133) Wenn unsere Maid eine Reise tut…

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Eine unserer Maids musste nach Hause – was das vor allem für sie bedeutet und welchen besonderen Protest es diese Woche gab – alles im neuen Blog.

Unsere Angestellten, die zwei Maids aus Simbabwe und der Gärtner aus Malawi, sind offiziell als Flüchtlinge hier. Aber eigentlich kann man sie eher mit den Gastarbeitern, wie wir sie in der Schweiz zum Beispiel aus Italien kennen, vergleichen. Dies ist auch der Grund, weshalb sie zuverlässiger sind. Sie sind zum Arbeiten hier, völlig auf sich alleine gestellt und sicherlich ohne Hilfe des südafrikanischen Staates. Unsere erfolglosen Versuche mit einheimischen Angestellten, habe ich in vergangenen Blogs zur Genüge erzählt. Die eine Maid, welche zwei Tage die Woche bei uns ist, musste nun wegen eines tragischen Unglückes in der Familie nach Hause reisen. Eine Reise nach Simbabwe würde für uns einige Stunden im Flugzeug bedeuten und hin und zurück gut 500 Franken kosten. Für unsere Maid bedeutet es fast 3000 Kilometer in einem vollgestopften Minibus zu fahren, knapp einen Monatslohn zu bezahlen und nach zwei Tagen und zwei Nächten in der Heimat an zu kommen. Da sich die Saison langsam aber sicher dem Ende zu neigt, können wir sie für den Moment entbehren. Und selbstverständlich verstehen wir ihr auch ihre abrupte Abreise. Trotz der langen Anreise, will sie nur für einige Tage in der Heimat bleiben und schnellst möglich wieder nach Südafrika zurück kehren. Schliesslich verdient sie ohne zu Arbeiten auch kein Geld. Seit Mitte der Woche wollte sie wieder hier sein, eigentlich… Bis jetzt warten wir vergebens auf ein Lebenszeichen von ihr. Wir hoffen einfach, es geht ihr gut und sie meldet sich bald bei uns. ((Maid ist eigentlich ein veralteter Ausdruck – domestic Workerin, nennt man sie heute))

Mal wieder Proteste

Proteste gibt es hier immer und immer wieder. Meist protestieren die ärmsten der Armen um auf ihre schlechte Lage hin zu weisen. Sie zünden alles an, was irgendwie brennt meist zur Hauptverkehrszeit auf der Autobahn, zwischen Somerset West und Kapstadt. Dazu werfen sie noch Steine auf die fahrenden Autos. Entsprechend gross ist die Angst von den Autofahrern in eine solche „Protest-Aktion“ zu geraten. Auch Linienbusse, welche die Schwarzen aus den Townships in die Stadt zur Arbeit fahren werden häufig angezündet. Dass damit dann ihres Gleichen bestraft werden und vielleicht sogar die Arbeit verlieren, ist ihnen egal. Gestern ist der Verkehr komplett kollabiert in Somerset West. Nichts ging mehr. Grund: Protestaktion. Schnell gingen die Warnungen über die sozialen Medien. Fluchend wurden diese von den wartenden Autofahrern im Feierabendverkehr kommentiert. Bis plötzlich der Grund für die Blockade über die Kanäle verbreitet wurde. Mütter und Väter demonstrierten an der Stelle, wo schon seit Jahrzehnten (!) eine Fussgänger-Brücke gebaut werden soll. Nicht irgendeine Brücke, sondern hauptsächlich für die schwarzen Kinder. Kinder die links der Autobahn wohnen und auf der anderen Seite der vier Autospuren zur Schule gehen. Unglaublich, dass solch ein Bau, sich so lange verzögert. Schön war zu sehen, wie schnell sich die Tonart in den Kommentaren änderte. Plötzlich wurde geschrieben, nun stehe ich sogar gerne im Stau oder ähnliches. Solidarität kennt manchmal keine Farbe.

Und bei uns werden die Tage langsam ruhiger. Wahnsinn: bereits unsere dritte Saison neigt sich langsam dem Ende zu. Die Zeit vergeht auch hier unten manchmal schnell. Noch gut einen Monat haben wir Gäste, aber es werden immer weniger. Wir freuen uns auch auf die Zeit, wo wir die AFRICA-LODGE wieder ganz für uns haben.

Man liest sich!

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