134) keine besonderen Vorkommnisse

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Wenn eine Woche ins Land zieht, ohne spezielle Ereignisse, dann hat man in Südafrika trotzdem was zu erzählen.

Eine Woche ohne spezielle Ereignisse. Eine ganz normale Woche liegt hinter uns. Da ist zum Beispiel der Gärtner, der mir sagt, dass er nichts mehr zu Essen habe und ob ich ihm nicht etwas geben könne. Ich mag ihn ja sehr und er ist wirklich zuverlässig. Aber aufgepasst, gibst du hier den kleinen Finger, ist schnell die ganze Hand und der Arm und noch vieles mehr weg. Er will ja seinen Lohn erst zum Monatsende, da er sonst zu wenig spart. Ich frage ihn, ob ich ihm Geld geben soll. „Nein, kein Geld, bitte einfach etwas zu essen.“ Natürlich hab ich Mitleid, doch was soll ich ihm geben? Ich kann ihm ja nicht einfach eine Packung Teigwaren mitgeben, ich weiss ja nicht mal ob er eine Kochgelegenheit hat oder überhaupt weiss, wie er die Teigwaren geniessbar macht. Und für ihn zu kochen um ihm das dann mitzugeben, dafür hab ich wirklich keine Lust. Wieso will er bloss kein Geld? So könnte er sich doch etwas kaufen. Für Barbara und mich ist schnell klar, dass wir ihm einfach einen Vorschuss geben. Ich sage ihm, dass er einen Vorschuss haben könne und sich so etwas zu Essen kaufen kann. Nun ist er plötzlich damit einverstanden, Geld zu bekommen. Ein Missverständnis. Er wollte wohl um Essen betteln, aber dass ich ihm Geld schenke, das wollte er nicht. Nun bekommt er seinen Vorschuss, muss nicht Hungern, mein Gewissen ist beruhigt und alles ist in Ordnung.

Unsere Nachbarn haben auch einen Hund, wie fast jeder hier im Quartier. Einen Golden Retriever und mit ihr verstehen sich unsere zwei prima. Sie spielen sogar oft am Zaun entlang miteinander. Doch wehe, der Nachbar bekommt Besuch mit einem anderen Hund. Dann geht es richtig ab an unserem Zaun und man könnte meinen es gehe um Leben und Tod. Diese Woche war ein besonders kleiner Hund zu Gast. Fynn und Ziva bellen wie verrückt und machten dem Besucher wohl klar, dass er hier nicht erwünscht ist. Plötzlich hör ich ein unaufhaltsames Quitschen und Hundegeschrei. Ich hatte schon Angst, der Kleine ist durch den Zaun geschlüpft und kämpft ums Überleben. Sofort renne ich in den Garten und höre die Nachbarin mit Besuch laut lachen. Sie sahen wohl mein Entsetzen, als ich in den Garten rannte. Der Kleine Kläffer stand zwei Meter vom Zaun entfernt, direkt bei seinem Besitzer und jammerte so laut. Er erschrak wohl ab dem blossen Anblick von Fynn und Ziva.

Wenn es so zur Sache geht, merkt man Ziva die Jugendlichkeit noch an, sie weiss nicht so genau was zu tun ist und sucht immer wieder auch den Schutz von uns. Während Fynn seinen Mann steht und nicht von der Stelle weicht. Der Hundebesuch blieb über Nacht. Als ich Fynn und Ziva das Frühstück servierte, kam der Kleine wieder an den Zaun. Sofort verliess Fynn seinen Futternapf um dem Kleinen ein weiteres Mal zu sagen, was Sache ist. Und was macht Ziva? Auch sie verlässt ihre Futterstelle um sofort aus Fynns Napf weiter zu fressen… unsere Kleine setzt also Prioritäten.

So ist eine weitere Woche in der AFRICA-LODGE vergangen, ohne besondere Vorkommnisse und trotzdem haben wir einiges erlebt.

Man liest sich!

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