125) Jetzt gilt es ernst

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Kapstadt schreibt weltweit Schlagzeilen. Die Wasserknappheit wird immer dramatischer, was dies für uns bedeutet und was unsere südafrikanische Woche sonst noch für uns bereit hielt – alles im neuen Blog aus der AFRICA-LODGE.

Der Pro-Kopf Wasserverbrauch muss nun mehr oder weniger per sofort auf 50 Liter pro Tag und Person reduziert werden. „Day Zero“, der Tag, wenn die Wasserleitung trocken bleibt ist nun bereits auf den 21. April angedroht. Entsprechend sind die Schlagzeilen auf der ganzen Welt in etwa gleich: „Ist Kapstadt die erste Weltmetropole ohne Wasser?“. Ich muss ehrlich sagen, ich glaube JA. Man stelle sich vor. Das Sparziel der letzten Monate belief sich auf 500 Millionen Liter pro Tag. Verbraucht wurden jeweils über 610 Millionen Liter. Nun wird das Sparziel auf 450 Millionen gesenkt, nur so kann „Day Zero“ abgewendet werden. Dies alles aber auch nur rein rechnerisch. Wie soll ein neues Sparziel erreicht werden, wenn schon das alte verpasst wird und zwar deutlich? „Mehr als die Hälfte der rund 4 Millionen Menschen sparen keinen Tropfen Wasser“, lässt die Regierung verlauten. Darum, „Day Zero“ wird kommen und das wohl nicht ganz unverdient. Nächste Woche wird bekannt gegeben, wo die Wasser-Stellen errichtet werden, welche dann von Militär und Polizei bewacht werden um für eine geregelte Abgabe zu sorgen. 25 Liter pro Person und Tag dürfen bezogen werden. Das Minimum welches die WHO vorgibt. Schon 50 Liter sind arg knapp – der Schweizer verbraucht im Schnitt fast drei Mal mehr. Wie es geht mit 50 Litern, soll die Grafik zeigen.

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50 Liter pro Tag und wie man sie verwenden soll…

Für uns bedeutet dies alles vorläufig noch nichts. Wir erreichen die Sparziele, selbst mit vielen Gästen. Unsere europäischen Besucher sind sich der Situation und auch dem Wert von Wasser viel mehr bewusst, also so mancher Südafrikaner. Und trotzdem füllen wir unsere Vorräte an Trinkwasser, bei jedem Einkauf zusätzlich. Irgendwie wollen wir gewappnet sein. Und froh sind wir auch, dass „Day Zero“ wohl fast zeitgleich mit dem Ende der Touristen-Saison in der AFRICA-LODGE einhergeht. So sind dann nur wir direkt betroffen. Und wir haben vielleicht auch dann noch Wasser, wenn auch kein Trinkwasser, aus unserem eigenen Brunnen. Angst bereitet uns die Situation also nicht, vielleicht auch noch nicht. Doch viele Fragen bleiben.

Die Dürre entstand nicht von jetzt auf sofort. Sondern die Niederschläge erreichten in den letzten acht Jahren nur einmal die Durchschnittsgrenze. Wie sollen sich also die Dämme jemals wieder füllen? Eigentlich deutet der Klimawandel darauf hin, dass die Dämme nach dem Winter (Ende September) maximal so gut gefüllt sein werden, wie nach dem vergangenen Winter – und dies führt ja nun eben zu „Day Zero“. Die nahe und die ferne Zukunft deutet eher auf trockene Leitungen hin. Entsprechend wird die Vorgabe von 50 Litern pro Person und Tag auch gleich für die nächsten fünf Monate eingeführt. Und für mich die wichtigste Frage: „Woher kommen täglich die 100 Millionen Liter Wasser für die Wasser-Abgabestellen?“

Unsere Woche verlief südafrikanisch normal. Das heisst, wir kümmerten uns mal wieder um die Spezialisten unserer „Internet-Klingel“. Die wollten ja in der zweiten Januar-Woche inklusive Chef, Techniker und wem auch immer, bei uns aufkreuzen. Natürlich geschah nichts. Nach Nachfragen, täglich energischer, steht nun der Termin auf Ende nächster Woche. Drei Wochen nach dem anvisierten Ziel. Leben wie immer, heisst auch leichte Reparaturen selber auszuführen. Ein tropfender Abfluss in unserer Küche soll ersetzt werden. Ersatzteile kaufen und einbauen. Keine Hexerei, wenn wir nicht in Südafrika wären. Befand sich doch leider in der Verpackung nicht das, was drauf stand. Also nochmals in den Baumarkt, umtauschen und weiter versuchen. Dieses Mal hat es geklappt. Leben wie immer heisst aber auch, Zeit für Ausflüge zusammen mit meiner Mutter zu finden. Wenn wir sonst eher für Tipps an unsere Gäste zu ständig sind, folgten wir für einmal einem Tipp unserer Gäste. Ein neuer Skulpturen Park in Stellenbosch, vor zwei Jahren eröffnet, war das Ziel. Traumhaft. Es lässt sich also gut Leben in Südafrika, trotz und wegen Allem.

Man liest sich!

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Christina Fahima Gutknecht sagt:

    Einfach toll lieber Sacha, ich geniesse deine Artikel sehr. Ist deine Mami vei dur in den Ferien? Wir kebnen Wasserknappheit in Israel aber ays duesen Gruenden wurd hier Trinkwasser aus Meerwasser produziert… kennt nan das bei euch nicht?? Liebe Gruesse

    Gefällt mir

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