119) Now, just now, now now

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Warum „jetzt“ nicht wirklich immer jetzt ist. Dass die Müllabfuhr kommt wann sie will und noch einen Nachtrag – alles im neuen Blog.

Dass ein Sprichwort besagt, „Europäer haben die Uhr und die Afrikaner die Zeit“, erwähnte ich bereits einmal. Geduld und keine Hektik ist oft angebracht in Südafrika. Aber genau das haben wir ja auch gesucht, wir wollen der Hektik und des gedrängten Lebens entfliehen. Wir haben das bestimmt auch mehrheitlich geschafft. Und doch bleib ich wohl immer Europäer oder besser gesagt Schweizer. Freitags kommt die Müllabfuhr. Seit etwa einem Jahr ist eine neue Firma dafür zuständig. Sie haben die bessere Offerte eingereicht oder vielleicht auch besser „geschmiert“ wer weiss. Es fällt auf, dass die jeden Freitag anders durchs Quartier fahren. So wird unsere Tonne zu komplett unterschiedlichen Zeiten geleert. In der Schweiz konnte ich sogar die Uhr nach der Müllabfuhr richten. Alles natürlich nicht so schlimm.

Irgendwie kommen die Müllmänner aber immer später. Anfangs bemerkte unser Gärner, wenn er um vier nach Hause fuhr, dass die Tonne noch nicht geleert wurde. Mittlerweile ist er erstaunt, wenn sie um diese Zeit schon leer ist. Sie kommen wöchentlich später. Es macht sich halt nicht so gut als Gästehaus, wenn ein leerer Mülleimer vor dem Hause steht. Deshalb wollen wir diesen immer so schnell wie möglich wieder weg vom Eingangs-Tor haben. Diesen Freitag schauten wir immer mal wieder nach, lauschten ob wir wohl irgendwann den Lastwagen hören, doch auch um 18 Uhr ist die Tonne immer noch voll. „Das wird wohl heute nichts mehr, this is Africa“, sagen wir uns. Doch dann, Ordnung muss wohl sein, um sage und schreibe halb elf Uhr in der Nacht kommt die Müllabfuhr. Unglaublich, oder? Ob sie eine Panne hatten oder einfach eine noch kompliziertere Route fuhren als sonst, ich weiss es nicht. Aber die Leistung, um halb Elf noch Müll einzusammeln, kann nicht genug honoriert werden. Und eines lehrte es mich: Kommt es wirklich drauf an, wann etwas erledigt wird? Hauptsache es wird erledigt, oder? – Samstag früh, ist unsere Mülltonne wie immer leer. So auch diesen Samstag, weil ja Freitags eben die Müllabfuhr kommt. Wann? – Who cares.

Zeit ist relativ

Wie ich letzthin las, aber es eigentlich schon zur Genüge erlebt habe, gibt es in Südafrika verschiedene Varianten des „now“ (jetzt). Wenn Euch also in Südafrika jemand sagt, es werde „now“ erledigt, vergisst es, der Südafrikaner vergisst es nämlich auch. „Just now“ – kann gut und gerne in den nächsten Tagen, wohl aber eher in Wochen erledigt werden. Das „now, now“ deutet dann erst auf eine rasche und zeitnahe Erledigung hin. Die Müllabfuhr kommt aber weiterhin einfach Freitags…

Das Wetter ist leider auch wieder ein grosses Thema. Ab Januar steigen die Wasserrestriktionen auf Level 6 – viel ändert sich nicht. Aber es soll einfach aufgezeigt werden, wie bitter ernst die Situation ist. Regen bleibt nun aus und dafür erreichte uns eine unglaubliche Hitzewelle, welche nicht nur für den Monat Dezember aussergewöhnlich ist, sondern generell für unsere Region. Wir litten bei 38 Grad während andere Gebiete, gar nicht so weit von uns entfernt, schon fast die 50 Grad Grenze erreichten. Komplett vergessen habe ich allerdings im vorletzten Blog zu erwähnen, dass wir unsere ersten Hagelschauer in Südafrika erlebt haben. Die Reaktionen der Südafrikaner liessen darauf schliessen, dass wir ungewöhnliches erlebt haben. Und ich vergesse es einfach. Als Kontrast zur Hitzewelle sei dies noch nachgereicht.

Man liest sich!

 

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