135) Ostern in der AFRICA-LODGE

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Was Ostern alles mit sich bringt, weshalb wir Abschied von unserer Beauty nehmen müssen und wie wir den malawischen Gärtner zu Freuden Tränen rührten. Alles im neuen Blog.

Natürlich wird auch am Kap das Osterfest begangen. Vieles gleich wie in der Schweiz, einiges komplett anders. Die Läden haben mehr oder weniger immer geöffnet, der Karfreitag ist bedeutend heiliger als die restlichen Tage und trotzdem kann am Karfreitag auch eingekauft werden. Und wie. Die Panikkäufe finden an diesem Tage und nicht wie in der Schweiz am Donnerstag statt. Und auf eines ist, wie in der Schweiz, verlass: Das Wetter ist schlecht. Mindestens bei uns am Gründonnerstag und Karfreitag. Und wohl wiederum im Gegensatz zur Schweiz, herrscht bei uns Freude. Zumindest bei uns, bei unseren Gästen hielt sich die Freude natürlich in Grenzen. Doch auch sie erleben täglich wie wichtig jeder Regentropfen ist und nahmen es entsprechend leicht. Auch bei Regen bietet die Region schliesslich genug Sehenswertes. Der Regen war auch ergiebig und man hört nun förmlich das Gras im Garten wachsen. Die Wassersituation entspannt sich also immer wieder ein wenig, auch wenn der Verbrauch seit dem Ende von „Day Zero“ zu nimmt.

Ostern bedeutet bei uns auch immer „eigentliches Saisonende“ natürlich haben wir immer noch Gäste und erwarten auch weitere, doch für unsere Mitarbeiter heisst es immer an Ostern: Trinkgeld-Verteilung. Für Beauty unsere treue Seele, wie auch für unseren Gärtner, gab es Dank vielen zufriedenen Gäste, wiederum mehr als einen Monatslohn an Trinkgeldern. Gärtner Ephraim konnte sein Glück kaum fassen. Er liess sich sogar mehrfach zu einem „malawischen Juchzer“ hinreissen, so glücklich war er. Es ist immer wieder rührend, in solch glücklich glänzende Augen zu sehen. Als Wohltäter fühlen wir uns deshalb überhaupt nicht. Schliesslich ist es ihr verdientes Geld für vollkommen zufriedenstellende Arbeit. Und trotzdem sind wir uns bewusst, was es für sie bedeutet.

Ostern, da Ende März, hiess für uns aber auch vorläufig Abschied nehmen von Beauty. Sie wird nun in den Schwangerschaftsurlaub gehen und in den nächsten vier Wochen ihr zweites Kind gebären. Wie schon vor Wochen vereinbart, war also am Donnerstag ihr letzter Arbeitstag. Es gibt noch einiges an Wäsche zu bügeln, deshalb wollte sie am Montag nochmals kommen. Barbara sagte ihr, dass sie das schon erledigen werde. Beauty glaubte ihr nicht. Sie kann sich nicht vorstellen, dass eine weisse Frau bügeln kann. So ist die Welt. Vielleicht vermisst Beauty die AFRICA-LODGE, am Ende des Tages sagte sie uns, dass sie so lange es noch geht, doch noch einen Tag kommen möchte. Wir sehen sie also bald wieder. Wohl nicht mehr sehen werden wir unsere andere Maid, welche überstürzt Südafrika wegen eines Todesfalles verlassen hat. Seit zwei Wochen sollte sie zurück sein. Wir haben nichts gehört, selbst Beauty nicht, welche sonst mit ihr in Kontakt steht. „So was macht man doch einfach nicht“, merkte Beauty verärgert an. „Man kann doch sagen was Sache ist“, führt sie weiter aus. Ja, genau so sehen wir das auch. Aber, war es nicht Beauty, die einfach einmal Südafrika und die AFRICA-LODGE, wegen eines Unglücksfalles in der Familie verlassen hat und erst nach einem halben Jahr zurückkehrte? Andere Mentalitäten, andere Sitten.

Man liest sich!

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