143) Endlich Winter – endlich Regen

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Der Winter ist nun da – die allerletzten Gäste abgereist. Season-End in der AFRICA-LODGE. Wie wir die Winterwoche verbrachten und weshalb der Gärtner wieder zum Fahrrad-Mechaniker wurde – alles im neuen Blog.

Der Winter ist nun angekommen. Kühles Wetter und einige, teils ergiebige Regenschauer erfreuten uns. Nicht alle. Ziva und Fynn bleiben wahre Ridgebacks und können nur mit viel Zureden und motivieren ins Freie gelockt werden. Zum Glück und auch das ist der südafrikanische Winter, gibt es auch Sonnenschein und Temperaturen bei 20 Grad. So dass wir die beiden nach den „Stubenhocker-Stunden“ ans Meer zum toben ausführen können. Der Regen füllt den Pool auf, bewässert den Garten dermassen, dass die Erde nun wirklich gesättigt ist und der Rasen schon bald wieder in alter grünen-Frische erstrahlt. Doch nicht nur dies, er füllt auch ein wenig die Dämme und vor allem alle Regentonnen, die die Südafrikaner in Hülle und Fülle gekauft haben. Jeder der es sich leisten kann, kaufte in den vergangenen Wochen und Monaten sogenannte Jojo-Tanks mit Fassungsvermögen von mehreren tausend Litern. Wasser muss immer noch gespart werden, die Restriktionen sind immer noch gleich straff und werden es wohl auch noch lange bleiben. Viele, viele Regentage müssen folgen um die Situation auch bloss nur ein wenig zu entschärfen. Viele Entsalzungs-Anlagen sind angekündigt und befinden sich im Bau. Immer noch im Bau. Die ersten hätten im März ans Netz gehen sollen. Hätten. Denn erst eine einzige ist seit dieser Woche nun im Betrieb. Es dauert halt einfach alles lange und länger.

Länger dauerte es auch bis die Südafrikaner wirklich den Ernst der Lage verstanden haben. Viele haben es bis heute noch nicht. Doch immerhin wurden diese Jojo-Tanks gekauft. Ich frage mich einfach, was mit dem Wasser gemacht wird. Viertausend Liter sind schnell gesammelt, die Tanks jetzt schon voll. Und nun? Jetzt bleibt das Wasser im Tank, bis man dann im Oktober, wenn der Regen bestimmt wieder ausbleibt, den Garten damit bewässert oder vielleicht noch den Pool auffüllt. Ein- bis zweimal für mehr reichen diese Tanks nicht. Die nun kommenden Regenschauer fliessen schon nicht mehr in die Tanks, die sind ja voll. Und im Oktober, dann wenn die Tanks wieder leer sind, fällt kein Regen mehr. Aber ja, immerhin wurden einige tausend Liter gespart. Mehr aber auch nicht. Und doch hat nun jeder das Gefühl, er sei der Wassersparer schlechthin. Und da Garten bewässern und Pool-Befüllen mit Leitungswasser schon lange verboten ist, hat er streng genommen gar nichts gespart.

Ein Regentag war so stark, dass wir den Arbeitstag unseres Gärtners verschieben mussten. Ich hab es nicht übers Herz gebracht, ihn im Regen arbeiten zu lassen. Als er einen Tag später zu Arbeit erschien, kam er zu spät. Sein Fahrrad macht ihm wirklich das Leben schwer. Plattfuss hinten. „Ich muss das dann noch flicken, bevor ich am Abend nach Hause gehe oder fahre“. Zweimal musste er auf dem Weg zu uns anhalten und das Hinterrad aufpumpen. Ich werde also abends ein weiteres Mal in die Kindheit zurück versetzt und flicke mit ihm den Schlauch. Der Schlauch ist spröde, das Flicken unmöglich. „Zu gross ist der Schlauch auch, ich hab die falsche Grösse gekauft. Deshalb muss ich fast zehn Zentimeter des Schlauches ineinander schieben“,  erklärt er mir. Ich schmunzle bloss. Trotz viel Leim und dem Kleber, das Loch bleibt. „Ich will nicht nach Hause laufen, ich habe noch einen Plan.“ Da ja sowieso zehn Zentimeter des Schlauches zu viel sind, bindet er einfach die Stelle mit dem Loch mit zwei Schnüren ab, verklebt alles doppelt und dreifach mit Klebeband, schiebt alles wieder ineinander und siehe da, es entweicht fast keine Luft. “Lange funktioniert das nicht“, sagt er, „aber so komme ich nach Hause.“ Da bin ich mit ihm einig und bin echt verblüfft. Ich hätte nämlich schon lange aufgegeben und wäre gelaufen. Er findet Lösung um Lösung, weil er nicht aufgibt. Wohl auch darum ist er ein zuverlässiger Mensch und Arbeiter.

Man liest sich!

 

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