126) Wasser bleibt das Thema Nr. 1

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Es beschäftigt wohl die meisten der Wassersparer hier unten am Kap – der drohende „Day Zero“. So bleibt er auch bei uns Thema Nr. 1 und wohin uns die Ausflüge führten, alles im sonntäglichen Blog.

Regen gab es auch diese Woche keinen. Wie immer sind Niederschläge angekündigt, fallen tun sie dann nicht, oder nicht in unserer Gegend. „Day Zero“, der Tag an dem der Wasserhahn trocken bleibt, kommt immer näher. Er wurde bereits wieder vor verschoben, um fast eine Woche. Weshalb? Weil einfach zu wenig geschieht und nicht gespart wird. Unsere Nachbarin hat gerade das Dach mit dem Hochdruckreiniger reinigen lassen. Ist natürlich auch unglaublich wichtig, spielt aber nicht so eine Rolle, denn für einmal hat sie nicht bei glühender Mittagshitze den Garten bewässert. Ja, sie hat einen Brunnen wie wir, kann also eigentlich machen was sie will. Aber es zeigt doch einfach: null Verständnis für die Wassersituation. Panik bricht noch keine aus und trotzdem ist man sich nun der Situation bewusster. Das wirkt sich wohl nicht auf den Wasserverbrauch aus, man bereitet sich einfach auf „Day Zero“ vor und hamstert nun Trinkwasser. Ganz im Sinne von – der Wasserhahn wird sowieso trocken werden, also mach ich weiter wie bisher, bereite mich aber auf die Stunde Null vor. Wir müssen uns mit der Situation auseinandersetzen und deshalb haben auch wir gehamstert. 40 Kanister Trinkwasser habe ich gekauft. Ein Projekt von drei Tagen. Am Montag fand ich keinen Laden, der noch so viel Wasser verkaufte. Am Dienstag fand ich einen, der mir aber nicht so viel geben konnte und mich auf Mittwoch vertröstet. Das hat dann auch geklappt. Aber auch beim Wasserkauf muss man vorsichtig sein. Findige Geschäftemacher verkaufen nämlich einfach „gefiltertes Leitungswasser“. So spart man ja dann nicht.

Vorsicht ist wohl auch beim Lesen geboten. Es wird so viel erzählt, geschrieben und gepostet in den (sozialen) Medien: Einer will erfahren haben, dass eine grosse Firma, welche Entsalzungsanlagen baut, gratis eine aufstellen wollte und keine Bewilligung erhielt. Ein anderer weiss, dass die grössten Verschwender von Wasser in den Townships leben, es werden Berichte geteilt, wo die 50 schlimmsten Strassen aufgeführt werden, die mit dem höchsten Wasserverbrauch. Andere wiederum scheinen zu wissen, dass der machthabende ANC das Western Cape extra vertrocknen lässt, weil dort die Demokratische Allianz (DA) die Regierung anführt. In dieser DA wiederum fordern die ersten den Kopf der Stadtpräsidentin und gleichzeitig ruft der grösste „Vor-Beter“ des Landes zum gemeinsamen Gebet auf, weil er weiss, dass Gott Kapstadt nicht austrocknen lässt. Es wird ein Zeitungsbericht aus 1990 publiziert, der ankündigt, dass Kapstadt in 17 Jahren austrocknet. Andere wiederum posten, dass eine führende südafrikanische Ministerin die Südafrikaner in Kapstadt zur Rückkehr nach Südafrika aufgerufen habe, weil sie im Ausland ihren Bürgern nicht helfen könne. Wäre ja erschreckend, wenn das stimmt. Was stimmt, was gelogen und was vielleicht die halbe Wahrheit ist, ich weiss es nicht. All dies zeigt aber bestimmt die jetzige Stimmung auf und lässt für die Zukunft böses erahnen. Wenn dann vermeldet wird, dass in den Townships ausserhalb Kapstadts, 35 Autowaschanlagen geschlossen wurden, weil sie Trinkwasser verbrauchten, dann geht der Aufschrei los. Eben, die Verschwender leben in den Townships. Doch zwei Sachen dazu – haben die Menschen dort ihre Autos oder vielleicht doch eher die Autos der Reichen geputzt? Und, es ist statistisch belegt, dass in den Townships nur 7% des gesamten Wassers verbraucht wird. In den reichen, mehrheitlich weissen Gegenden, etwa 70%. Stimmt das? Wahrscheinlich schon, doch man glaubt lieber nur der Statistik, die man selber gefälscht hat.

Und wir? Wir lebten diese Woche als (wassersparende) Touristen in unserer Gegend. Zu Dritt mit meiner Mutter führte uns ein Ausflug zurück in die Gründerzeit von Stellenbosch. Und ein zweiter entlang der schönsten Küstenstrasse der Welt, nach Kapstadt in die absolute Moderne: Dem MOCAA-Museum, dem neuesten Publikumsmagnet am Hafen. Unser zu Hause ist halt mehr wert, als nur ein paar Tage Ferien.

Man liest sich!

 

 

 

 

 

 

 

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