141) Die Folgen des Wassersparens

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Es wird weiterhin tatkräftig Wasser gespart, warum dies nicht nur gut ist und weshalb man sich mehr auf private statt staatliche Institutionen verlassen soll – alles im neuen Blog.

Day Zero ist für das Jahr 2018 immer noch abgesagt. Wir sparen trotzdem weiter und haben unseren Wasserverbrauch in einer Woche ohne Gäste, gut unter Kontrolle. Knapp 100 Liter verbrauchen wir zu zweit mit Fynn und Ziva zusammen. Mit täglich Duschen, Trinken, Waschen und Kochen. Ein bisschen stolz macht uns dies schon, zumal wir keine wirklichen Einschränkungen spüren. Gut, jetzt wo die Abende und Nächte merklich kühler werden, wäre es doch ab und zu schön, länger unter der heissen Dusche zu stehen. Aber wir beissen uns durch. Geregnet hat es ein wenig und so sind wir weiterhin zuversichtlich. Weniger zuversichtlich ist die Stadt-Regierung, die befindet sich in der Budget-Phase und ihre Kassen sind leer. Auch wegen der Wasserknappheit.

Gegenüber früheren Jahren wird nur noch die Hälfte Wasser verbraucht, entsprechend tief sind nun natürlich die Einnahmen. Das kann nicht lange gut gehen und so wurde schon über die Einführung einer Dürre-Steuer diskutiert, diese dann aber wieder verworfen. Doch nun soll einfach mal eine generelle Pauschale für Wasser und Strom erhoben werden, bevor überhaupt etwas durch die Leitungen fliesst – ob Strom oder Wasser. Mit dem Strom ist das nämlich auch so eine Sache. Die staatliche Firma, total unterwandert von Zumas-Freunden aus Indien, überzeugt nur noch durch Korruption. Man stelle sich vor. In den letzten 15 Jahren sind die Lohnkosten und die Mitarbeiterzahlen bei diesem Betrieb um gut 30% gestiegen, die Produktion und entsprechend der Stromverkauf, stagnierte mehr oder weniger. So wird jede Kasse leer. Und mir hallen immer wieder die Worte eines Südafrikaners in den Ohren nach, als er mir vor etwa zwei Jahren sagte, „verlass Dich nie auf etwas staatliches wenn Du willst, dass es funktioniert. Löse es mit privaten Firmen.“ Und ja, so ist es. Um unsere Sicherheit kümmert sich in erster Linie nicht die Polizei, sondern eine private Firma. Arzt oder im schlimmeren Fall Spital, alles privat. Entsprechend auch die Versicherung. Internet nicht über den staatlichen Anbieter.  Will ich, dass ein Paket oder ein Brief wirklich ankommt, unbedingt eingeschrieben verschicken oder noch besser, per Kurier. Wie ich diese Woche erfuhr, ist die Post-Stelle in Stellenbosch geschlossen, kein Geld mehr, nachdem es vorher schon während Wochen keine Briefmarken mehr gab. Verstaatlichungen, sind also maximal dann eine gute Sache, wenn der Staat funktioniert.

Und einmal mehr fühlen wir uns halt nur am Rande von alledem betroffen. Schliesslich leben wir möglichst unabhängig und sind auch nur zu Gast in diesem wunderbaren Land. So geniessen wir die Tage und die Schönheit von Südafrika mit Spaziergängen am Meer und Ausflügen. Dazu nun zum ersten Mal in diesem Jahr auch mit Raclette und Cheminee-Feuer, passend zur ersten Kältephase. Nächste Woche brennt dann höchstens wieder der Grill, mit fast dreissig Grad kommt der Sommer nochmals zurück. Ob es in Südafrika auch einen Altweiber-Sommer gibt?

Man liest sich!

 

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