper.

Auch der südafrikanischen Regierung liegt die Volks-Gesundheit scheinbar am Herzen. Vor einigen Monaten wurde die Zuckersteuer eingeführt. Cola und viele andere Süssgetränke kosten seither mehr. Ob damit die Menschen gesünder werden oder doch eher nur die Staatsfinanzen, wird die Zukunft weisen. Fettleibigkeit ist bestimmt ein augenfälliges Problem. Nun geht es nach der Meinung des Gesundheitsministers, den Rauchern an den Kragen. Zigaretten-Automaten sollen verschwinden, sämtliche Zigaretten-Packungen gleich aussehen und in den Läden dürfen sie nicht mehr ausgestellt und auch nicht beworben werden. Das alles wäre strenger als so manches Raucher-Gesetz in Europa. Der Widerstand ist gross, vor allem weil der Einzelverkauf der Zigaretten ebenfalls verboten würde. Der Einzelverkauf ist das grosse Geschäft. Viele, viele Shops in den ärmeren Gegenden leben generellen vom „Einzelverkauf“. Lebensmittel und fast alles wird dort in kleinen „Tranchen“ angeboten. Die Bewohner der Townships können sich oft keine grossen bzw. normale Packung leisten. So gibt’s dort alles in Tagesrationen oder im Falle der Zigarette eben Einzeln. Für einmal ist nun der Aufschrei gerade dort sehr gross. Übrigens blüht der Schwarzhandel und der Schmuggel von Zigaretten in Südafrika unglaublich stark, es darf also generell in Frage gestellt werden, wie dieses Gesetz seine Wirkung entfaltet. Von diesen kleinst-Shops gibt es in Südafrika gemäss einer Studie, fast 60 Mal mehr, als normale Supermärkte, wie wir sie kennen.

Der „Einzelverkauf“ in seiner extremsten Blühte erlebe ich auf der Strasse. An der Kreuzung schleicht und hoppert ein Auto mühsam durch den Verkehr, bevor es ganz stehen bleibt. „Dem ist wohl das Benzin ausgegangen“, denke ich. Der Fahrer steigt im Morgenverkehr seelenruhig aus, öffnet die Heckklappe und ich fühle mich in meiner Vermutung bestätigt. Doch nein, er nimmt eine Petflasche aus dem Kofferraum und keinen Kanister. „Überhitzt kann das Auto doch gar nicht sein“, denke ich, bevor ich tatsächlich sehe, dass er den Tankdeckel öffnet und 1,5 Liter Benzin in den Tank füllt. So alt und verlottert wie seine Karre ist, kommt er mit diesem guten Liter nicht weiter als die nächsten paar Kilometer – an der Kreuzung steht übrigens eine Tankstelle, doch die braucht er nicht und er fährt wieder los. So amüsant diese Geschichte auch sein mag, sie zeigt, in Südafrika leben viele oder sogar die meisten, von der Hand ins Maul. Tag für Tag.

Man liest sich!

 

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