129) Er ist weg

am

Südafrika hat einen neuen Präsidenten, es gibt neues von der Wasserfront und was uns bezüglich Wasser ärgert, alles im neuen Blog.

Nun ist es soweit. Präsident Zuma ist Geschichte. Schnell ging es nicht, er klebt noch lange. Selbst als die Leitung des ANC bekannt gab, ihn abzuberufen, tat er nichts. „Zurück treten muss nur der, der Fehler gemacht hat“, liess er sich zitieren. „niemand hat mir gesagt, was ich falsch gemacht habe“, ein weiteres Zitat von ihm. Die Führungsschwäche des ANC und das unglaubliche Selbstbild des nun ehemaligen Präsidenten sind eklatant. Nun ist also Cyril Ramaphosa an der Spitze des Landes und an der Spitze des ANC. Unbelastet ist auch seine Vergangenheit nicht. Seine Rolle beim „Minenmassaker in Marikana“, wo die Polizei 34 streikende Arbeiter erschoss, ist ein dunkler Fleck im Lebenslauf. Immerhin ist er mit über 400 Millionen Dollar Privatvermögen, so reich, dass er sich nicht an der Staatskasse bereichern muss, wird hier scherzhaft erzählt. Und seine Rede an die Nation, lässt viele positiv in die Zukunft schauen. Die Korruption bekämpfen, die Arbeitslosigkeit – vorallem die der Jugend, und die Wirtschaft ankurbeln sind seine ersten Kernziele. Klingt gut, aber Taten sind immer noch wertvoller als Worte. Immerhin kann es sicherlich nicht mehr schlechter werden. Positive Grundstimmung also in der Politik, seit neuestem auch positive Stimmung an der Wasserfront.

Es regnete sogar einmal richtig, richtig kräftig für eine Stunde sogar mit Hagelschauern. Der Poolpegel stieg um zwei Zentimeter an, der Garten wurde ergiebig gewässert und die Dämme füllen sich so auch ein wenig. Da nun scheinbar kräftiger gespart wird als auch schon, wurde in den letzten zwei Wochen der Day Zero von Mitte April auf Mitte Mai und nun sogar auf Anfang Juni zurück versetzt. Schon komisch, die städtischen Sparziele wurden noch an keinem Tag erreicht und trotzdem verschiebt sich Day Zero um Monate? Natürlich wird gespart und der Verbrauch sinkt jede Woche, zudem wurde von Farmern aus ihren Dämmen, Wasser ins Wassersystem der Stadt eingespeist. Aber wie kann nun Day Zero so weit nach hinten rücken? Ich verstehe es nicht. Ich verstehe vorallem auch nicht, warum so positive Entwicklungen gleich so enthusiastisch kommuniziert werden. An Day Zero glauben sonst schon viele gar nicht, mit diesen euphorischen Prognosen werden es noch weniger. Die Beziehung zum Wasser bleibt speziell. Während wir trotz vollem Haus, nicht mehr Wasser verbrauchen als einem „normalen“ Einfamilienhaus zusteht, vergeht kein Tag, an dem ich in unserer Gegend nicht Lastwagen sehe, die gerade tausende Liter Wasser liefern. Der Verkauf von Wasser, ohne Lizenz, ist illegal. Das interessante – und this is Africa – man bezahlt nichts fürs Wasser, nur für die Lieferung.

Und wer eine Lizenz für den Verkauf von Wasser hat, der nutzt die Wasserknappheit aus. Schamlos. Unser Schweizer Lebensmittel-Multi, Nestle zapft Wasser im südlichen Afrika und dies nicht zu knapp. Und jetzts kommts. Vor drei Wochen etwa, kaufte ich Wasser in 5 Liter Flaschen für unsere Gäste und als „stille Reserve“. Die fünf Liter kosteten 12 Rand – umgerechnet knapp einen Franken. Gestern kam Barbara entnervt vom Einkauf zurück. Das ganze Getränke-Gestell war voll und wie. Wo früher eine breite Auswahl an verschiedenen Wasser-Flaschen stand, steht jetzt nur noch das Nestle-Wässerchen. Ein Six-Pack mit 0,5 Liter Flaschen kosten das 4-fache. 4 Mal mehr Geld für gut die Hälfte an Wasser. Und eben, Auswahl gibt’s keine mehr. Vielleicht ist der Shop-Manager eine Pfeife, vielleicht ist es der Lieferant oder gar der Hersteller? – schlimm ist und bleibt es immer, aus der Not ein Geschäft zu machen.

Man liest sich!

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