130) Wenn der Pool trübe wird

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Day Zero ist nun sogar erst im Juli, Ziva feiert Geburtstag und warum uns der Pool eine Woche lang beschäftigt – alles im neuen Blog.

Ein Pool im Hochsommer ist was Schönes. Und gerade als Gästehaus natürlich unentbehrlich. Die Wasserknappheit verbietet schon lange das Auffüllen des Pools mit Leitungswasser. Zum Glück haben wir einen eigenen Brunnen und können so den Gästen diesen „Luxus“ noch bieten. Auf Grund der vergangenen Brände, dem wegen der Trockenheit hohen Staubanteil in der Luft und natürlich der „normalen“ Luftverschmutzung kann so ein Pool trübe werden. Das hat nichts mit der Wasserqualität zu tun, sondern einzig mit kleinsten Partikeln im Wasser. Dafür gibt’s ein Mittel, welches diese kleinen Partikel klumpen lässt, alles fällt auf den Grund des Pools und der Staubsauger saugt es auf und alles bleibt im Sandfilter hängen. So einfach ist das. Vorausgesetzt, der Sauger im Pool funktioniert. Vier Stunden nach dem das Mittel im Pool zu wirken beginnt, stockt dieser. Ist natürlich schlecht, vor allem wenn sich alles wie gewünscht auf den Boden gesenkt hat und der Pool nun wohl klar ist, aber der Boden dreckig. Das sieht man dann dank des klaren Wassers auch richtig gut. Aus Erfahrung wissen wir, aus welchen Gründen der Sauger nicht funktionieren könnte. Schritt für Schritt nähern wir uns der Lösung des Problems. Vergeblich, alles, wirklich alles nützt nichts. Zwei Tage vergeudet und nun muss doch der Fachmann her. Alle Gäste haben schon erbarmen mit uns, sie stört es scheinbar weniger als uns. Eigentlich schön, nützt aber nichts.

Der Fachmann Danny ist bestellt, er hat uns schon vorletztes Jahr alle Leitungen am Pool neu verlegt, bevor wir das Holz-Pooldeck bauten. Er war ja damals schon nicht der zuverlässigste. Doch jetzt steht er pünktlich auf der Matte. So pünktlich, dass nur Barbara im Hause ist und ich noch beim Spazieren und Schwimmen mit den Hunden. Wer rechnet schon in Südafrika damit, dass ein Handwerker, der sagt er schaue zwischen zwölf und eins vorbei, kurz nach zwölf klingelt. Übrigens, dank unserer hervorragenden Klingel, zeigte es mir beim spazieren mit Fynn und Ziva, dass Danny angekommen ist. Er ist nur kurz bei uns, der Deckel beim Pool-Überlauf ist wohl das Problem. „Ich gehe kurz einen neuen holen und komme wieder“. – typisch Südafrika, selbst kleinste und günstigste Ersatzteile hat ein Fachmann nie dabei. Weiss er, dass er was braucht und verkaufen kann, geht er es selbst zuerst kaufen. Lagerkosten sind halt „totes Geld“. Ein runder Hart-Plastik-Deckel ohne Riss ohne irgendwelche Dellen soll das Problem sein? Wir können es uns nicht vorstellen. Nach zwei Stunden ist Danny noch nicht wieder da. „Wo kauft er bloss diesen Deckel?“ fragen wir uns. „Ich hab einen Notfall und kann erst morgen Nachmittag wieder kommen“, schreibt er kurz darauf per Whatsapp. Uns reisst der Geduldsfaden und wir schreiben ihm, dass er gar nicht mehr kommen muss. Natürlich haben wir vorher einen neuen Pool-Spezialisten bestellt, einen mit besten Referenzen auf Facebook. Dieser steht dann auch früher als angekündigt bei unserem Pool und bestätigt das schlimmste. Ein Leck in der Leitung, verlegt von Danny. Zum Glück kein Wasser- sondern „nur“ ein Luftleck. Also nichts wirklich Schlimmes. Doch dieses Leck muss zuerst gefunden werden. Übermorgen kann ich kommen, gleich früh morgens. Vorher geht nicht. Das heisst für uns, schon fast eine Woche ein dreckiger Pool. Aber damit müssen wir wohl leben. Er steht zwei Tage später wirklich früh morgens auf der Matte und macht sich gleich ans buddeln. Nicht der Chef natürlich, nein hat er für die körperliche Arbeit einen Schwarzen dabei. Ein kleines Leck ist schnell gefunden und geflickt. Doch er ist sich sicher, die wahre Ursache ist noch nicht gefunden. Wir befürchten das Schlimmste, nämlich dass unser Pool-Holzdeck demontiert werden muss. „Macht Euch keine Sorgen, ich löse alles“, sagt er immer wieder. Das haben wir ja schon oft gehört… Doch siehe da, drei Stunden später, ist er entspannt. Er hat das Problem gelöst. Tatsächlich hat Danny vor zwei Jahren beim Verlegen der neuen Leitungen nicht aufgepasst und ihm ist ein walnussgrosser Stein, in die Leitung gerutscht. Dieser hat nun alles blockiert und den Staubsauger zum stocken gebracht. Nun läuft unsere Pool-Reinigung so stark wie noch gar nie und wir fragen uns, hätte Danny das Problem gefunden? Wer zweifelt schon schliesslich seine eigene Arbeit an?

Eine weitere Episode in unserem Leben in Südafrika. Und wie so oft gilt auch heute. Mach Dir nicht zu viele Sorgen, es kommt am Ende schon gut. Das gleiche gilt wohl auch fürs Wasser – Day Zero verschiebt sich weiter nach hinten. Ohne, dass die Sparziele erreicht werden. Nun wird die Wasserleitung erst Anfang Juli trocken. Bis dann sollte es schon oft geregnet haben. Dazwischen haben wir noch den ersten Geburtstag von Ziva gefeiert, viele Gäste begrüsst, Frühstück gekocht, und Sonderwünsche erfüllt – ein Spiegelei ohne Eigelb. Es läuft einfach immer etwas am Kap der guten Hoffnung. Und es zeigt sich: Die Hoffnung stirbt immer zu Letzt.

Man liest sich!

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