113) Der schwarze Montag

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Was es mit dem schwarzen Montag auf sich hat, weshalb es den Touristen in Südafrika besser als den Farmern, den Nashörner und Elefanten geht. Alles im neuen Blog aus der AFRICA-LODGE.

Länger als ein halbes Jahr ist es her, seit ich das erste und zugleich letzte Mal über die Farm-Morde in Südafrika schrieb. Sätze über die Kriminalität in Südafrika zu schreiben, fällt mir immer schwer. Ich will ja unsere neue Heimat in einem guten und auch für Touristen, schönen Blick präsentieren. Denn, wie las ich gerade in einem Zeitungsbeitrag – Südafrika ist ein gefährliches Land, nicht für Touristen sondern für Einheimische, Farmer, Elefanten und Nashörner.

Wir realisierten, dass die Farm-Morde aus dem hohen Norden des Landes immer näher und näher kamen. Diese Woche, für südafrikanische Dimensionen bis in unsere Nachbarschaft. Etwa zwanzig Minuten Fahrzeit von uns, wurde ein Farmer brutal ermordet. Wie immer, einfach so. „Sie töten nicht, weil sie Hunger haben. Sonst würden Sie meine Äpfel klauen. Sie töten nicht, weil Sie Geld wollen, sie töten um zu töten“. So lautet die kernige Aussage eines Farmers in einem emotionalen Facebook-Video. Viele, viele Videos folgten. Und bald wurde der „schwarze Montag“ ausgerufen. „tragt schwarz, als Zeichen für die Unterstützung der Farmer Südafrikas“. Morgen ist also der schwarze Montag und ich bin gespannt, ob die Unterstützung sichtbar ist. Schwarze Mitarbeiter auf einer Farm liessen sich mit einem Transparent fotografieren: „Ohne Farmer keine Jobs. Ohne Farmer kein Essen. Ohne Farmer keine Wirtschaft“. So ist es.

Farmmitarbeiter

Spannend ist die Information einer Profilerin, welche sich mit Mord bzw. Überfällen und insbesondere auch Farmmorden speziell auseinander setzt. Eine Parallele zu den „normalen“ Einbrüchen in Einfamilienhäusern ist sofort augenfällig. Es handelt sich immer um sogenannte Insiderjobs. Das heisst, einer der Angestellten oder ein Handwerker, welcher auf dem Grundstück/Farm war, hat ausspioniert und liefert die richtungsweisenden Informationen. 90% der Arbeit von Gangstern ist die Vorbereitung. Ist der Überfall-Plan einmal gemacht, gibt’s kein zurück mehr und es wird an diesem festgehalten. Unausweichlich. Also ist die beste Chance als Opfer, sich anders zu verhalten, als gedacht. Das heisst zum Beispiel: Hört man ein komisches und vielleicht sogar lautes Geräusch, nicht selber nachschauen, sondern zuerst über Funk die Nachbarschaft informieren oder das Security-Team. Manchmal wohl einfacher gesagt, als in dem Moment gemacht.

Das Ausspionieren, das Sammeln an Informationen, ist auch mit ein Grund, weshalb alle Handwerker oder Angestellten immer in Sichtkontakt mit unseren Hunden kommen, damit sie wissen, hier könnte es gefährlich werden. Fynn und auch schon Ziva toben in solchen Momenten furchteinflössend. Und doch, sind auch Hunde ein Risiko-Faktor, wie die Profilerin erzählt. Einerseits, lassen viele, viele Südafrikaner ihre Hunde über Nacht im Freien und sind so „leichte Opfer“ für die Einbrecher. Ein Stück Fleisch zersetzt mit Betäubungsmittel reicht und der Wachhund schläft im entscheidenden Moment. Oder aber, einer der Angestellten ist dabei beim Überfall und hat sich während seiner Arbeitszeit bereits mit dem Wachhund angefreundet. Gut haben unsere Angestellten grossen Respekt vor Fynn und Ziva, sind nie alleine mit den beiden und vor allem, die Zwei sind in der Nacht bei uns.

So viele Farm-Morde geschehen in Südafrika und nicht nur Weisse sind davon betroffen. Doch die Welt schaut weg. Kein Bericht über die neueste Häufung von Farm-Überfällen und brutalen Morde. Die Google-Suche (auf Deutsch) zeigt meinen Blog aus dem März als zweitaktuellsten Bericht zu diesem Thema. Werden wie jüngst leider geschehen, Touristen von „verkleideten“ Polizisten überfallen und ihren Gold-Kettelis und Bargeld beraubt, weiss es sofort die ganze Welt. Und trotzdem kann ich guten Gewissens sagen, bereist dieses Land, geniesst die Schönheit und lasst Euch vom Südafrika-Virus infizieren. Seit dabei vernünftig und mit ein bisschen Vorsicht unterwegs, es wird Euch nichts passieren und ihr erlebt einen eurer schönsten Urlaube -vorausgesetzt, ihr seht nicht aus wie ein Farmer, ein Elefant oder ein Nashorn.

Man liest sich!

 

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